PlusPedia wird derzeit technisch modernisiert. Aktuell laufen Wartungsarbeiten. Für etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung; es sind aber alle Artikel zugänglich und Sie können PlusPedia genauso nutzen wie immer.
Neue User bitte dringend diese Hinweise lesen:
Anmeldung - E-Mail-Adresse Neue Benutzer benötigen ab sofort eine gültige Email-Adresse. Wenn keine Email ankommt, meldet Euch bitte unter NewU25@PlusPedia.de.
Hinweis zur Passwortsicherheit:
Bitte nutzen Sie Ihr PlusPedia-Passwort nur bei PlusPedia.
Wenn Sie Ihr PlusPedia-Passwort andernorts nutzen, ändern Sie es bitte DORT bis unsere Modernisierung abgeschlossen ist.
Überall wo es sensibel, sollte man generell immer unterschiedliche Passworte verwenden! Das gilt hier und im gesamten Internet.
Aus Gründen der Sicherheit (PlusPedia hatte bis 24.07.2025 kein SSL | https://)
Bei PlusPedia sind Sie sicher: – Wir verarbeiten keine personenbezogenen Daten, erlauben umfassend anonyme Mitarbeit und erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich. Es haftet der Vorsitzende des Trägervereins.
PlusPedia blüht wieder auf als freundliches deutsches Lexikon.
Wir haben auf die neue Version 1.43.3 aktualisiert.
Wir haben SSL aktiviert.
Hier geht es zu den aktuellen Aktuelle Ereignissen
Kapitalismus: Unterschied zwischen den Versionen
Whorf (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Whorf (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Kapitalismus''' ist eine [[Ideologie]] und Grundposition in der [[Wirtschaftspolitik]] und [[Gesellschaftsordnung]]. Zugleich ist es eine Epoche in der [[Geschichte]], die aus [[Marxismus|marxistischer]] Sicht auf den [[Feudalsystem|Feudalismus]] folgt. | '''Kapitalismus''' ist eine [[Ideologie]] und Grundposition in der [[Wirtschaftspolitik]] und [[Gesellschaftsordnung]]. Zugleich ist es eine Epoche in der [[Geschichte]], die aus [[Marxismus|marxistischer]] Sicht auf den [[Feudalsystem|Feudalismus]] folgt. | ||
Der Begriff Kapitalismus leitet sich ab von Kapital ([[Latein|lat.]] ''capitalis'' = „den Kopf“ oder „das Leben betreffend“). Ab dem 16. Jahrhundert<ref>{{Literatur |Autor=Wolfgang Schweicker |Titel=Zwifach Buchhalten |Verlag=Petreius |Ort=Nürnberg |Datum=1549}}</ref> findet sich das italienische Lehnwort ''capitale'' im Sinne der ''Kopf''zahl eines Viehbestandes als Gegensatz zu den frisch geworfenen Tieren als „Zinsen“.<ref>{{Literatur |Autor=Gerhard Köbler |Titel=Deutsches Etymologisches Wörterbuch |Datum=1995 |Online=[http://www.koeblergerhard.de/der/DERK.pdf www.koeblergerhard.de] |Format=PDF |KBytes=191}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Friedrich Kluge, Elmar Seebold |Titel=[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]] |Auflage=22. |Verlag=Walter de Gruyter |Datum=2002 |ISBN=3-11-017472-3 |Online=[http://books.google.de/books?id=cWdyl9Xx-5cC&printsec=frontcover#PPA468,M1 books.google.de]}}</ref> Nach anderen Quellen gab es schon im Lateinischen den Begriff „Summa capitalis“ (Hauptsumme) in Wirtschaftsrechnungen, woraus das Wort „Kapital“ entstanden sei. Davon ausgehend wurden Worte wie „Kapital“ und „kapitalistisch“ bereits im 18. und 19. Jahrhundert gebraucht, jedoch mit unklarer Bedeutung.<ref name="HdWW" /> Das Wort ''capitaliste'' ist erstmals 1753 in Frankreich belegt und meint hier eine ''Person, die Güter besitzt''.