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:* Im Bereich der ersten Gattung muss man konstatieren, dass sich hier musikimanent kaum Unterschiede zur Musik der jeweils vorherrschenden Musik der Mehrheitsgesellschaft finden lassen. Man müsste schon sehr voreingenommen mit der Lupe die Musik von jüdischen Komponisten wie bsp. [[Felix Mendelssohn-Bartholdy]], [[Giaccomo Meyerbeer]], [[Gustav Mahler]] oder [[Arnold Schönberg]] untersuchen, um hier wesentliche Unterschiede zur Musik ihrer jeweilgen, nichtjüdischen Zeitgenossen festzustellen, oder gar spezifisch jüdische Musikelemente zu fixieren.
:* Im Bereich der ersten Gattung muss man konstatieren, dass sich hier musikimanent kaum Unterschiede zur Musik der jeweils vorherrschenden Musik der Mehrheitsgesellschaft finden lassen. Man müsste schon sehr voreingenommen mit der Lupe die Musik von jüdischen Komponisten wie bsp. [[Felix Mendelssohn-Bartholdy]], [[Giaccomo Meyerbeer]], [[Gustav Mahler]] oder [[Arnold Schönberg]] untersuchen, um hier wesentliche Unterschiede zur Musik ihrer jeweilgen, nichtjüdischen Zeitgenossen festzustellen, oder gar spezifisch jüdische Musikelemente zu fixieren.
:* Im Bereich der [[Volksmusik]] hat das Judentum wie jede andere Nation typische musikalische Merkmale des Ausdrucks entwickelt. Diese sind allerdings aufgrund des über ganz Europa und darüber hinaus verstreuten Siedlungsgebiets der Juden sehr unterschiedlich, und auch von den jeweiligen musikalischen Traditionen der jeweiligen "Gastländer" abhängig. Die heutzutage von [[Potilical correctness|politisch korekten]], schuldbewussten Deutsche und [[Philosemitismus|Philosemiten]] primär mit ''Jüdischer Musik'' zuerst assoziierte und bevorzugte Musik ist die [[Klezmer]]-Musik, die besonders publikumsträchtig z.B. von dem Weltklasse-[[Klarinette|Klarinettisten]] [[Giora Feidman]] präsentiert wird. Darüber wird leider oft gerne vergessen, dass ''Jüdische Musik'' viel mehr beinhaltet als nur die osteuopäische Musik des aschkenischen Judentums.
:* Im Bereich der [[Volksmusik]] hat das Judentum wie jede andere Nation typische musikalische Merkmale des Ausdrucks entwickelt. Diese sind allerdings aufgrund des über ganz Europa und darüber hinaus verstreuten Siedlungsgebiets der Juden sehr unterschiedlich, und auch von den jeweiligen musikalischen Traditionen der jeweiligen "Gastländer" abhängig. Die heutzutage von [[Potilical correctness|politisch korekten]], schuldbewussten Deutschen und [[Philosemitismus|Philosemiten]] primär mit ''Jüdischer Musik'' zuerst assoziierte und bevorzugte Musik ist die [[Klezmer]]-Musik, die besonders publikumsträchtig z.B. von dem Weltklasse-[[Klarinette|Klarinettisten]] [[Giora Feidman]] präsentiert wird. Darüber wird leider oft gerne vergessen, dass ''Jüdische Musik'' viel mehr beinhaltet als nur die osteuopäische Musik des aschkenischen Judentums.
* Die genaue Bestimmung von musikalischen und/oder außermusikalischen Kriterien "Jüdischer Musik" ist wie bei allen Kategorisierungsversuchen von Musik nach Ethnien/Nationen sehr schwierig, umstritten und teilweise kaum möglich.
* Die genaue Bestimmung von musikalischen und/oder außermusikalischen Kriterien "Jüdischer Musik" ist wie bei allen Kategorisierungsversuchen von Musik nach Ethnien/Nationen sehr schwierig, umstritten und teilweise kaum möglich.
