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'''Ruhm'' | Das [[latein]]ische Wort '''Gloria''' (englisch ''glory'' oder ''fame'') wird oft mit ''Ruhm'' übersetzt und beschreibt das hohe [[Ansehen]] einer Person innerhalb einer Gemeinschaft oder der Öffentlichkeit. Ruhm wird durch hervorragende [[Leistung]]en oder außergewöhnliche (auch [[Mut (Tugend)|mutige]]) Taten, besonders im [[Kunst|musischen]], [[Religion|religiösen]], [[Politik|politischen]], [[wirtschaft]]lichen, [[krieg]]erischen oder [[sport]]lichen Bereich erreicht. Merkmal des Ruhms ist außerdem, dass er messbare Leistungen überstrahlt, von einer großen [[Öffentlichkeit]] wahrgenommen wird und entsprechende Emotionen hervorruft. Somit trägt er stets eine nicht rationale Komponente in sich. | ||
„Kurzlebiger“ Ruhm ist eine '' | „Kurzlebiger“ Ruhm ist eine ''contradictio in adiecto'' (lateinisch für ''ein Widerspruch in sich'') - Ruhm ist eben gerade langlebig. Kurzlebig sind [[Mode]]n, [[Medienrummel|Hypes]] und viele [[Prominenz|Prominente]], da zum Beispiel Medien-„Berühmtheiten“ nur für sehr kurze Zeit der Öffentlichkeit bekannt sind und rasch wieder in Vergessenheit geraten. | ||
== Maßstäbe == | == Maßstäbe == | ||
Gerne | Gerne wird der Ruhm mit [[Ideologie|ideologischen]], [[Weltanschauung|weltanschaulichen]] und [[Religion|religiösen]] Aussagen verbunden und entsprechenden Verdiensten zugeordnet. Das zeigt unter anderem die [[Heiligsprechung]] von [[Karl der Große|Karl dem Großen]]. Bei [[Napoleon]] und anderen Persönlichkeiten der neueren Zeit ist dagegen oft wenig Kritik zu finden. Ausnahmen finden sich in der [[Popmusik]]: Während [[Michael Jackson]] teilweise sehr kritisch gesehen wird, wurde im Fall von [[Madonna Ciccone]] sogar der Begriff [[Pop-Ikone]] geprägt, obwohl beide vor allem geschäftlichen Erfolg hatten. | ||
In der [[Antike]] erwuchs nach [[Sallust]] der Ruhm (die ''gloria'') nur aus dem höchsten Gut der Menschen, ihrer ''virtus'' (Tugend), als eine Anerkennung für richtiges Handeln und hohe Verdienste aus Sicht der Politik bzw. Öffentlichkeit (''res publica''). Er werde diesen Besten von der Mehrzahl der Menschen zuerkannt. | |||
Die christliche (katholische) Theologie behielt den Ruhm alleine Gott vor | Die christliche (katholische) Theologie behielt den Ruhm alleine Gott vor, wie sich in dem häufigen Gebrauch der lateinischen Phrase ''[[Gloria in Excelsis Deo]]'' (deutsch ''Ruhm sei Gott im Himmel'' oder ''Ehre sei Gott in der Höhe'') in Liedertexten zeigt. | ||
Für die Soziologie ist „Ruhm“ eine Frage des [[Sozialer Status|sozialen Status]] | Für die Soziologie ist „Ruhm“ eine Frage des tatsächlichen [[Sozialer Status|sozialen Status]] gegenüber der „Ehre“ als einer Frage des Ansehens ([[Sozialprestige]]s).<ref>[[Heinz Kluth]], ''Sozialprestige und sozialer Status'', Stuttgart 1957</ref> | ||
== Literatur == | == Literatur, Musik == | ||
Ruhm und Ruhmsucht sind klassische Stoffe der Dichtung und dominieren sogar einzelne [[Gattung (Literatur)|literarische Gattungen]], wie zum Beispiel die frühantiken und frühmittelalterlichen [[Epos | Ruhm und Ruhmsucht sind klassische Stoffe der Dichtung und dominieren sogar einzelne [[Gattung (Literatur)|literarische Gattungen]], wie zum Beispiel die frühantiken und frühmittelalterlichen [[Epos|Epen]]. In musikalischen Werken wie der [[Popmusik]] und bei einigen [[Musical]]s findet sich das Thema ebenso. | ||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gloria_(Begriffskl%C3%A4rung) Begriffsklärung] | |||
[[Kategorie:Lateinischer Begriff]] | |||
Aktuelle Version vom 19. Dezember 2025, 22:24 Uhr
Das lateinische Wort Gloria (englisch glory oder fame) wird oft mit Ruhm übersetzt und beschreibt das hohe Ansehen einer Person innerhalb einer Gemeinschaft oder der Öffentlichkeit. Ruhm wird durch hervorragende Leistungen oder außergewöhnliche (auch mutige) Taten, besonders im musischen, religiösen, politischen, wirtschaftlichen, kriegerischen oder sportlichen Bereich erreicht. Merkmal des Ruhms ist außerdem, dass er messbare Leistungen überstrahlt, von einer großen Öffentlichkeit wahrgenommen wird und entsprechende Emotionen hervorruft. Somit trägt er stets eine nicht rationale Komponente in sich.
„Kurzlebiger“ Ruhm ist eine contradictio in adiecto (lateinisch für ein Widerspruch in sich) - Ruhm ist eben gerade langlebig. Kurzlebig sind Moden, Hypes und viele Prominente, da zum Beispiel Medien-„Berühmtheiten“ nur für sehr kurze Zeit der Öffentlichkeit bekannt sind und rasch wieder in Vergessenheit geraten.
Maßstäbe
Gerne wird der Ruhm mit ideologischen, weltanschaulichen und religiösen Aussagen verbunden und entsprechenden Verdiensten zugeordnet. Das zeigt unter anderem die Heiligsprechung von Karl dem Großen. Bei Napoleon und anderen Persönlichkeiten der neueren Zeit ist dagegen oft wenig Kritik zu finden. Ausnahmen finden sich in der Popmusik: Während Michael Jackson teilweise sehr kritisch gesehen wird, wurde im Fall von Madonna Ciccone sogar der Begriff Pop-Ikone geprägt, obwohl beide vor allem geschäftlichen Erfolg hatten.
In der Antike erwuchs nach Sallust der Ruhm (die gloria) nur aus dem höchsten Gut der Menschen, ihrer virtus (Tugend), als eine Anerkennung für richtiges Handeln und hohe Verdienste aus Sicht der Politik bzw. Öffentlichkeit (res publica). Er werde diesen Besten von der Mehrzahl der Menschen zuerkannt.
Die christliche (katholische) Theologie behielt den Ruhm alleine Gott vor, wie sich in dem häufigen Gebrauch der lateinischen Phrase Gloria in Excelsis Deo (deutsch Ruhm sei Gott im Himmel oder Ehre sei Gott in der Höhe) in Liedertexten zeigt.
Für die Soziologie ist „Ruhm“ eine Frage des tatsächlichen sozialen Status gegenüber der „Ehre“ als einer Frage des Ansehens (Sozialprestiges).[1]
Literatur, Musik
Ruhm und Ruhmsucht sind klassische Stoffe der Dichtung und dominieren sogar einzelne literarische Gattungen, wie zum Beispiel die frühantiken und frühmittelalterlichen Epen. In musikalischen Werken wie der Popmusik und bei einigen Musicals findet sich das Thema ebenso.
Siehe auch
Weblinks
Vergleich zu Wikipedia
- ↑ Heinz Kluth, Sozialprestige und sozialer Status, Stuttgart 1957