<ref>{{Literatur |Hrsg=[[Alain Rey (Sprachwissenschaftler)|Alain Rey]] |Titel=[[Dictionnaire historique de la langue française]] |Verlag=Dictionnaire Le Robert |Ort=Paris |Datum=1992 |ISBN=978-2-84902-236-8}}</ref> Dieser Begriff findet sich auch in der spanischen Sprache. [[Friedrich Julius Heinrich von Soden|Julius von Soden]] verwendet in ''National-Oekonomie (1805)'' „kapitalistisch“, um einen „Überschuss an Genußstoff, ein[en] Vorrat“ zu bezeichnen.<ref name="HdWW">{{Literatur |Autor=Ingomar Bog |Titel=Kapitalismus |Sammelwerk=Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften |Band=Band IV |Verlag=Gustav Fischer u. a. |Ort=Stuttgart/New York u. a. |Datum=1978 |Seiten=419–432}}</ref> [[Theodor Mommsen]] verwendet „Kapital“ in seiner ''Römischen Geschichte (1854–1856)''.<ref name="HdWW" /> [[Max Weber]] erklärt den Kapitalismus als Ergebnis einer kulturellen Entwicklung in der westlichen Welt, wobei das in allen Gesellschaftsebenen umgreifende Rationalitätsstreben in den Mittelpunkt rückt.<ref>In: Hans-Peter Müller, ''Max Weber''. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007.</ref> Die Wortendung ''ismus'' wird ähnlich wie in den Begriffen [[Liberalismus]] und [[Sozialismus]] für eine bestimmte Grundposition verwendet. Als Selbstbezeichnung wird der Begriff von den Vertretern der wirtschaftspolitischen Lehre weniger benutzt, stattdessen wird der Begriff [[Marktwirtschaft]] verwendet, der jedoch von den wirtschaftlichen Zielen ablenkt. | Der Begriff Kapitalismus leitet sich ab von Kapital ([[Latein|lat.]] ''capitalis'' = „den Kopf“ oder „das Leben betreffend“). Ab dem 16. Jahrhundert<ref>{{Literatur |Autor=Wolfgang Schweicker |Titel=Zwifach Buchhalten |Verlag=Petreius |Ort=Nürnberg |Datum=1549}}</ref> findet sich das italienische Lehnwort ''capitale'' im Sinne der ''Kopf''zahl eines Viehbestandes als Gegensatz zu den frisch geworfenen Tieren als „Zinsen“.<ref>{{Literatur |Autor=Gerhard Köbler |Titel=Deutsches Etymologisches Wörterbuch |Datum=1995 |Online=[http://www.koeblergerhard.de/der/DERK.pdf www.koeblergerhard.de] |Format=PDF |KBytes=191}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Friedrich Kluge, Elmar Seebold |Titel=[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]] |Auflage=22. |Verlag=Walter de Gruyter |Datum=2002 |ISBN=3-11-017472-3 |Online=[http://books.google.de/books?id=cWdyl9Xx-5cC&printsec=frontcover#PPA468,M1 books.google.de]}}</ref> Nach anderen Quellen gab es schon im Lateinischen den Begriff „Summa capitalis“ (Hauptsumme) in Wirtschaftsrechnungen, woraus das Wort „Kapital“ entstanden sei. Davon ausgehend wurden Worte wie „Kapital“ und „kapitalistisch“ bereits im 18. und vor allem 19. Jahrhundert gebraucht, jedoch mit unklarer Bedeutung.<ref name="HdWW" /> Das Wort ''capitaliste'' ist erstmals 1753 in Frankreich belegt und meint hier eine ''Person, die Güter besitzt''.<ref>{{Literatur |Hrsg=[[Alain Rey (Sprachwissenschaftler)|Alain Rey]] |Titel=[[Dictionnaire historique de la langue française]] |Verlag=Dictionnaire Le Robert |Ort=Paris |Datum=1992 |ISBN=978-2-84902-236-8}}</ref> Dieser Begriff findet sich auch in der spanischen Sprache. [[Friedrich Julius Heinrich von Soden|Julius von Soden]] verwendet in ''National-Oekonomie (1805)'' „kapitalistisch“, um einen „Überschuss an Genußstoff, ein[en] Vorrat“ zu bezeichnen.<ref name="HdWW">{{Literatur |Autor=Ingomar Bog |Titel=Kapitalismus |Sammelwerk=Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften |Band=Band IV |Verlag=Gustav Fischer u. a. |Ort=Stuttgart/New York u. a. |Datum=1978 |Seiten=419–432}}</ref> [[Theodor Mommsen]] verwendet „Kapital“ in seiner ''Römischen Geschichte (1854–1856)''.