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Abraham und Isaak (Komposition von Igor Strawinsky): Unterschied zwischen den Versionen

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Michelle DuPont (Diskussion | Beiträge)
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:''"Sie besteht aus fünf Teilen ohne Unterbrechung, die sich durch Wechsel der Tempi unterscheiden; ferner aus neunzehn Versen, die zehn musikalische Einheiten umfassen."'' <ref>zitiert nach der Übersetzung aus dem englischen Original von Heinrich Lindlar: ''Lübbes Strawinsky Lexikon'', Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982, S. 18</ref>
:''"Sie besteht aus fünf Teilen ohne Unterbrechung, die sich durch Wechsel der Tempi unterscheiden; ferner aus neunzehn Versen, die zehn musikalische Einheiten umfassen."'' <ref>zitiert nach der Übersetzung aus dem englischen Original von Heinrich Lindlar: ''Lübbes Strawinsky Lexikon'', Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982, S. 18</ref>


* 1952 wurde Strawinsky trotz allem Erfolg seiner Werke bewusst, dass seine Musik bei jüngeren Komponisten der Avantgarde immer weniger beachtet wurde und als reaktionär galt. Er befasste sich nun erstmalig mit Zwölftonmusik von [[Arnold Schönberg]] und [[Anton von Webern]], die er früher immer als "theoretisch", "experimentell" oder "unzeitgemäß/unmodern" abgelehnt und belächelt hatte.  <ref>Anm.: Strawinsky hatte Schönberg u.a. auch vorgeworfen eher mittels feststehender Formeln als mit Ideen zu komponieren.</ref> ''Strawinsky'' hörte sich u.a. Tonaufnahmen von Schönbergs ''[[Violine|Violin]]konzert'' und Teile seiner [[Oper]] ''Moses und Aaron'', sowie von Weberns ''Orchestervariationen'' an. Die ''Orchestervariationen'' ließ er sich dreimal vorspielen. Am 24. Februar 1952 wohnte einer Aufführung von Schönbergs ''Septet-Suite'' (''op. 29'') und Weberns ''Quartett'' (''op. 22'') an der ''University of Southern California'' bei. <ref>Joseph N. Straus: ''Stravinsky's Late Music'', Cambridge University Press, 2001, S. 3</ref> In seinen Kompositionen ''Cantata'' (1952), ''Septet'' (1953) und ''Three Songs from William Shakespeare'' (1954) verwendete er dann erstmalig serielle Tonreihen. Bei [[Abraham und Isaak (Komposition von Igor Strawinsky)|In memoriam Dylan Thomas]] (1954) setzt er diese dann zum ersten Mal konsequent ein. In später folgenden Werken, wie ''[[Agon (Ballet von Igor Strawinsky)|Agon]]'' (1957), ''[[Canticum Sacrum ad Honorem Sancti Marci Nominis|Canticum Sacrum]]'' (1955), ''Threni'' (1958) oder den ''Requiem Canticles'' (1966) verwendet er dann vollständige Zwölftonreihen. <ref>Joseph N. Straus: ''Stravinsky's Late Music'', Cambridge University Press, 2001, S. 4 und 5</ref>
* 1952 wurde Strawinsky trotz allem Erfolg seiner Werke bewusst, dass seine Musik bei jüngeren Komponisten der Avantgarde immer weniger beachtet wurde und als reaktionär galt. Er befasste sich nun erstmalig mit Zwölftonmusik von [[Arnold Schönberg]] und [[Anton von Webern]], die er früher immer als "theoretisch", "experimentell" oder "unzeitgemäß/unmodern" abgelehnt und belächelt hatte.  <ref>Anm.: Strawinsky hatte Schönberg u.a. auch vorgeworfen eher mittels feststehender Formeln als mit Ideen zu komponieren.</ref> ''Strawinsky'' hörte sich u.a. Tonaufnahmen von Schönbergs ''[[Violine|Violin]]konzert'' und Teile seiner [[Oper]] ''Moses und Aaron'', sowie von Weberns ''Orchestervariationen'' an. Die ''Orchestervariationen'' ließ er sich dreimal vorspielen. Am 24. Februar 1952 wohnte einer Aufführung von Schönbergs ''Septet-Suite'' (''op. 29'') und Weberns ''Quartett'' (''op. 22'') an der ''University of Southern California'' bei. <ref>Joseph N. Straus: ''Stravinsky's Late Music'', Cambridge University Press, 2001, S. 3</ref> In seinen Kompositionen ''Cantata'' (1952), ''Septet'' (1953) und ''Three Songs from William Shakespeare'' (1954) verwendete er dann erstmalig serielle Tonreihen. Bei ''[[In memoriam Dylan Thomas (Werk von Igor Strawinsky)|In memoriam Dylan Thomas]]'' (1954) setzt er diese dann zum ersten Mal konsequent ein. In später folgenden Werken, wie ''[[Agon (Ballet von Igor Strawinsky)|Agon]]'' (1957), ''[[Canticum Sacrum ad Honorem Sancti Marci Nominis|Canticum Sacrum]]'' (1955), ''Threni'' (1958) oder den ''Requiem Canticles'' (1966) verwendet er dann vollständige Zwölftonreihen. <ref>Joseph N. Straus: ''Stravinsky's Late Music'', Cambridge University Press, 2001, S. 4 und 5</ref>