Der Begriff Judentum bezeichnet die Gesamtheit der religiösen und kulturellen Traditionen jüdischer Menschen sowie diese selbst als Volk bzw. Nation[1]. Die genaue Definition des Begriffs Judentum und der Merkmale des Judentums ist in der Literatur umstritten. Nach den jahrhundertelangen Verfolgungen jüdischer Menschen, die in den nationalsozialistischen Judenmorden ihren Höhepunkt erreichten, wurde der Staat Israel als eigenständig gestaltbarer Lebensraum für Juden gegründet. Im Jahr 2010 gab es weltweit etwa 13,5 bis 15 Millionen Juden, von denen die meisten in Israel und in den Vereinigten Staaten von Amerika lebten.
Die Bezeichnung "Juden" beruht auf dem lateinischen Ausdruck judaeus, dem griechischen Ausdruck ioudaios und den aramäischen und persischen Entsprechungen. Diese korrepondieren mit dem hebräischen Wort jehudi. [2]
Diese Worte bezeichneten zunächst die Angehörigen des Stammes Juda und die Menschen, welche dieses Gebiet bewohnten. Später wurde jehudi und dessen Entsprechungen besonders im Persischen unterschiedslos als Bezeichnung für die Angehörigen einer spezifischen Religion verwandt. [3]
Die Bezeichnung "Judentum" im Sinne einer Religion bzw. einer hauptsächlich religiös definierten Größe entwickelte sich erst in Abgrenzung zum Christentum nicht vor dem 4. Jahrhundert n. Chr.. Sie war eher eine Fremdbezeichnung als eine von Juden verwandte Eigenbezeichnung, die sich eher als Volk Israel bezeichnen/sehen. [4]
Probleme der Begriffsdefinition
Häufig ist von Philosophen, Theologen, Religionswissenschaftlern und Historikern versucht worden, eine kurze Formel zur Definition des Begriffs "Judentum" zu finden. Eine allgemein akzeptierte und verbindliche Definition ist bis heute nicht etabliert. [5][6]Hagalil.com meint zu der Frage nach einer Definition des Begriffs "Judentum":
"Zur Frage "Wer ist Jude", existieren mehrere sehr gegensätzliche Ansichten. (...) Noch viel schwieriger als die Definition der Frage, "wer ist Jude", ist es eine befriedigende Antwort auf die Frage zu finden, was das Judentum ist. (...) Abschließend kann nur trocken (vielleicht auch resignierend) festgestellt werden, dass gleichgültig wie sehr Juden sich um einheitliche Definitionen zu den Fragen, "wer Jude ist" und "was das Judentum ist" bemühen, ein diesbezüglicher Konsens in der jüdischen Welt nicht in Sicht ist."[7]
"Heute investieren viele Juden einen gewaltigen Aufwand an Zeit und Energie, um das Wesen der jüdischen Identität zu debattieren - ist es eine Religion, eine Volkszugehörigkeit, eine geistige Bildung und Weltanschauung, ein historisches Schicksal ...? (...) Es gibt viele Definitionen dafür, wer jüdisch ist, und viele von ihnen sind widersprüchlich."[8]
Für den Begriff "Judentum" wurden im Lauf der Geschichte folgende Definitionen entwickelt, die auch teilweise als sich ergänzend [9] oder sich ausschließend gesehen wurden: Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehltJerusalem (Foto der Altstadt im Jahr 2008) - Geistiges Zentrum und Orientierungspunkt des Judentums
"Judentum" als Religion, die auf dem Pentateuch, anderen religiösen Quellen und deren Auslegungen beruht.
"Judentum" als Gesamtheit der historischen Erfahrungen und Traditionen jüdischer Menschen.
"Judentum" als Genpool bzw. Abstammungsgemeinschaft jüdischer Personen.
"Judentum" als gemeinsames Volk bzw. Nation mit dem Ziel der Errichtung eines eigenen Staates.
