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etwas zur Kanzlerschaft
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Schließung der Balkanroute: das gehört zu seiner Tätigkeit als Außenminister
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Als österreichischer Außenminister übernahm Kurz im Jänner 2017 für ein Jahr den Vorsitz der [[Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa]] (OSZE).<ref>{{Internetquelle |url=http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4613005/Osterreich-ubernimmt-2017-Vorsitz-der-OSZE- |titel=Österreich übernimmt 2017 Vorsitz der OSZE |datum=2014-12-05 |werk=Die Presse |zugriff=2016-09-27}}</ref> Der österreichische Vorsitz stand unter anderem aufgrund des anhaltenden [[Krieg in der Ukraine seit 2014|Ukraine-Konflikts]] und des daraus resultierten Ost-West-Konflikts unter schwierigen Bedingungen. Es mussten wichtige Personalentscheidungen getroffen werden, die auch unter dem letzten Vorsitz von Deutschland im Jahr 2016 wegen Uneinigkeiten der Teilnehmerstaaten nicht getroffen werden konnten.<ref>{{Internetquelle|url=http://www.deutschlandfunk.de/osze-und-pressefreiheit-kritische-nachfragen-unerwuenscht.761.de.html?dram:article_id=373641|werk=Deutschlandfunk|titel=Kritische Nachfragen unerwünscht|datum=2016-12-10|autor=Christopher Ophoven|zugriff=2017-07-14}}</ref><ref>{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2371718/2371717/|titel=Übernahme zu heiklem Zeitpunkt|werk=ORF|datum=2017-01-01|zugriff=2017-07-14}}</ref> In den ersten Tagen in dieser Funktion besuchte er das umkämpfte Gebiet der Ost-Ukraine. Im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen Russland schlug er ein „System des Zug-um-Zug-Geschäfts“ vor. Eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen im Gegenzug für Fortschritte im Ukraine-Konflikt könnte nämlich eine „positive Dynamik“ auslösen.<ref>{{Internetquelle |url=https://kurier.at/politik/ausland/osze-vorsitzender-sebastian-kurz-brauchen-mehr-aufmerksamkeit-fuer-ukraine-konflikt/239.074.129 |titel=OSZE-Vorsitzender Sebastian Kurz: „Brauchen mehr Aufmerksamkeit für Ukraine-Konflikt“ |datum=2017-01-03 |zugriff=2017-02-03}}</ref> Während es von der OSZE als Erfolg gewertet wurde, dass die OSZE-Beobachtungsmission in der Ostukraine verlängert werden konnte, gab es auch Kritik an der Themensetzung seiner Amtsführung, die Christian Nünlist zufolge als teils zu sehr an seinen persönlichen innenpolitischen Interessen in Österreich orientiert bewertet wurde.<ref>{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2391508/|titel=Kritik an OSZE-Führung durch Kurz|autor=|hrsg=|werk=[[Österreichischer Rundfunk|ORF]]|datum=2017-05-15|sprache=|zugriff=2017-05-23}}</ref> Als Vorsitzender der OSZE lud Kurz am 11. Juli 2017 zu einem OSZE-Gipfel in [[Mauerbach]]. Dort gelang es, die seit Juni bestehende Blockade bei der Besetzung wichtiger Funktionen überraschend zu beenden. Der Durchbruch wurde als "sehr bedeutender Erfolg" des österreichischen OSZE-Vorsitzes gewertet.<ref>{{Internetquelle|url=http://derstandard.at/2000061088908/Diplomatisches-Spitzentreffen-in-Mauerbach|titel=OSZE-Treffen in Mauerbach: Österreich vermittelt Einigung auf neuen Generalsekretär|autor=|hrsg=|werk=|datum=2017-07-11|sprache=|zugriff=2017-07-11}}</ref>