== Rezeption ==   
== Rezeption ==   

Version vom 13. April 2016, 06:53 Uhr

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Darstellung der Opferung von Isaak durch seinen Vater Abraham in einer Darstellung der Goldenen Haggada aus dem Spanien des 14. Jahrhunderts

Abraham und Isaak ist eine Komposition des russischen Komponisten Igor Strawinsky aus dem Jahr 1963. Es handelt sich um eine auf einem biblischen Text basierende Kantate für Bariton und Orchester.

Entstehung und Uraufführung

  • Die Komposition entstand auf Anfrage des Israel Festival Committee. Strawinsky begann 1962 mit der Arbeit an dem Werk und vollendete es am 2. Mätz 1963. [1]
  • Er hat das Werk als Zeichen der Dankbarkeit für die Großzügigkeit und Gastfreundschaft während seines Israel-Besuchs im Jahr 1962 dem Volk des Staates Israel gewidmet.
  • Die Uraufführung fand am 23. August unter Leitung von Robert Craft in Jerusalem statt. Bariton war Ephraim Biran. Die übrigen Musiker waren Mitglieder des Israel Festival Orchestra. Die europäische Uraufführung ging am 22. September 1964 bei den Berliner Festwochen unter Leitung von Robert Craft über die Bühne. Solist war der bekannte Dieter Fischer-Dieskau. [2]

Text

  • Der hebräische Text der Kantate beruht auf der biblischen Geschichte der geplanten Opferung von Isaak durch Abraham in Genesis XXII, 1-19 (hebr.: akedah - הָדֵקֲע). [3] Der Text der Kantate ist auf Hebräisch, was urspünglich eine Idee des Komponisten Nicholas Nabokov war. Isaiah Berlin mit dem Strawinsky befreundet war half diesem, der kein Hebräisch beherrschte, dann mit dem Text. Er las ihm den Text in Hebräisch vor, damit Strawinsky sich mit dem Klang vertraut machen konnte. Später fertigte er für Strawinsky eine Version des Originaltextes in russischer Lautschrift und eine Übersetzung ins Englische an. [4] In der Partitur befindet sich der hebräische Text unter und eine englische Übersetzung oberhalb den Notenzeilen. Das Werk soll nach Strawinskys Willen nur im hebräischen Urtext aufgeführt werden. Strawinsky meinte u.a.:
"Man soll nie eine Übersetzung aus dem Hebräischen versuchen, da die Silben in ihrer Betonung und Klangfarbe ein genau fixiertes und wesentliches Element der Musik sind. Die sprachliche und musikalische Betonung ist übrigens identisch, was in meiner Musik selten vorkommt." [5] [6]