Die Theologin Susanne Galley schreibt zur Begriffsproblematik:
"Das Judentum gibt es nicht und hat es nie gegeben. Wir haben es vielmehr mit einem komplexen Phänomen zu tun, das in seiner Vielfalt und Wandlungsfähigkeit nur schwer einzugrenzen und zu definieren ist."[10]
Der katholischeTheologeHans Küng sieht das Judentum als eine Schicksalsgemeinschaft, die aus Volk, Land und Religion bestehe. Küng schreibt dazu:
"Juden haben nun einmal gemeinsame Erfahrungen hinter sich, gemeinsame Erzählungen und Überlieferungen. (...) Und so bildete sich durch die Jahrtausende eine Schicksalsgemeinschaft. (...) Sie gründet in der Wechselwirkung von drei Größen: Israels Volk, Israels Land und Israels Religion."[11]
Religion
Kultur
Jüdische Kultur stand und steht in starker Wechselwirkung zu den Kulturen, in denen die jeweilige jüdische Gemeinschaften in der Diaspora ihr kulturelles Leben entfalten.
Die Definition jüdischer Kultur und ihrer Merkmale ist nicht nur aus oben erwähnter Tatsache schwierig, fragwürdig und auch umstritten.
Der Begriff "Jüdische Kunst" taucht explizit erstmalig in einer Schrift des ungarischen RabbinersDavid Kaufmann aus dem Jahr 1878 auf.
Im 19. Jahrhundert wurde die Existenz einer jüdischen Kunst gar bestritten bzw. den Juden - z.B. von Martin Buber, Sigumd Freud oder Bernhard Berenson - jegliches Talent für die Kunst abgesprochen.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert gab es dann erste Bemühungen zur Erforschung jüdischer Kunst. Im Jahr 1900 erschien der erste Band der Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler. [12]
Sogar bis in die 1920er-Jahre wurde die Ansicht vertreten, dass das alttestamentarische Bilderverbot eine figürliche jüdische Kunst ganz verhindert habe. Die Juden galten der Kunstwissenschaft deshalb als unkünstlerisches Volk. [13]
Salli Kirschstein, der Gründer des ersten privaten jüdischen Museums, schrieb:
"In den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts besuchte ich hier in Berlin oft das Museum für Völkerkunde. Die vielseitigkeit und vor allem die Ursprünglichkeit des dort Gebotenen zogen mich an; (...) Nur die Juden waren in diesem Museum nicht vertreten. Als wenn es nie ein jüdisches Volk gegeben hätte, als wenn sie nie einen eigenen Kultus, eine eigene Kultur gehabt hätten."[14]
Auf dem 5. Zionistischen Weltkongreß beschloss eine Gruppe um Martin Buber, David Trietsch und Ephraim Moses Lilien, die Entwicklung einer eigenständigen jüdischen Kunst zu fördern. Jede Nation habe ihre Kunst, und damit sei eine jüdische Kunst auch Voraussetzung für die angestrebte jüdische Nation. Im Jahr 1902 gründeten sie in Berlin den Jüdischen Verlag, der sich der Förderung zeitgenössischer jüdischer Kunst widmete.
In der Folgezeit bemühte man sich dann auch um eine Definition des Begriffs "Jüdische Kunst". Dabei sind zwei Ansätze zu unterscheiden:
Die jüdische Herkunft des Kunstschaffenden lässt allein schon jüdische Kunst entstehen. Bezüge zum Judentum sind in seinen Kunstwerken für die Zuordnung zur Jüdischen Kunst nicht zwingend erforderlich.
Der Inhalt und Bezug zu jüdischen Themen definiert Jüdische Kunst. Diese kann also auch von Nichtjuden geschaffen werden.
Karl Schwarz empfahl in seinem im Jahr 1928 erschienenen Buch Die Juden in der Kunst schlicht, "... von jüdischer Kunst zu sprechen, wo es sich um Kunst von Juden handelt."
Ernst Cohn-Wiener versuchte Jüdische Kunst über biblische Inhalte zu definieren. Für ihn zählten somit nichtjüdische Künstler wie Rembrandt oder Michelangelo zur Jüdischen Kunst, jüdische Künstler die sich nicht biblischen Themen widmeten dagegen nicht.
