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Kleinkastell Heidenstock: Unterschied zwischen den Versionen
Ursprungsartikel: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kleinkastell_Heidenstock&action=edit&oldid=49873633 |
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[[Datei:ORL A 03 Tab 08 pic 06 KK Heidenstock.jpg|thumb|300px|Grundriss des Kleinkastells Heidenstock]] | |||
Das '''Kleinkastell Heidenstock''' war ein [[Römisches Reich|römisches]] [[Römische Militärlager#Kleinkastelle|Militärlager]] am [[Obergermanisch-Rätischer Limes|Obergermanisch-Rätischen Limes]] auf seinem Streckenabschnitt 3 ([[Taunus]], zwischen Wachtposten 55 und Wachtposten 60 (mutmaßlich etwa bei 58, nicht erhalten)). Das Kastell liegt rund 5 km von der [[Kastell Saalburg|Saalburg]] entfernt bei [[Arnoldshain]], auf dem Gemeindegebiet von [[Schmitten (Hochtaunus)|Schmitten]], im [[Hessen|hessischen]] [[Hochtaunuskreis]]. | |||
== Lage == | |||
Es liegt heute, nur zu Fuß erreichbar, an einem Taunus-Rundwanderweg vom [[Pässe im Taunus#Sandplacken|Sandplacken]] entlang am [[Klingenkopf]], auf dem es ein weiteres Kleinkastell gibt. Es ist von dichtem Fichtenwald umgeben. | |||
Erhalten sind nur die Grundmauern | == Kastell == | ||
Erhalten sind nur die Grundmauern der Steinumwehrung (Quarzitbruchstücke). Obwohl stark zerfallen, ist sie dennoch erkennbar. Das Kastell hatte nur ein Tor, und zwar im Norden. Vom Pfahlgraben davor waren im 19. Jahrhundert noch Relikte erkennbar, was heute nicht mehr der Fall ist. Nachforschungen haben ergeben, dass eine Feuerstelle vorhanden war, weil große Mengen mit Lehm vermischten Brandschutts gefunden wurden. | |||
Historiker gehen davon aus, dass die Besatzung aus einem kleineren Wachkommando (ca. 20 Mann) bestand, | Historiker gehen davon aus, dass die Besatzung aus einem kleineren Wachkommando (ca. 20 Mann) bestand, das von den beiden größeren Kastellen [[Kastell Kleiner Feldberg|Kleiner Feldberg]] und [[Kastell Saalburg|Saalburg]] abkommandiert wurde. | ||
Die Ruinen wurden 1892 von [[Louis Jacobi]] ausgegraben. | == Geschichte == | ||
Die Ruinen wurden 1892 von [[Louis Jacobi]] ausgegraben. Im Frühjahr 2009 wurde die Anlage saniert. Hierbei wurde ein Teil der erhaltenen Mauerstümpfe vorsichtig wieder stabilisiert, um sie vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Der Rest der Mauerreste ist weiterhin unter Erdwällen geschützt. | |||
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Datei:Kastell_Heidenstock.JPG|Vor der Sanierung | |||
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== Denkmalschutz == | |||
Das Kleinkastell Heidenstock und die anschließenden Limesbauwerke sind als Abschnitt des Obergermanisch-Raetischen Limes seit 2005 Teil des [[UNESCO-Welterbe]]s. Außerdem sind sie [[Bodendenkmal]]e nach dem [[Hessisches Denkmalschutzgesetz|Hessischen Denkmalschutzgesetz]]. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden. | |||
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Datei:Kleinkastell Heidenstock 1.jpg|Gestamtansicht von Norden | |||
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== Namen == | |||
Der römische Originalname ist unbekannt. Der heutige Name Heidenstock verweist auf die Annahme der örtlichen Bevölkerung, es handele sich um eine [[Zoll (Abgabe)|Zoll]]station (Zollstock), der [[Heidentum|heidnischen]] Römer. Auch wenn das Kastell abgelegen liegt, kreuzte in der Nachbarschaft der Metzgerpfad Limes und Taunushauptkamm. Es handelte sich um einen Nebenweg zwischen [[Usinger Land]] und dem Vordertaunus. Daher die Vorstellung eines Zollhauses. In der älteren Limesliteratur wird auch der Name "Kastell am Einsiedler" genannt. Die Limeskommission entschied sich jedoch für die Bezeichnung Heidenstock<ref>Alexander Wächtershäuser: ''Mehr als „nur“ römische Geschichte. Die Namen der Limeskastelle.'' In: ''Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2009'', ISBN 978-3-7973-1110-8. S. 126</ref>. | |||
== Siehe auch == | |||
* [[Liste der Kastelle am Obergermanisch-Raetischen Limes]] | |||
== Literatur == | == Literatur == | ||
Baatz | * [[Dietwulf Baatz]]: ''Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau''. 3. Auflage, Gebr. Mann, Berlin 1993, ISBN 3-7861-1701-2, S. 134 | ||
* Christian Fleer: ''Typisierung und Funktion der Kleinbauten am Limes.'' In: [[Egon Schallmayer|E. Schallmayer]] (Hrsg.): ''Limes Imperii Romani. Beiträge zum Fachkolloquium „Weltkulturerbe Limes“ November 2001 in Lich-Arnsburg.'' Bad Homburg v.d.H. 2004, ISBN 3-931267-05-9 S. 75–92 (Saalburg-Schriften 6) | |||
* [[Margot Klee]]: ''Der römische Limes in Hessen. Geschichte und Schauplätze des UNESCO-Welterbes.'' Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2232-0, S. 99–103 | |||
== Weblinks == | |||
* [http://www.wetteraukreis.de/imperia/md/content/erleben/kultur/archaeologie/limesf__hrer_gedruckte_fassung.pdf Online-Limesführer, S. 36 (PDF; 4,1 MB)] | |||
