PlusPedia wird derzeit technisch modernisiert. Aktuell laufen Wartungsarbeiten. Für etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung; es sind aber alle Artikel zugänglich und Sie können PlusPedia genauso nutzen wie immer.

Neue User bitte dringend diese Hinweise lesen:

Anmeldung - E-Mail-Adresse Neue Benutzer benötigen ab sofort eine gültige Email-Adresse. Wenn keine Email ankommt, meldet Euch bitte unter NewU25@PlusPedia.de.

Hinweis zur Passwortsicherheit:
Bitte nutzen Sie Ihr PlusPedia-Passwort nur bei PlusPedia.
Wenn Sie Ihr PlusPedia-Passwort andernorts nutzen, ändern Sie es bitte DORT bis unsere Modernisierung abgeschlossen ist.
Überall wo es sensibel, sollte man generell immer unterschiedliche Passworte verwenden! Das gilt hier und im gesamten Internet.
Aus Gründen der Sicherheit (PlusPedia hatte bis 24.07.2025 kein SSL | https://)

Bei PlusPedia sind Sie sicher: – Wir verarbeiten keine personenbezogenen Daten, erlauben umfassend anonyme Mitarbeit und erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich. Es haftet der Vorsitzende des Trägervereins.

PlusPedia blüht wieder auf als freundliches deutsches Lexikon.
Wir haben auf die neue Version 1.43.3 aktualisiert.
Wir haben SSL aktiviert.
Hier geht es zu den aktuellen Aktuelle Ereignissen

Borderline: Unterschied zwischen den Versionen

Aus PlusPedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Medical Nerd (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Fmrauch (Diskussion | Beiträge)
Wortherkunft und Merkmale: der ist kaum bekannt, zu wenig Informationen zu dieser Person
 
(27 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Die '''Borderline-Persönlichkeitsstörung''' trägt die offizielle Bezeichnung "emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus" ist eine oft sehr schwere und tiefgreifende Persönlichkeitsstörung, die durch  eine Störung der Gefühlsregulation gekennzeichnet ist. Affekte, Wahrnehmungen und Handeln sind meist verändert. Dies wirkt sich vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene aus, aber auch Selbstverletzungen und Suizidtendenzen sind ein Problem im Rahmen der Borderline-Störung.
{{Infobox ICD
| 01-CODE = F60.31
| 01-BEZEICHNUNG = Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ}}


[[Datei:Angst.jpg|thumb|Angst ist ein großes Thema bei Borderline]]
Die '''Borderline-Persönlichkeitsstörung''' (kurz '''BPS''') trägt gemäß ICD die Bezeichnung „emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus“. Es ist eine oft sehr schwere und tiefgreifende [[Persönlichkeitsstörung]], die durch eine mangelnde Steuerung der [[Gefühl]]e gekennzeichnet ist. Affekte, Wahrnehmungen und Handeln sind meist verändert. Dies wirkt sich vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene aus, aber auch Selbstverletzungen und [[Suizid]]tendenzen sind hier ein Problem.
 
{{Gesundheitshinweis}}


== Wortherkunft und Merkmale ==
== Wortherkunft und Merkmale ==
Der Begriff „Borderline" stammt vom Begriff „Borderland“, mit dem der [[Psychiater]] Charles H. Hughes 1884 einen [[Grauzone|Graubereich]] zum damaligen Sammelbegriff der [[Psychose]] beschrieb. Aus dem [[Englische Sprache|englischen]] übersetzt bedeutet der Begriff ''Borderline'' soviel wie Grenzlinie und soll deutlich machen, dass die Person Schwierigkeiten hat, Grenzen einzuhalten, und zu grenzüberschreitendem Verhalten neigt. Die psychiatrische Diagnostik seit Ende des 20. Jahrhunderts stützt sich im Kern auf bestimmte Erlebens- und Verhaltensmuster, die das Bild der Krankheit ausmachen. Ein tief sitzendes und schwer veränderbares Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Selbstwahrnehmung und in der Gefühlsangemessenheit und deren Regulation sind kennzeichnend. Hinzu kommt meist eine starke Impulsivität.<ref>Kreisman, Straus: ''Ich hasse dich, verlass mich nicht''. Kösel, München 2005</ref>