In die selbe Richtung geht die Definition von Stephen Kayser, der schrieb:
"When we speak of `Jewish art` we mean the arts as they are applied to Judaism. (...) The definition excludes creation by Jewish artist which are detached from Jewish objectives, but includes works which serve a Jewish purpose even though the makers were not Jewih, a situation quite common in western Europe before the Emancipation."[15]
Der jüdische Kunsthistoriker Cecil Roth und der Kunsthistoriker Franz Landsbeger definieren Jüdische Kunst dagegen ethnisch. Roth schrieb:
"Tatsächlich versteht man unter englischer Kunst ganz einfach die Gesamtheit der künstlerischen Produktion von in England geborenen oder tätigen Personen, gleich welchen Einflüssen sie auch unterlagen. So ist es folgerichtig, in die Kategorie >jüdische Kunst> die künstlerischen Arbeiten von Personen einzubeziehen, die, wie immer auch beeinflußt, sich zur jüdischen Religion bekennen oder jüdischer Herkunft sind."[16]
Nach Joseph Gutman ist es bis zur jüdischen Aufklärung im 19. Jahrhundert gerechtfertigt, den Begriff Jüdische Kunst im Sinne einer Reilgions- und Kulturgemeinschaft zu gebrauchen. Nach diesem Zeitpunkt würden säkulare, nationale und individualpsychologische Motive eine Kategorie Jüdische Kunstad absurdum führen. [17]
Jüdische Musik erstreckt sich über einen Zeitraum von circa 3000 Jahren von der biblischen Periode bis in die Gegenwart. Sie umfasst sowohl religiöse als auch weltliche Musik. Die Texte der jüdischen Sakralmusik sind zum größten Teil in hebräischer Sprache, in geringem Ausmaß auch in aramäisch verfasst, die der weltlichen Musik hingegen meist in der jüdischen Umgangssprache (Ladino, Jiddisch) oder auch in der Landessprache.
Aussagen über die antike jüdische Musik sind sehr schwierig. So schreibt KnaursWeltgeschichte der Musik:
"So müssen wir heute rekonstruieren - aus den zufälligen Berichten der Hofhaltungen, aus den Gesetzestexten und Briefen. In solchen Dokumenten scheint aber das flüchtige Element der Musik nur am Rande auf, in Musikernamen, Instrumentenbezeichnungen, Besetzungs- und Zeremonialangaben, nicht aber in seiner eigentlichen Gestalt. Das Klangphänomen bleibt stumm durch Jahrtausende."[18]
Joachim Braun schränkt in einer Darstellung der Musikkulturen Altisraels bzw. Palästinas einleitend gleich ein:
"Die akustische Restauration musikalischer Ereignisse ist unmöglich. Nicht nur wegen des ausbleibenden Quellenmaterials - sondern hauptsächlich wegen der für immer verlorenen historischen Situation, den sozialen Verhältnissen, sowie der psychologischen Einstellung und entsprechenden Musikrezeption. Auch muss die total unterschiedliche akustische Ökologie der tausendjährigen Vergangenheit in Betracht gezogen werden."[19]
Für die Zeit nach dem Exodus lässt sich die Jüdische Musik - wie wohl jede Musik eines Volkes - in die Bereiche der Klassischen, zuerst höfischen Musik und der Volksmusik unterteilen.
Im Bereich der ersten Gattung muss man konstatieren, dass sich hier musikimanent kaum Unterschiede zur Musik der jeweils vorherrschenden Musik der Mehrheitsgesellschaft finden lassen. Man müsste schon sehr voreingenommen mit der Lupe die Musik von jüdischen Komponisten wie bsp. Felix Mendelssohn-Bartholdy, Giaccomo Meyerbeer, Gustav Mahler oder Arnold Schönberg untersuchen, um hier wesentliche Unterschiede zur Musik ihrer jeweilgen, nichtjüdischen Zeitgenossen festzustellen, oder gar spezifisch jüdische Musikelemente zu fixieren.
