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Weihnukka: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Jüdische Weihnachtsfest''' beruht auf einer Vermischung des jüdischen [[Chanukka]]-Festes mit dem christlichen Weihnachtsfest durch assimilierte und häufig weitgehend säkular lebende Juden im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zahlreiche jüdische Familien begingen damals - obwohl beide Feste vom jeweiligen religiösen Gehalt und historisch gesehen nichts gemeinsam haben - das Weihnachtsfest als völlig säkulares Winterfest inklusive Weihnachtsbaum, Gänsebraten, Bescherung und deutscher Weihnachtslieder. Diese Art des Feierns wurde auch ironisch "''Weihnukka''" genannt. Selbst der Begründer des [[Zionismus]], [[Theodor Herzl]], feierte diese Art von "''Weihnukka''". <ref>[http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/66-70/67-Davidowicz.htm Klaus Davidowicz: ''Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten'' auf der Seite der ''Jüdischen Kulturzeitschrift David'']</ref> [[Schalom Ben-Chorin]] schrieb über [[Walter Benjamin]]s Familie: | Ein jüdisches Weihnachtsfest an sich gibt es nicht. Das '''"Jüdische Weihnachtsfest"''' beruht auf einer Vermischung des jüdischen [[Chanukka]]-Festes mit dem christlichen Weihnachtsfest durch assimilierte und häufig weitgehend säkular lebende Juden im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zahlreiche jüdische Familien begingen damals - obwohl beide Feste vom jeweiligen religiösen Gehalt und historisch gesehen nichts gemeinsam haben - das Weihnachtsfest als völlig säkulares Winterfest inklusive Weihnachtsbaum, Gänsebraten, Bescherung und deutscher Weihnachtslieder. Diese Art des Feierns wurde auch ironisch "''Weihnukka''" genannt. Selbst der Begründer des [[Zionismus]], [[Theodor Herzl]], feierte diese Art von "''Weihnukka''". <ref>[http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/66-70/67-Davidowicz.htm Klaus Davidowicz: ''Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten'' auf der Seite der ''Jüdischen Kulturzeitschrift David'']</ref> [[Schalom Ben-Chorin]] schrieb über [[Walter Benjamin]]s Familie: | ||
:"''Dort stand ein großer Weihnachtsbaum, wie das in vielen liberalen jüdischen Familien üblich war. Ich kannte das aus meiner Kindheit und beschwerte mich bei Benjamin über das, was ich als offenkundige Geschmacklosigkeit des Milieus, aus dem wir stammten, empfand. Ich hörte von ihm dieselbe Erklärung, mit der auch mein Vater, als ich ihn darob attackierte, mich abgespeist hatte. Benjamin erzählte, dass schon seine Großeltern Weihnachten als ‚deutsches Volksfest’ gefeiert hätten.''" <ref>[http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/66-70/67-Davidowicz.htm Klaus Davidowicz: ''Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten'' auf der Seite der ''Jüdischen Kulturzeitschrift David'']</ref> | :"''Dort stand ein großer Weihnachtsbaum, wie das in vielen liberalen jüdischen Familien üblich war. Ich kannte das aus meiner Kindheit und beschwerte mich bei Benjamin über das, was ich als offenkundige Geschmacklosigkeit des Milieus, aus dem wir stammten, empfand. Ich hörte von ihm dieselbe Erklärung, mit der auch mein Vater, als ich ihn darob attackierte, mich abgespeist hatte. Benjamin erzählte, dass schon seine Großeltern Weihnachten als ‚deutsches Volksfest’ gefeiert hätten.''" <ref>[http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/66-70/67-Davidowicz.htm Klaus Davidowicz: ''Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten'' auf der Seite der ''Jüdischen Kulturzeitschrift David'']</ref> | ||
Version vom 7. Dezember 2010, 13:58 Uhr
Ein jüdisches Weihnachtsfest an sich gibt es nicht. Das "Jüdische Weihnachtsfest" beruht auf einer Vermischung des jüdischen Chanukka-Festes mit dem christlichen Weihnachtsfest durch assimilierte und häufig weitgehend säkular lebende Juden im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zahlreiche jüdische Familien begingen damals - obwohl beide Feste vom jeweiligen religiösen Gehalt und historisch gesehen nichts gemeinsam haben - das Weihnachtsfest als völlig säkulares Winterfest inklusive Weihnachtsbaum, Gänsebraten, Bescherung und deutscher Weihnachtslieder. Diese Art des Feierns wurde auch ironisch "Weihnukka" genannt. Selbst der Begründer des Zionismus, Theodor Herzl, feierte diese Art von "Weihnukka". [1] Schalom Ben-Chorin schrieb über Walter Benjamins Familie:
- "Dort stand ein großer Weihnachtsbaum, wie das in vielen liberalen jüdischen Familien üblich war. Ich kannte das aus meiner Kindheit und beschwerte mich bei Benjamin über das, was ich als offenkundige Geschmacklosigkeit des Milieus, aus dem wir stammten, empfand. Ich hörte von ihm dieselbe Erklärung, mit der auch mein Vater, als ich ihn darob attackierte, mich abgespeist hatte. Benjamin erzählte, dass schon seine Großeltern Weihnachten als ‚deutsches Volksfest’ gefeiert hätten." [2]
In Osteuropa wurde von ultraorthodoxen Juden seit dem 17. Jahrhundert außerdem auch eine Art von Anti-Weihnachten namens "Nital" bzw. "Nittel" gefeiert, dass allerdings ganz anders als "Weihnukka" deutlich antichristliche Untertöne aufwies. [3]
Siehe auch...
Einzelnachweise
- ↑ Klaus Davidowicz: Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten auf der Seite der Jüdischen Kulturzeitschrift David
- ↑ Klaus Davidowicz: Eine kulturhistorische Reminiszenz - Chanukka und Weihnachten auf der Seite der Jüdischen Kulturzeitschrift David
- ↑ Ulrich Sahm: Ultraorthodoxe Juden begehen Anti-Weihnachten
Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Jüdisches Weihnachten) vermutlich nicht.