Der Begriff "Borderline" stammt angeblich vom Begriff "Borderland", mit dem ein Mann namens Hughes in den 1880er Jahren einen Graubereich zur Psychose beschrieb. Die psychiatrische Diagnostik heutiger Tage stützt sich im Kern auf Erlebens- und Verhaltensmuster, die das Bild der Krankheit ausmachen. Ein tief sitzendes und schwer veränderbares Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Selbstwahrnehmung und in der Gefühlsanmgemessenheit und deren Regulation sind kennzeichnend. Hinzu kommt meist eine starke Impulsivität.<ref>Kreisman, Straus: Ich hasse dich, verlass mich nicht. Kösel, München 2005</ref>
Die Borderline-Störung entspricht teilweise der [[Akzentuierte Persönlichkeit|ungesteuerten Persönlichkeit]] in [[Karl Leonhard]]s Typologie.


== Verlauf, Diagnose und Behandlung ==
== Verlauf, Diagnose und Behandlung ==
Der Beginn einer Borderline-Störung ist meist in der Jugend und im sehr frühen Erwachsenenalter zu finden. Wichtig ist eine präzise Differentialdiagnostik, weil viele der Symptome von Borderline auch bei anderen Syndromen auftreten können wie u.a. bei der Depression und Schizophrenie sowie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und weiteren Krankheitsbildern aus dem Bereich der Psychiatrie. Die Diagnostik erfolgt nichtapparativ mittels psychiatrischer Exploration (Gespräche, Fragebögen, usw.). Eine Behandlung, meist psychotherapeutisch, ist möglich, wenn auch normalerweise nicht heilend (kurativ). Meist sind die Erfolge darin zu sehen, dass der Patient stabilisiert wird und die Symptome gelindert. Medikamente kommen in schweren Fällen flankierend/unterstützend zum Einsatz.<ref>Möhlenkamp: Was ist eine Borderline-Störung? Antworten auf die wichtigsten Fragen, 3. Auflage, Göttingen 2006</ref>  
Der Beginn einer Borderline-Störung ist meist in der Jugend und im sehr frühen Erwachsenenalter zu finden. Wichtig ist eine präzise Differentialdiagnostik, weil viele der Symptome von Borderline auch bei anderen Syndromen auftreten können wie u.a. bei der Depression und Schizophrenie sowie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und weiteren Krankheitsbildern aus dem Bereich der Psychiatrie. Die Diagnostik erfolgt nichtapparativ mittels psychiatrischer Exploration (Gespräche, Fragebögen, usw.). Eine Behandlung durch [[Psychotherapie]] ist langfristig möglich, wenn auch normalerweise nicht heilend (kurativ). Meist sind die Erfolge darin zu sehen, dass der Patient stabilisiert wird und die Symptome gelindert werden. Medikamente wie [[Psychopharmaka]] kommen in einigen Fällen unterstützend zum Einsatz.<ref>Möhlenkamp: ''Was ist eine Borderline-Störung? Antworten auf die wichtigsten Fragen'', 3. Auflage, Göttingen 2006</ref>