Im Bereich der Volksmusik hat das Judentum wie jede andere Nation typische musikalische Merkmale des Ausdrucks entwickelt. Diese sind allerdings aufgrund des über ganz Europa und darüber hinaus verstreuten Siedlungsgebiets der Juden sehr unterschiedlich, und auch von den jeweiligen musikalischen Traditionen der jeweiligen "Gastländer" abhängig. Die heutzutage von politisch korekten, schuldbewussten Deutschen und Philosemiten primär mit Jüdischer Musik zuerst assoziierte und bevorzugte Musik ist die Klezmer-Musik, die besonders publikumsträchtig z.B. von dem Weltklasse-KlarinettistenGiora Feidman präsentiert wird. Darüber wird leider oft gerne vergessen, dass Jüdische Musik viel mehr beinhaltet als nur die osteuopäische Musik des aschkenischen Judentums.
Die genaue Bestimmung von musikalischen und/oder außermusikalischen Kriterien "Jüdischer Musik" ist wie bei allen Kategorisierungsversuchen von Musik nach Ethnien/Nationen sehr schwierig, umstritten und teilweise kaum möglich.
Der Musikethnologe Curt Sachs definiert Jüdische Musik in Hinsicht auf den Schöpfer und die Rezipienten des Werkes:
„Jüdische Musik ist diejenige Musik, die von Juden für Juden als Juden gemacht wurde“.[20]
Heidy Zimmermann ist da schon skeptischer und schreibt:
"Definitionsversuche von "jüdischer Musik", die auf die objektivierbare Bestimmung von Identitätsmerkmalen oder von spezifischen ästhetischen Elementen in den musikalischen Werken abzielen, sind immer ein schwieriges und prekäres Unterfangen."[21]
Das MGG definiert "jüdische Musik" unabhängig von der ethnischen Abstammung eines Komponisten als Musik, "die formale, stilistische oder semantische Zeichen jüdischen Verhaltens oder jüdischer Kultur miteinander in Verbindung setzt" [22]
Literatur
Eine Definition des Begriffs Jüdische Literatur ist neben den für die Bildende Kunst und Musik schon thematisierten Gründen zusätzlich problematisch, da im Gegensatz zu diesen beiden Künsten die Bausteine der Literatur nicht wie Töne, Akkorde, Farben, Gesteinsarten der Bildhauerei, usw. meist völkerübergreifend gegeben, sondern als Sprache eng an das jeweilige Volk gebunden sind.
Würde man den Begriff Jüdische Literatur zwingend an die Verwendung der Hebräischen Sprache binden, wäre schon die in Griechisch verfasste hellenistisch-jüdische Literatur der Antike aus dem Bereich der Jüdischen Literatur auszusondern. Auch die spanisch-jüdische, in Arabisch verfasste Literatur des Mittelalters würde ebenso wie die ab dem 18. Jahrhundert in vielen europäischen Nationalsprachen entstandene Jüdische Literatur nicht dazugehören. Streng philologisch müsste man dem überwiegenden Teil der Jüdischen Literatur die Anerkennung als eigene Literatur verweigern, da sie keine Nationalliteratur darstellt. Allenfalls wäre von einer Literatur Israels zu sprechen. [23]
Diese radikale Einschränkung auf im Hebräischen/Jiddischen verfasste Literatur wurde und wird von den wenigsten aktzeptiert. Man versteht Jüdische Literatur inzwisschen weiter gefasst und unabhängig vom Hebräisch bzw. anderen jüdischen Sprachvarianten. So schreibt bsp. Rachel Livné-Freudenthal:
"Die Frage, ob eine Schrift, ob ein Schriftsteller der jüdischen Literatur angehöre oder nicht, war jedoch nie eine abstrakte Frage, eine Frage lediglich der Definition. Bei einem Volk, das unter anderen Völkern lebte, war sie immer eine Wesensfrage; denn integrierte sich ein Schriftsteller in die nicht-jüdische Literatur eines Landes, so gehörten seine Schriften dieser Kultur, nicht mehr der jüdischen an. (...) Die Literaturhistoriker haben sich inzwischen auf die Definition geeinigt, die jüdische Literatur setze sich zusammen aus Schriften jüdischer Schriftsteller, die sich mit jüdischen Themen beschäftigen."[24]
Volk
Links und Quellen
Siehe auch
Weblinks
Bilder / Fotos
Videos
Quellen
Literatur
Naviblock
Einzelnachweise
↑Anm.: Dazu ist zu anzumerken, dass jüdische Menschen über zweitausend Jahre bis zur Gründung Israels auch ohne national einheitliches Staatsgebilde als kulturell/religiöse Einheit über verschiedene Länder verstreut existierten.