<ref name="HdWW" /> [[Max Weber]] erklärt den Kapitalismus als Ergebnis einer kulturellen Entwicklung in der westlichen Welt, wobei das in allen Gesellschaftsebenen umgreifende Rationalitätsstreben in den Mittelpunkt rückt.<ref>In: Hans-Peter Müller, ''Max Weber''. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007.</ref> Die Wortendung ''ismus'' wird ähnlich wie in den Begriffen [[Liberalismus]] und [[Sozialismus]] für eine bestimmte Grundposition verwendet. Als Selbstbezeichnung wird der Begriff von den Vertretern der wirtschaftspolitischen Lehre weniger benutzt, stattdessen wird der Begriff [[Marktwirtschaft]] verwendet, der jedoch von den wirtschaftlichen Zielen ablenkt. | ||
=== Einzelnachweise === | === Einzelnachweise === | ||
Version vom 13. September 2017, 16:05 Uhr
Kapitalismus ist eine Ideologie und Grundposition in der Wirtschaftspolitik und Gesellschaftsordnung. Zugleich ist es eine Epoche in der Geschichte, die aus marxistischer Sicht auf den Feudalismus folgt.
Der Begriff Kapitalismus leitet sich ab von Kapital (lat. capitalis = „den Kopf“ oder „das Leben betreffend“). Ab dem 16. Jahrhundert[1] findet sich das italienische Lehnwort capitale im Sinne der Kopfzahl eines Viehbestandes als Gegensatz zu den frisch geworfenen Tieren als „Zinsen“.[2][3] Nach anderen Quellen gab es schon im Lateinischen den Begriff „Summa capitalis“ (Hauptsumme) in Wirtschaftsrechnungen, woraus das Wort „Kapital“ entstanden sei. Davon ausgehend wurden Worte wie „Kapital“ und „kapitalistisch“ bereits im 18. und vor allem 19. Jahrhundert gebraucht, jedoch mit unklarer Bedeutung.[4] Das Wort capitaliste ist erstmals 1753 in Frankreich belegt und meint hier eine Person, die Güter besitzt.[5] Dieser Begriff findet sich auch in der spanischen Sprache. Julius von Soden verwendet in National-Oekonomie (1805) „kapitalistisch“, um einen „Überschuss an Genußstoff, ein[en] Vorrat“ zu bezeichnen.[4] Theodor Mommsen verwendet „Kapital“ in seiner Römischen Geschichte (1854–1856).[4] Max Weber erklärt den Kapitalismus als Ergebnis einer kulturellen Entwicklung in der westlichen Welt, wobei das in allen Gesellschaftsebenen umgreifende Rationalitätsstreben in den Mittelpunkt rückt.[6] Die Wortendung ismus wird ähnlich wie in den Begriffen Liberalismus und Sozialismus für eine bestimmte Grundposition verwendet. Als Selbstbezeichnung wird der Begriff von den Vertretern der wirtschaftspolitischen Lehre weniger benutzt, stattdessen wird der Begriff Marktwirtschaft verwendet, der jedoch von den wirtschaftlichen Zielen ablenkt.
Einzelnachweise
- ↑ Wolfgang Schweicker: Zwifach Buchhalten. Petreius, Nürnberg 1549.
- ↑ Gerhard Köbler: Deutsches Etymologisches Wörterbuch. 1995 (www.koeblergerhard.de).
- ↑ Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Auflage. Walter de Gruyter, 2002, ISBN 3-11-017472-3 (books.google.de).
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Ingomar Bog: Kapitalismus. In: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften. Band IV, Gustav Fischer u. a., Stuttgart/New York u. a. 1978, S. 419–432.
- ↑ Dictionnaire historique de la langue française. Dictionnaire Le Robert, Paris 1992, ISBN 978-2-84902-236-8.
- ↑ In: Hans-Peter Müller, Max Weber. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007.
Vergleich zu Wikipedia