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Emil Ritterling: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Emil Ritterling''' (* [[20. Dezember]] [[1861]] in [[Leipzig]]; † [[7. Februar]] [[1928]] in [[Wiesbaden]]) war ein deutscher [[Alte Geschichte|Althistoriker]], [[Provinzialrömische Archäologie|provinzialrömischer Archäologe]] und Streckenkommissar der [[Reichs-Limes-Kommission]].
'''Emil Ritterling''' (* [[20. Dezember]] [[1861]] in [[Leipzig]]; † [[7. Februar]] [[1928]] in [[Wiesbaden]]) war ein deutscher [[Alte Geschichte|Althistoriker]], [[Provinzialrömische Archäologie|provinzialrömischer Archäologe]] und Streckenkommissar der [[Reichs-Limes-Kommission]].


1885 promovierte Emil Ritterling an der [[Universität Leipzig]] mit einer Arbeit über die [[Legio X Gemina]]. Von 1887 bis 1891 arbeitete er in Berlin als Bibliothekar. Seit 1892 wirkte Ritterling als [[Privatgelehrter]] in Wiesbaden, wo er von 1899 bis 1911 und von 1915 bis 1923 auch Direktor des ''Landesmuseums Nassauischer Altertümer in Wiesbaden'', heute [[Museum Wiesbaden|Hessisches Landesmuseum]], war. Zwischenzeitlich – von 1911 bis 1914 – leitete er als Direktor die [[Römisch-Germanische Kommission]] des [[Deutsches Archäologisches Institut|Deutschen Archäologischen Instituts]] in [[Frankfurt am Main]]. Zusätzlich war er von 1897 bis 1912 als Streckenkommissar für die [[Reichs-Limes-Kommission]] tätig. Als solcher leitete er unter anderem die Ausgrabungen in den Kastellen [[Kastell Niederbieber|Niederbieber]], [[Kastell Bendorf|Bendorf]] und [[Kastell Wiesbaden|Wiesbaden]].
== Leben ==
1885 promovierte Emil Ritterling an der [[Universität Leipzig]] mit einer Arbeit über die [[Legio X Gemina]]. Von 1887 bis 1891 arbeitete er in Berlin als Bibliothekar. Seit 1892 wirkte Ritterling als [[Privatgelehrter]] in Wiesbaden, wo er von 1899 bis 1911 und von 1915 bis 1923 auch Direktor des ''Landesmuseums Nassauischer Altertümer in Wiesbaden'', heute [[Museum Wiesbaden|Hessisches Landesmuseum]], war. Ritterling war Mitglied des Vorstands des [[Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung|Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung]] und übernahm für das Jahr 1893/94 als Vereinssekretär die Herausgabe der Nassauische Annalen<ref>{{Literatur | Autor=Schüler, Winfried | Titel=bewahren erleben verstehen 200 Jahre Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung | Verlag=Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung | Ort=Wiesbaden | Jahr=2012 | ISBN=978-3-9815190-1-3 | Seiten=39}}</ref>. Zwischenzeitlich – von 1911 bis 1914 – leitete er als Direktor die [[Römisch-Germanische Kommission]] des [[Deutsches Archäologisches Institut|Deutschen Archäologischen Instituts]] in [[Frankfurt am Main]]. Zusätzlich war er von 1897 bis 1912 als Streckenkommissar für die [[Reichs-Limes-Kommission]] tätig. Als solcher leitete er unter anderem die Ausgrabungen in den Kastellen [[Kastell Niederbieber|Niederbieber]], [[Kastell Bendorf|Bendorf]] und [[Kastell Wiesbaden|Wiesbaden]].


Grundlegend war Ritterlings Artikel ''Legio'', der 1925 in ''[[Pauly-Wissowa|Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft]]'' (Band 12,1) erschien und bis heute als ein Standardwerk der römischen Militärgeschichte gilt. Fundamental auch seine Arbeit zum Kastell [[Hofheim am Taunus|Hofheim]], die heute immer noch eines der am häufigsten zitierten Werke über römische Keramik des 1.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr. in den Nordwestprovinzen ist.
Grundlegend war Ritterlings Artikel ''Legio'', der 1924 in ''[[Pauly-Wissowa|Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft]]'' erschien und bis heute als ein Standardwerk der römischen Militärgeschichte gilt. Bedeutend ist auch seine Arbeit zum Kastell [[Hofheim am Taunus|Hofheim]], die heute immer noch eines der am häufigsten zitierten Werke über römische Keramik des 1.&nbsp;Jahrhunderts n.&nbsp;Chr. in den Nordwestprovinzen ist. Ab 1904 war Ritterling ordentliches Mitglied des [[Deutsches Archäologisches Institut|Deutschen Archäologischen Instituts]].