Als österreichischer Außenminister übernahm Kurz im Jänner 2017 für ein Jahr den Vorsitz der [[Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa]] (OSZE).<ref>{{Internetquelle |url=http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4613005/Osterreich-ubernimmt-2017-Vorsitz-der-OSZE- |titel=Österreich übernimmt 2017 Vorsitz der OSZE |datum=2014-12-05 |werk=Die Presse |zugriff=2016-09-27}}</ref> Der österreichische Vorsitz stand unter anderem aufgrund des anhaltenden [[Krieg in der Ukraine seit 2014|Ukraine-Konflikts]] und des daraus resultierten Ost-West-Konflikts unter schwierigen Bedingungen. Es mussten wichtige Personalentscheidungen getroffen werden, die auch unter dem letzten Vorsitz von Deutschland im Jahr 2016 wegen Uneinigkeiten der Teilnehmerstaaten nicht getroffen werden konnten.<ref>{{Internetquelle|url=http://www.deutschlandfunk.de/osze-und-pressefreiheit-kritische-nachfragen-unerwuenscht.761.de.html?dram:article_id=373641|werk=Deutschlandfunk|titel=Kritische Nachfragen unerwünscht|datum=2016-12-10|autor=Christopher Ophoven|zugriff=2017-07-14}}</ref><ref>{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2371718/2371717/|titel=Übernahme zu heiklem Zeitpunkt|werk=ORF|datum=2017-01-01|zugriff=2017-07-14}}</ref> In den ersten Tagen in dieser Funktion besuchte er das umkämpfte Gebiet der Ost-Ukraine. Im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen Russland schlug er ein „System des Zug-um-Zug-Geschäfts“ vor. Eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen im Gegenzug für Fortschritte im Ukraine-Konflikt könnte nämlich eine „positive Dynamik“ auslösen.<ref>{{Internetquelle |url=https://kurier.at/politik/ausland/osze-vorsitzender-sebastian-kurz-brauchen-mehr-aufmerksamkeit-fuer-ukraine-konflikt/239.074.129 |titel=OSZE-Vorsitzender Sebastian Kurz: „Brauchen mehr Aufmerksamkeit für Ukraine-Konflikt“ |datum=2017-01-03 |zugriff=2017-02-03}}</ref> Während es von der OSZE als Erfolg gewertet wurde, dass die OSZE-Beobachtungsmission in der Ostukraine verlängert werden konnte, gab es auch Kritik an der Themensetzung seiner Amtsführung, die Christian Nünlist zufolge als teils zu sehr an seinen persönlichen innenpolitischen Interessen in Österreich orientiert bewertet wurde.<ref>{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2391508/|titel=Kritik an OSZE-Führung durch Kurz|autor=|hrsg=|werk=[[Österreichischer Rundfunk|ORF]]|datum=2017-05-15|sprache=|zugriff=2017-05-23}}</ref> Als Vorsitzender der OSZE lud Kurz am 11. Juli 2017 zu einem OSZE-Gipfel in [[Mauerbach]]. Dort gelang es, die seit Juni bestehende Blockade bei der Besetzung wichtiger Funktionen überraschend zu beenden. Der Durchbruch wurde als "sehr bedeutender Erfolg" des österreichischen OSZE-Vorsitzes gewertet.<ref>{{Internetquelle|url=http://derstandard.at/2000061088908/Diplomatisches-Spitzentreffen-in-Mauerbach|titel=OSZE-Treffen in Mauerbach: Österreich vermittelt Einigung auf neuen Generalsekretär|autor=|hrsg=|werk=|datum=2017-07-11|sprache=|zugriff=2017-07-11}}</ref>


=== Schließung der Balkanroute ===
Die von Sebastian Kurz selbst in den Medien verbreitete Darstellung nach der [[Flüchtlingskrise in Europa ab 2015]] widerspricht den Fakten und wurde auch kritisiert.<ref>https://kurier.at/politik/inland/wahl/faktencheck-wer-hat-die-balkanroute-geschlossen/274.540.009</ref><ref>https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-06/sebastian-kurz-migration-mittelmeer-vertragsverletzungsverfahren-fluechtlinge</ref> Kurz ließ seine Entscheidung zur Schließung der [[Balkanroute]] wie folgt beschreiben: „Im Februar 2016 wurde die Balkanroute, auf Initiative von Sebastian Kurz, geschlossen. Anfangs wurde er heftig dafür kritisiert, jetzt zeigt sich, dass der Zustrom dadurch massiv reduziert werden konnte.“<ref>https://www.sebastian-kurz.at/magazin/rueckblick-zur-schliessung-der-balkanroute</ref> Diese Version stellt er auch auf [[Youtube]] vor.<ref>https://www.youtube.com/watch?v=8OdfnfFxIc0</ref> Dem Diagramm in der Wochenzeitung [[Die Zeit]] ist jedoch zu entnehmen, dass die Schließung der Balkanroute zu einem Zeitpunkt erfolgte, bei dem die Zuwanderung auf dem Niveau von 2014 war.<ref>http://interactive.zeit.de/2016/fluechtlingszahlen/easy_diagramm660px.png </ref> Der Rückgang hat also möglicherweise nichts mit der Schließung zu tun.