== | == Anmerkungen == | ||
<references/> | |||
{{Navigationsleiste Kastelle des Obergermanischen Limes, ORL-Strecke 3 (westlicher Taunus)}} | |||
[[Kategorie:Befestigungsanlage ( | {{SORTIERUNG:Heidenstock, Kleinkastell}} | ||
[[Kategorie:Römische Befestigungsanlage (Germania superior)]] | |||
[[Kategorie:Bodendenkmal in Hessen]] | |||
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Hessen]] | [[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Hessen]] | ||
[[Kategorie:Bauwerk in Schmitten (Hochtaunus)|Kleinkastell Heidenstock]] | |||
Version vom 16. August 2014, 06:06 Uhr
| Kleinkastell Heidenstock | |
|---|---|
| Limes | ORL -- (RLK) |
| Strecke (RLK) | Obergermanischer Limes, Strecke 3 Hochtaunusstrecke |
| Datierung (Belegung) | nicht vor 83 n. Chr., wahrscheinlich 2. Jahrhundert bis um 260 |
| Typ | Kleinkastell |
| Einheit | Vexillatio der Auxiliartruppen der Legio XXII aus Mogontiacum |
| Größe | 23 × 20 m |
| Bauweise | Stein |
| Erhaltungszustand | Ruine, Grundmauern |
| Ort | Arnoldshain |
| Geographische Lage | 50° 15′ 8,5″ N, 8° 30′ 50″ OKoordinaten: 50° 15′ 8,5″ N, 8° 30′ 50″ O |
| Vorhergehend | Kleinkastell Altes Jagdhaus (südwestlich) |
| Anschließend | ORL 11 Kastell Saalburg (nordöstlich) |
Das Kleinkastell Heidenstock war ein römisches Militärlager am Obergermanisch-Rätischen Limes auf seinem Streckenabschnitt 3 (Taunus, zwischen Wachtposten 55 und Wachtposten 60 (mutmaßlich etwa bei 58, nicht erhalten)). Das Kastell liegt rund 5 km von der Saalburg entfernt bei Arnoldshain, auf dem Gemeindegebiet von Schmitten, im hessischen Hochtaunuskreis.
Lage
Es liegt heute, nur zu Fuß erreichbar, an einem Taunus-Rundwanderweg vom Sandplacken entlang am Klingenkopf, auf dem es ein weiteres Kleinkastell gibt. Es ist von dichtem Fichtenwald umgeben.
Kastell
Erhalten sind nur die Grundmauern der Steinumwehrung (Quarzitbruchstücke). Obwohl stark zerfallen, ist sie dennoch erkennbar. Das Kastell hatte nur ein Tor, und zwar im Norden. Vom Pfahlgraben davor waren im 19. Jahrhundert noch Relikte erkennbar, was heute nicht mehr der Fall ist. Nachforschungen haben ergeben, dass eine Feuerstelle vorhanden war, weil große Mengen mit Lehm vermischten Brandschutts gefunden wurden.
Historiker gehen davon aus, dass die Besatzung aus einem kleineren Wachkommando (ca. 20 Mann) bestand, das von den beiden größeren Kastellen Kleiner Feldberg und Saalburg abkommandiert wurde.
Geschichte
Die Ruinen wurden 1892 von Louis Jacobi ausgegraben. Im Frühjahr 2009 wurde die Anlage saniert. Hierbei wurde ein Teil der erhaltenen Mauerstümpfe vorsichtig wieder stabilisiert, um sie vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Der Rest der Mauerreste ist weiterhin unter Erdwällen geschützt.
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Vor der Sanierung
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Nach der Sanierung
Denkmalschutz
Das Kleinkastell Heidenstock und die anschließenden Limesbauwerke sind als Abschnitt des Obergermanisch-Raetischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Außerdem sind sie Bodendenkmale nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.
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Gestamtansicht von Norden
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Mauerreste
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Mauerreste
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Gestamtansicht von Westen
Namen
Der römische Originalname ist unbekannt. Der heutige Name Heidenstock verweist auf die Annahme der örtlichen Bevölkerung, es handele sich um eine Zollstation (Zollstock), der heidnischen Römer. Auch wenn das Kastell abgelegen liegt, kreuzte in der Nachbarschaft der Metzgerpfad Limes und Taunushauptkamm. Es handelte sich um einen Nebenweg zwischen Usinger Land und dem Vordertaunus. Daher die Vorstellung eines Zollhauses. In der älteren Limesliteratur wird auch der Name "Kastell am Einsiedler" genannt. Die Limeskommission entschied sich jedoch für die Bezeichnung Heidenstock[1].
Siehe auch
Literatur
- Dietwulf Baatz: Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. 3. Auflage, Gebr. Mann, Berlin 1993, ISBN 3-7861-1701-2, S. 134
- Christian Fleer: Typisierung und Funktion der Kleinbauten am Limes. In: E. Schallmayer (Hrsg.): Limes Imperii Romani. Beiträge zum Fachkolloquium „Weltkulturerbe Limes“ November 2001 in Lich-Arnsburg. Bad Homburg v.d.H. 2004, ISBN 3-931267-05-9 S. 75–92 (Saalburg-Schriften 6)
- Margot Klee: Der römische Limes in Hessen. Geschichte und Schauplätze des UNESCO-Welterbes. Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2232-0, S. 99–103
Weblinks
Anmerkungen
- ↑ Alexander Wächtershäuser: Mehr als „nur“ römische Geschichte. Die Namen der Limeskastelle. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2009, ISBN 978-3-7973-1110-8. S. 126