== Gefahren ==
== Erscheinungsformen ==
Die Borderline-Störung geht mit erheblichen Gefahren einher. Einerseits leidet das soziale Miteinander erheblich unter dem (teilweisen) Verlust der Emotionkontrolle. Andererseits ist, je nach Studie, mit einer Suizidrate von 10-30% auszugehen, bei unbehandelten Fällen und dekompensierten Patienten ist diese am höchsten. Ein schwererer Verlauf, stärker beeinträchtigte psychosoziale Fähigkeiten und familiäre Instabilitäten gelten als Faktoren für eine erhöhte Suizidgefährdung, auch wenn hier noch einige Forschung nötig ist, um diese Aussagen weiter zu prüfen.<ref>Kim L. Gratz, Alexander L. Chapman: Borderline-Persönlichkeitsstörung: Ein Wegweiser für Betroffene. Original in Englisch (2013)</ref>
Die Borderline-Störung kann mit erheblichen Gefahren für die betreffende Person und die Umwelt verbunden sein. Einerseits leidet das soziale Miteinander unter dem teilweisen Verlust der Emotionkontrolle. Andererseits ist, je nach Studie, mit einer Suizidrate von 10-30% auszugehen, bei unbehandelten Fällen ist diese am höchsten. Ein schwererer Verlauf, stärker beeinträchtigte psychosoziale Fähigkeiten und familiäre Instabilitäten gelten als Faktoren für eine erhöhte Suizidgefährdung.<ref>Kim L. Gratz, Alexander L. Chapman: ''Borderline-Persönlichkeitsstörung: Ein Wegweiser für Betroffene.'' Original in Englisch (2013): ''Borderline Personality Disorder'', deutsch: Junfermann Verlag 2014</ref> Die Betroffenen werden oft nicht adäquat behandelt, da entweder vor Ort keine passenden Therapiekapazitäten zur Verfügung stehen oder keine ausreichende Krankheitseinsicht - trotz erheblichem Leidensdrucks - gegeben ist. Menschen, die am Borderline-Syndrom erkrankt sind, fühlen sich oft unverstanden und verstehen meist selbst nicht, wie ihnen emotional geschieht. Dies kann sehr quälend sein.<ref> Rentrop, Reicherzer, Bäuml: ''Psychoedukation Borderline-Störung''. Elsevier, Urban, Fischer. Ausgabe 2007</ref> Für die Mitmenschen ist ihr Verhalten oft überraschend und meist nicht erkennbar, im Arbeitsleben sind sie nicht immer auffällig.


== Ursachen ==
== Ursachen ==
Eine einzige Ursache der Borderline-Störung konnte bis heute noch nicht wissenschaftlich solide definiert werden. Man geht aktuell von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Traumata oder andere soziale Faktoren in Kombination mit einer entsprechenden Erbanlage aus, die für die Borderline-Störung anfällig macht.
Ursachen der Borderline-Störung konnten teilweise noch nicht wissenschaftlich geklärt werden. Man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Traumata oder anderen sozialen Faktoren in Kombination mit einer entsprechenden Erbanlage aus, die für die Borderline-Störung anfällig macht. Mögliche Ursachen sind Gewalterfahrungen und [[sexueller Missbrauch]].


== Externe Links ==
== Siehe auch ==
*[http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2013/block-f60-f69.htm Informationsseite ICD]
*[[Bipolare Störung]]
*[http://www.awp-freiburg.de/de/awp-freiburg/awp.html AWP Freiburg]
 
== Weblinks ==
*[https://www.awp-freiburg.de/workshops.html?s=DBT Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Psychotherapie (AWP), Freiburg]: ''Standard-DBT für Borderline-Störungen''


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />


[[Kategorie:Medizin]]
{{PPA-Silber|Link=Borderline-Persönlichkeitsstörung}}
 
[[Kategorie:Psychologische Diagnostik]]
[[Kategorie:Krankheitsbild nach ICD-10]]

Aktuelle Version vom 4. August 2026, 04:54 Uhr

Klassifikation nach ICD-10
F60.31 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ
(ICD-10-GM Version 2020)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (kurz BPS) trägt gemäß ICD die Bezeichnung „emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus“. Es ist eine oft sehr schwere und tiefgreifende Persönlichkeitsstörung, die durch eine mangelnde Steuerung der Gefühle gekennzeichnet ist. Affekte, Wahrnehmungen und Handeln sind meist verändert. Dies wirkt sich vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene aus, aber auch Selbstverletzungen und Suizidtendenzen sind hier ein Problem.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Wortherkunft und Merkmale

