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Heinrich VI. (HRR): Unterschied zwischen den Versionen
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'''Heinrich VI.''' (* November [[1165]] in [[Nijmegen|Nimwegen]]; † 28. September [[1197]] in [[Messina]]) stammte aus dem Geschlecht der [[Staufer]], war ab 1169 [[römisch-deutscher König]] und ab 1191 [[Kaiser]] des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]. | '''Heinrich VI.''' (* November [[1165]] in [[Nijmegen|Nimwegen]]; † 28. September [[1197]] in [[Messina]]) stammte aus dem Geschlecht der [[Staufer]], war ab 1169 [[römisch-deutscher König]] und ab 1191 [[Kaiser]] des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]. Er führte die staufische Monarchie auf einen Machtgipfel, doch er überzog, indem er eine universale königliche Machtstellung mit der Lehnshoheit über alle abendländischen Reiche anstrebte. Zum Ausgleich bot er den weltlichen Fürsten die Erblichkeit ihrer Lehen - auch in weiblicher Linie - an und verzichtete auf das königliche Spolienrecht am Nachlass der Reichskirchen. Der Kaiser wollte Deutschland zum staufischen Erbreich machen und zugleich Sizilien dauerhaft mit dem Kaiserreich verbinden. Dieser Plan scheiterte natürlich aus sehr unterschiedlichen Gründen am Widerspruch der Fürsten und des Papstes. Als Heinrich VI. im Jahr 1197 auf seinem Dritten Italienzug mit 32 Jahren dem [[Sumpffieber]] erlag, brach sein Herrschaftskonzept zusammen und die zentrifugalen Kräfte im Reich gewannen endgültig die Oberhand. In Deutschland zeigte sich dies 1198 in der Wahl von zwei Königen. Die alte volksrechtliche Wahl eines Königs nach Geblütsrecht wurde jetzt endgültig von der freien Fürstenwahl verdrängt und mit ihr begann die Auflösung der Kaisermacht nach innen und nach außen. Als Parallelkönige traten an: Philipp von Schwaben, der politisch begabte, ritterliche, tatkräftige, diplomatische, 20 Jahre alte Sohn von Kaiser Barbarossa, und Otto IV. von Braunschweig, der 23jährige Sohn Heinrichs des Löwen, am Hofe seines Onkels Richard I. von England (Löwenherz) aufgewachsen, finanzstark durch königlich-englische Geldquellen, Besitzer der französischen Grafschaft Poitou und Herzog von Aquitanien, ein normannicher Ritter, tapfer, tollkühn und einer der großen Förderer der höfischen deutschen Kultur. | ||
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Aktuelle Version vom 14. Dezember 2025, 15:59 Uhr
Heinrich VI. (* November 1165 in Nimwegen; † 28. September 1197 in Messina) stammte aus dem Geschlecht der Staufer, war ab 1169 römisch-deutscher König und ab 1191 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er führte die staufische Monarchie auf einen Machtgipfel, doch er überzog, indem er eine universale königliche Machtstellung mit der Lehnshoheit über alle abendländischen Reiche anstrebte. Zum Ausgleich bot er den weltlichen Fürsten die Erblichkeit ihrer Lehen - auch in weiblicher Linie - an und verzichtete auf das königliche Spolienrecht am Nachlass der Reichskirchen. Der Kaiser wollte Deutschland zum staufischen Erbreich machen und zugleich Sizilien dauerhaft mit dem Kaiserreich verbinden. Dieser Plan scheiterte natürlich aus sehr unterschiedlichen Gründen am Widerspruch der Fürsten und des Papstes. Als Heinrich VI. im Jahr 1197 auf seinem Dritten Italienzug mit 32 Jahren dem Sumpffieber erlag, brach sein Herrschaftskonzept zusammen und die zentrifugalen Kräfte im Reich gewannen endgültig die Oberhand. In Deutschland zeigte sich dies 1198 in der Wahl von zwei Königen. Die alte volksrechtliche Wahl eines Königs nach Geblütsrecht wurde jetzt endgültig von der freien Fürstenwahl verdrängt und mit ihr begann die Auflösung der Kaisermacht nach innen und nach außen. Als Parallelkönige traten an: Philipp von Schwaben, der politisch begabte, ritterliche, tatkräftige, diplomatische, 20 Jahre alte Sohn von Kaiser Barbarossa, und Otto IV. von Braunschweig, der 23jährige Sohn Heinrichs des Löwen, am Hofe seines Onkels Richard I. von England (Löwenherz) aufgewachsen, finanzstark durch königlich-englische Geldquellen, Besitzer der französischen Grafschaft Poitou und Herzog von Aquitanien, ein normannicher Ritter, tapfer, tollkühn und einer der großen Förderer der höfischen deutschen Kultur.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Friedrich I. Barbarossa | Römisch-deutscher König ab 1191 Kaiser 1169–1197 |
Philipp von Schwaben Otto IV. von Braunschweig |
| Wilhelm III. | König von Sizilien 1194–1197 |
Friedrich II. |
Literatur
- Joseph Rovan: Geschichte der Deutschen / Von den Ursprüngen bis heute, Carl Hanser Verlag, 1995, Seite 123 bis 146
Andere Lexika
| Dieser Artikel wurde am 14. September 2011 in der deutschen Wikipedia als lesenswerter Artikel eingestuft. |