== Schriften (Auswahl) ==
== Schriften (Auswahl) ==
* ''De legione Romanorum X Gemina''. Dissertation an der Universität Leipzig, 1885. [http://www.archive.org/details/delegioneromana01rittgoog Digitalisiert im Internet-Archiv].
* ''De legione Romanorum X Gemina''. Dissertation an der Universität Leipzig, 1885. [http://www.archive.org/details/delegioneromana01rittgoog Digitalisiert im Internet-Archiv].
* mit [[Ludwig Pallat]]: ''Römische Funde aus Wiesbaden''. 1898
* mit [[Ludwig Pallat]]: ''Römische Funde aus [[Aquae Mattiacorum|Wiesbaden]]''. 1898.
* ''Das frührömische Lager bei Hofheim i.T. Ausgrabungs- und Fundbericht.'' Wiesbaden 1905, (Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 34, 1904).
* ''Das frührömische Lager bei Hofheim i.T. Ausgrabungs- und Fundbericht.'' Wiesbaden 1905, (''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung'' 34, 1904).
* ''Römische Baureste auf der Rentmauer bei Wiesbaden''. In: ''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung''. Band 35, ca. 1906, S. 264–279.
* ''Römische Baureste auf der Rentmauer bei Wiesbaden''. In: ''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung'' 35, 1906, S. 264–279.
* ''Toranlagen römischer Kastelle des ersten nachchristlichen Jahrhunderts''. In: ''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung'. Band 36, ca. 1907, S. 1–14.
* ''Toranlagen römischer Kastelle des ersten nachchristlichen Jahrhunderts''. In: ''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung'' 36, 1907, S. 1–14.
* ''Das Kastell Wiesbaden''. Petters, Heidelberg 1909 ([[Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches]], Abt. B, Bd. 2,4, Kastell 31).
* ''Das [[Kastell Wiesbaden]]''. Petters, Heidelberg 1909 (''[[Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches]]'', Abt. B, Bd. 2,4, Kastell 31).
* ''Das frührömische Lager bei Hofheim im Taunus''. Bechtold, Wiesbaden 1913 (Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 40, 1912).
* ''Das frührömische Lager bei Hofheim im Taunus''. Bechtold, Wiesbaden 1913 (''Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung'' 40, 1912).
* ''Legio''. In: ''Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft'', Band XII,1, 1925
* {{RE|XII,1|1211|1328|Legio. Bestand, Verteilung und kriegerische Betätigung der Legionen des stehenden Heeres von Augustus bis Diocletian||}}
* ''Die kaiserlichen Beamten und Truppenkörper im römischen Deutschland unter dem Prinzipat. Mit Benutzung von E. Ritterlings Nachlass dargestellt von Ernst Stein''. Seidel, Wien 1932 (Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien, 2).
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* ''Fasti des römischen Deutschland unter dem Prinzipat''. Seidel, Wien 1932 (Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien, 2).
* ''Die kaiserlichen Beamten und Truppenkörper im römischen Deutschland unter dem Prinzipat. Mit Benutzung von E. Ritterlings Nachlass dargestellt von [[Ernst Stein (Historiker)|Ernst Stein]]''. Seidel, Wien 1932 (''Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien'' 2).
* mit [[Ernst Fabricius]]: ''Das Kastell Bendorf''. Petters, Heidelberg 1937 (Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Bd. 1, Kastell 1).
* ''Fasti des römischen Deutschland unter dem Prinzipat''. Seidel, Wien 1932 (''Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien'' 2).
* ''Das Kastell Nieder-Bieber''. Petters, Heidelberg 1937 (Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Bd. 1, Kastell 1a).
* mit [[Ernst Fabricius]]: ''Das Kastell Bendorf''. Petters, Heidelberg 1937 (''Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches'', Abt. B, Bd. 1, Kastell 1).
* ''Das Kastell Nieder-Bieber''. Petters, Heidelberg 1937 (''Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches'', Abt. B, Bd. 1, Kastell 1a).


== Literatur ==
== Literatur ==
* [[Rainer Wiegels]]: ''Legio. Emil Ritterling und sein Beitrag zur Truppengeschichte der römischen Kaiserzeit''. In: Yann Le Bohec, C. Wolff (Hrsg.): ''Les Légions de Rome sous le Haut-Empire. Actes du Congrès de Lyon (17–19 septembre 1998)''. Lyon 2000 (Collect. du Centre Études Rom. et Gallo-Rom., N.S. 20), S. 9–20.
* [[Rainer Wiegels]]: ''Legio. Emil Ritterling und sein Beitrag zur Truppengeschichte der römischen Kaiserzeit''. In: Yann Le Bohec, C. Wolff (Hrsg.): ''Les Légions de Rome sous le Haut-Empire. Actes du Congrès de Lyon (17–19 septembre 1998)''. Lyon 2000 (Collection du Centre Études Rom. et Gallo-Rom., N.S. 20), S. 9–20.