Musik

  • Das Werk ist besetzt für zwei Flöten und eine Altflöte, Oboe, Englisch Horn, Klarinette und Bassklarinette, zwei Fagott, Horn, zwei Trompeten, Tenor- und Bassposaune, Tuba, ein Streichorchester (sechs 1. und 2. Violinen, vier Violen, drei Violoncelli und zwei Kontrabässe) und natürlich die Baritonstimme. [7]
  • Nach Strawinsky gliedert sich die Komposition in fünf ohne Unterbrechung zu spielende Teile, die zehn musikalische Einheiten bilden. Nach den in der Partitur vorhandenen doppelten Taktstrichen kann man sieben Abschnitte erkennen. Strawinsky meinte dazu u.a.:
"Sie besteht aus fünf Teilen ohne Unterbrechung, die sich durch Wechsel der Tempi unterscheiden; ferner aus neunzehn Versen, die zehn musikalische Einheiten umfassen." [8]
  • 1952 wurde Strawinsky trotz allem Erfolg seiner Werke bewusst, dass seine Musik bei jüngeren Komponisten der Avantgarde immer weniger beachtet wurde und als reaktionär galt. Er befasste sich nun erstmalig mit Zwölftonmusik von Arnold Schönberg und Anton von Webern, die er früher immer als "theoretisch", "experimentell" oder "unzeitgemäß/unmodern" abgelehnt und belächelt hatte. [9] Strawinsky hörte sich u.a. Tonaufnahmen von Schönbergs Violinkonzert und Teile seiner Oper Moses und Aaron, sowie von Weberns Orchestervariationen an. Die Orchestervariationen ließ er sich dreimal vorspielen. Am 24. Februar 1952 wohnte einer Aufführung von Schönbergs Septet-Suite (op. 29) und Weberns Quartett (op. 22) an der University of Southern California bei. [10] In seinen Kompositionen Cantata (1952), Septet (1953) und Three Songs from William Shakespeare (1954) verwendete er dann erstmalig serielle Tonreihen. Bei In memoriam Dylan Thomas (1954) setzt er diese dann zum ersten Mal konsequent ein. In später folgenden Werken, wie Agon (1957), Canticum Sacrum (1955), Threni (1958) oder den Requiem Canticles (1966) verwendet er dann vollständige Zwölftonreihen. [11]

Rezeption

Links und Quellen

Siehe auch

Weblinks

Bilder / Fotos

Videos

Audios

Literatur

  • Volker Scherliess: Igor Strawinsky und seine Zeit, Laaber-Verlag, 1983
  • Heinrich Lindlar: Lübbes Strawinsky Lexikon, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982

Einzelnachweise

  1. Eric Walter White: Stravinsky - The Composer and His Works, University of California Press, 2. Aufl., 1979, S. 153
  2. Heinrich Lindlar: Lübbes Strawinsky Lexikon, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982, S. 17
  3. Eric Walter White: Stravinsky - The Composer and His Works, University of California Press, 2. Aufl., 1979, S. 529
  4. Claudio Spies: Notes on Stravinsky`s Abraham and Isaac, in Perspectives of New Music, Vol. III, Nr. 2, 1965), S. 104
  5. zitiert nach der Übersetzung aus dem englischen Original von Heinrich Lindlar: Lübbes Strawinsky Lexikon, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982, S. 17
  6. Anm.: Im englischen Original meinte Strawinsky: "No translation of the Hebrew should be attempted, the Hebrew syllables, both as accentuation and timbre, being a principal and a fixed element of the music. I did not try to follow Hebrew cantillation, of course, as that would have imposed crippling restrictions, but the verbal and musical accentuation are identical in the score, which fact I mention because it is rare in my music." (www.laphil.com)
  7. Benjamin Boretz und Edward T. Cone: Perspectives on Schoenberg and Stravinsky, Princeton University Press, 1968, S. 187
  8. zitiert nach der Übersetzung aus dem englischen Original von Heinrich Lindlar: Lübbes Strawinsky Lexikon, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach, 1982, S. 18
  9. Anm.: Strawinsky hatte Schönberg u.a. auch vorgeworfen eher mittels feststehender Formeln als mit Ideen zu komponieren.
  10. Joseph N. Straus: Stravinsky's Late Music, Cambridge University Press, 2001, S. 3
  11. Joseph N. Straus: Stravinsky's Late Music, Cambridge University Press, 2001, S. 4 und 5

Hinweis zur Verwendung

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Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Abraham und Isaak (Komposition von Igor Strawinsky)) vermutlich nicht.