Der Begriff „Borderline" stammt vom Begriff „Borderland“, mit dem der Psychiater Charles H. Hughes 1884 einen Graubereich zum damaligen Sammelbegriff der Psychose beschrieb. Aus dem englischen übersetzt bedeutet der Begriff Borderline soviel wie Grenzlinie und soll deutlich machen, dass die Person Schwierigkeiten hat, Grenzen einzuhalten, und zu grenzüberschreitendem Verhalten neigt. Die psychiatrische Diagnostik seit Ende des 20. Jahrhunderts stützt sich im Kern auf bestimmte Erlebens- und Verhaltensmuster, die das Bild der Krankheit ausmachen. Ein tief sitzendes und schwer veränderbares Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Selbstwahrnehmung und in der Gefühlsangemessenheit und deren Regulation sind kennzeichnend. Hinzu kommt meist eine starke Impulsivität.[1]

Die Borderline-Störung entspricht teilweise der ungesteuerten Persönlichkeit in Karl Leonhards Typologie.

Verlauf, Diagnose und Behandlung

Der Beginn einer Borderline-Störung ist meist in der Jugend und im sehr frühen Erwachsenenalter zu finden. Wichtig ist eine präzise Differentialdiagnostik, weil viele der Symptome von Borderline auch bei anderen Syndromen auftreten können wie u.a. bei der Depression und Schizophrenie sowie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und weiteren Krankheitsbildern aus dem Bereich der Psychiatrie. Die Diagnostik erfolgt nichtapparativ mittels psychiatrischer Exploration (Gespräche, Fragebögen, usw.). Eine Behandlung durch Psychotherapie ist langfristig möglich, wenn auch normalerweise nicht heilend (kurativ). Meist sind die Erfolge darin zu sehen, dass der Patient stabilisiert wird und die Symptome gelindert werden. Medikamente wie Psychopharmaka kommen in einigen Fällen unterstützend zum Einsatz.[2]

Erscheinungsformen

Die Borderline-Störung kann mit erheblichen Gefahren für die betreffende Person und die Umwelt verbunden sein. Einerseits leidet das soziale Miteinander unter dem teilweisen Verlust der Emotionkontrolle. Andererseits ist, je nach Studie, mit einer Suizidrate von 10-30% auszugehen, bei unbehandelten Fällen ist diese am höchsten. Ein schwererer Verlauf, stärker beeinträchtigte psychosoziale Fähigkeiten und familiäre Instabilitäten gelten als Faktoren für eine erhöhte Suizidgefährdung.[3] Die Betroffenen werden oft nicht adäquat behandelt, da entweder vor Ort keine passenden Therapiekapazitäten zur Verfügung stehen oder keine ausreichende Krankheitseinsicht - trotz erheblichem Leidensdrucks - gegeben ist. Menschen, die am Borderline-Syndrom erkrankt sind, fühlen sich oft unverstanden und verstehen meist selbst nicht, wie ihnen emotional geschieht. Dies kann sehr quälend sein.[4] Für die Mitmenschen ist ihr Verhalten oft überraschend und meist nicht erkennbar, im Arbeitsleben sind sie nicht immer auffällig.

Ursachen

Ursachen der Borderline-Störung konnten teilweise noch nicht wissenschaftlich geklärt werden. Man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Traumata oder anderen sozialen Faktoren in Kombination mit einer entsprechenden Erbanlage aus, die für die Borderline-Störung anfällig macht. Mögliche Ursachen sind Gewalterfahrungen und sexueller Missbrauch.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kreisman, Straus: Ich hasse dich, verlass mich nicht. Kösel, München 2005
  2. Möhlenkamp: Was ist eine Borderline-Störung? Antworten auf die wichtigsten Fragen, 3. Auflage, Göttingen 2006
  3. Kim L. Gratz, Alexander L. Chapman: Borderline-Persönlichkeitsstörung: Ein Wegweiser für Betroffene. Original in Englisch (2013): Borderline Personality Disorder, deutsch: Junfermann Verlag 2014
  4. Rentrop, Reicherzer, Bäuml: Psychoedukation Borderline-Störung. Elsevier, Urban, Fischer. Ausgabe 2007

Vergleich zu Wikipedia