== Einzelnachweise ==
<references />
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
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* [http://www.romanarmy.com/cms/content/category/11/13/114/ Übersetzungsprojekt] zu Emil Ritterlings ''Legio''
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Aktuelle Version vom 10. August 2014, 14:31 Uhr

Emil Ritterling (* 20. Dezember 1861 in Leipzig; † 7. Februar 1928 in Wiesbaden) war ein deutscher Althistoriker, provinzialrömischer Archäologe und Streckenkommissar der Reichs-Limes-Kommission.

Leben

1885 promovierte Emil Ritterling an der Universität Leipzig mit einer Arbeit über die Legio X Gemina. Von 1887 bis 1891 arbeitete er in Berlin als Bibliothekar. Seit 1892 wirkte Ritterling als Privatgelehrter in Wiesbaden, wo er von 1899 bis 1911 und von 1915 bis 1923 auch Direktor des Landesmuseums Nassauischer Altertümer in Wiesbaden, heute Hessisches Landesmuseum, war. Ritterling war Mitglied des Vorstands des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und übernahm für das Jahr 1893/94 als Vereinssekretär die Herausgabe der Nassauische Annalen[1]. Zwischenzeitlich – von 1911 bis 1914 – leitete er als Direktor die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt am Main. Zusätzlich war er von 1897 bis 1912 als Streckenkommissar für die Reichs-Limes-Kommission tätig. Als solcher leitete er unter anderem die Ausgrabungen in den Kastellen Niederbieber, Bendorf und Wiesbaden.

Grundlegend war Ritterlings Artikel Legio, der 1924 in Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft erschien und bis heute als ein Standardwerk der römischen Militärgeschichte gilt. Bedeutend ist auch seine Arbeit zum Kastell Hofheim, die heute immer noch eines der am häufigsten zitierten Werke über römische Keramik des 1. Jahrhunderts n. Chr. in den Nordwestprovinzen ist. Ab 1904 war Ritterling ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Schriften (Auswahl)

  • De legione Romanorum X Gemina. Dissertation an der Universität Leipzig, 1885. Digitalisiert im Internet-Archiv.
  • mit Ludwig Pallat: Römische Funde aus Wiesbaden. 1898.
  • Das frührömische Lager bei Hofheim i.T. Ausgrabungs- und Fundbericht. Wiesbaden 1905, (Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 34, 1904).
  • Römische Baureste auf der Rentmauer bei Wiesbaden. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 35, 1906, S. 264–279.
  • Toranlagen römischer Kastelle des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 36, 1907, S. 1–14.
  • Das Kastell Wiesbaden. Petters, Heidelberg 1909 (Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches, Abt. B, Bd. 2,4, Kastell 31).
  • Das frührömische Lager bei Hofheim im Taunus. Bechtold, Wiesbaden 1913 (Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 40, 1912).
  • Legio. Bestand, Verteilung und kriegerische Betätigung der Legionen des stehenden Heeres von Augustus bis Diocletian. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XII,1, Stuttgart 1924, Sp. 1211–1328.
  • Legio. Bestand, Verteilung und kriegerische Betätigung der Legionen des stehenden Heeres von Augustus bis Diocletian (Fortsetzung). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XII,2, Stuttgart 1925, Sp. 1329–1829.
  • Die kaiserlichen Beamten und Truppenkörper im römischen Deutschland unter dem Prinzipat. Mit Benutzung von E. Ritterlings Nachlass dargestellt von Ernst Stein. Seidel, Wien 1932 (Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien 2).
  • Fasti des römischen Deutschland unter dem Prinzipat. Seidel, Wien 1932 (Beiträge zur Verwaltungs- und Heeresgeschichte von Gallien und Germanien 2).
  • mit Ernst Fabricius: Das Kastell Bendorf. Petters, Heidelberg 1937 (Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Bd. 1, Kastell 1).
  • Das Kastell Nieder-Bieber. Petters, Heidelberg 1937 (Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Bd. 1, Kastell 1a).

Literatur

  • Rainer Wiegels: Legio. Emil Ritterling und sein Beitrag zur Truppengeschichte der römischen Kaiserzeit. In: Yann Le Bohec, C. Wolff (Hrsg.): Les Légions de Rome sous le Haut-Empire. Actes du Congrès de Lyon (17–19 septembre 1998). Lyon 2000 (Collection du Centre Études Rom. et Gallo-Rom., N.S. 20), S. 9–20.

Einzelnachweise

  1.  Schüler, Winfried: bewahren erleben verstehen 200 Jahre Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-9815190-1-3, S. 39.

Andere Lexika




Weblinks

😃 Profil: Ritterling, Emil
Beruf deutscher Althistoriker und Archäologe
Persönliche Daten
20. Dezember 1861
Leipzig
7. Februar 1928
Wiesbaden