↑Aus dem Vorwort und Frage 1 in: Walter Rothschild: 99 Fragen zum Judentum, Gütersloher Verlagshaus, 2. Aufl., 2001
↑Bsp.: So lehnt z.B. der jüdische Historiker Simon Dubnow jegliche Trennung zwischen Religion und Nation im Judentum ab. (nach M. Brenner, A. Kauders, G. Reuveni und N. Römer: Jüdische Geschichte lesen - Texte der jüdischen Geschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert, C.H. Beck, München, 2003, Seite 157)
↑Susanne Galley: Das Judentum, Campus Verlag GmbH, Frankfurt a. M., 2006, Seite 7
↑Hans Küng: Spurensuche - Die Weltreligionen auf dem Weg, Piper Verlag GmbH, München, 1999, Seite 194
↑Joseph Gutman: Jüdische Kunst; in Bernhard Rübenach (Hrsg.) Begegnungen mit dem Judentum, Kreuz Verlag, Stuttgart, 1981, Seite 167 bis 171
↑Jens Hoppe: Jüdische Geschichte und Kultur in Museen - Zur nichtjüdischen Museologie des Jüdischen in Deutschland, Waxmann, 2000, Seite 42
↑Universiṭat Tel-Aviv - Makhon le-hisṭoryah Germanit: Jahrbuch des Instituts für Deutsche Geschichte, Band XIV, Institut für Deutsche Geschichte, 1985, Seite 279
↑Joseph Gutman: Jüdische Kunst; in Bernhard Rübenach (Hrsg.) Begegnungen mit dem Judentum, Kreuz Verlag, Stuttgart, 1981, Seite 172 und 173
↑Joseph Gutman: Jüdische Kunst; in Bernhard Rübenach (Hrsg.) Begegnungen mit dem Judentum, Kreuz Verlag, Stuttgart, 1981, Seite 178
↑Kurt Honolka (Hrsg.): Knaurs Weltgeschichte der Musik - Von den Anfängen bis zur Klassik, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich, 1979, S. 13
↑Joachim Braun: Die Musikkultur Altisraels/Palästinas - Studien zu archäologischen, schriftlichen und vergleichenden Quellen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999, aus dem Vorwort auf Seite IX
↑Heidy Zimmermann: Was heißt "jüdische Musik"? - Grundzüge eines Diskurses im 20. Jahrhundert; in Eckhard John: Jüdische Musik / Fremdbilder - Eigenbilder, Böhlau Verlag, Köln, 2004, S. 13
↑Zitiert nach Jens Malte Fischer: Gustav Mahler, Verlag Zsolnay, 2003, S. 329
↑Manfred Schmeling, Monika Schmitz-Emans und Kerst Walstra: Literatur im Zeitalter der Globalisierung, Königshausen & Neumann, Würzburg, 2000, Seite 248
↑Rachel Livné-Freudenthal: Die Gegenwart der Vergangenhiet - Zur Geschichte der jüdischen Literatur; in Bernhard Rübenach (Hrsg.): Begegnungen mit dem Judentum, Kreuz Verlag, Stuttgart, 1981, Seite 133 und 134