Die von Sebastian Kurz selbst in den Medien verbreitete Darstellung nach der [[Flüchtlingskrise in Europa ab 2015]] widerspricht aus heutiger Sicht den Fakten und wurde auch kritisiert.<ref>https://kurier.at/politik/inland/wahl/faktencheck-wer-hat-die-balkanroute-geschlossen/274.540.009</ref><ref>https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-06/sebastian-kurz-migration-mittelmeer-vertragsverletzungsverfahren-fluechtlinge</ref> Kurz ließ seine Entscheidung zur Schließung der [[Balkanroute]] wie folgt beschreiben: „Im Februar 2016 wurde die Balkanroute, auf Initiative von Sebastian Kurz, geschlossen. Anfangs wurde er heftig dafür kritisiert, jetzt zeigt sich, dass der Zustrom dadurch massiv reduziert werden konnte.“<ref>https://www.sebastian-kurz.at/magazin/rueckblick-zur-schliessung-der-balkanroute</ref> Diese Version stellt er auch auf [[Youtube]] vor.<ref>https://www.youtube.com/watch?v=8OdfnfFxIc0</ref>Dem Diagramm in der Wochenzeitung [[Die Zeit]] ist jedoch zu entnehmen, dass die Schließung der Balkanroute zu einem Zeitpunkt erfolgte, bei dem die Zuwanderung auf dem Niveau von 2014 war.<ref>http://interactive.zeit.de/2016/fluechtlingszahlen/easy_diagramm660px.png </ref> Der Rückgang hat also möglicherweise nichts mit der Schließung zu tun.


=== Karriere in der Österreichischen Volkspartei ===
=== Karriere in der Österreichischen Volkspartei ===

Version vom 4. Oktober 2025, 19:03 Uhr

Sebastian Kurz (* 27. August 1986 in Wien) ist ein ehemaliger Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und war bis 2021 Bundeskanzler der Republik Österreich. Er war zuvor bereits seit Dezember 2017 Bundeskanzler in einer Koalition mit der FPÖ; ihm wurde aber im Gefolge der Ibiza-Affäre im März 2019 durch ein Misstrauensvotum des Nationalrates das Vertrauen versagt, worauf er durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen seines Amtes enthoben wurde.[1] Bei der Nationalratswahl am 29. September 2019 legte seine Partei - auf Kosten vor allem der FPÖ - an Stimmenzahl deutlich zu, so dass er sein Amt am 7. Januar 2020 - diesmal in einer Koalition mit den Grünen - wieder antreten konnte. Die Koalitionsverhandlungen dazu gehörten mit 100 Tagem zu den längsten für eine Bundesregierung der Zweiten Republik. Aufgrund von allenfalls mit Steuermitteln gekauften, für ihn positiven Meinungsumfrage-Ergebnissen und des nach dieser Aufdeckung entstandenen politischen Drucks trat Kurz dann am 9. Oktober 2021 vom Kanzleramt und in der Folge von allen Parteiämtern zurück. Seit 2022 arbeitet er bei Thiel Capital in den USA.