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'''Saleh Ezra''' - besser bekannt unter seinem Künstlername '''Saleh Al-Kuwaity''' - (* 1908 in [[Kuwait]]; gest. 1986 in [[Tel Aviv]]) war ein [[Judentum|jüdischer]] [[Violine|Violinist]], Sänger und Komponist. [[Datei:Saleh Ezra.PNG|thumb| | '''Saleh Ezra''' - besser bekannt unter seinem Künstlername '''Saleh Al-Kuwaity''' - (* 1908 in [[Kuwait]]; gest. 1986 in [[Tel Aviv]]) war ein [[Judentum|jüdischer]] [[Violine|Violinist]], Sänger und Komponist. [[Datei:Saleh Ezra Gemälde.PNG|thumb|3705px|''Saleh Ezra'' auf einem Gemälde]] | ||
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* Er wurde als Sohn aus dem [[Irak]] stammender jüdischer Eltern in Kuwait geboren. Sein Vater ''Yaacob ben Ezra'' war in der irakischen Stadt [[Basra]] Händler, und migrierte mit 50 anderen jüdischen Familien nach Kuwait. Im Alter von zehn Jahren erhielten ''Saleh Ezrah'' und sein Bruder ''[[Daoud Ezra]]'' von ihrem Onkel eine [[Oud]] und eine [[Violine]]. | * Er wurde als Sohn aus dem [[Irak]] stammender jüdischer Eltern in Kuwait geboren. Sein Vater ''Yaacob ben Ezra'' war in der irakischen Stadt [[Basra]] Händler, und migrierte mit 50 anderen jüdischen Familien nach Kuwait. Im Alter von zehn Jahren erhielten ''Saleh Ezrah'' und sein Bruder ''[[Daoud Ezra]]'' von ihrem Onkel eine [[Oud]] und eine [[Violine]]. | ||
Version vom 2. Mai 2016, 11:04 Uhr
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| 😃 Profil: Ezra, Saleh | ||
|---|---|---|
| Namen | Al-Kuwaity | |
| Beruf | Musiker | |
| Persönliche Daten | ||
| Geburtsdatum | 1908 | |
| Geburtsort | Kuwait | |
| Sterbedatum | 1986 | |
| Sterbeort | Tel Aviv | |
Saleh Ezra - besser bekannt unter seinem Künstlername Saleh Al-Kuwaity - (* 1908 in Kuwait; gest. 1986 in Tel Aviv) war ein jüdischer Violinist, Sänger und Komponist.
Vita
- Er wurde als Sohn aus dem Irak stammender jüdischer Eltern in Kuwait geboren. Sein Vater Yaacob ben Ezra war in der irakischen Stadt Basra Händler, und migrierte mit 50 anderen jüdischen Familien nach Kuwait. Im Alter von zehn Jahren erhielten Saleh Ezrah und sein Bruder Daoud Ezra von ihrem Onkel eine Oud und eine Violine.
- Saleh Ezra studierte dann Musik bei dem bekannten kuwaitischen Oudspieler Khaled Al-Bakar. Bereits als Kind trat er zusammen mit seinem Bruder Daoud auf, und die beiden galten bald als Wunderkinder. Sogar der Emir von Kuwait besuchte sie um ihrem Gesang zu lauschen.
- Die Plattenfirma Baidafone machte im Irak Aufnahmen mit den Brüdern. Wegen dem Erfolg zogen die Brüder mitsamt der Familie 1928 nach Basra und 1930 nach Bagdad. [1] Die Brüder traten unter den Künstlernamen Daoud Al-Kuwaity und Saleh Al-Kuwaity in vielen irakischen Städten und im Südiran auf.
- In Basra lernte Saleh u.a. beim Qanunspieler Yusuf Zaarur. Die Brüder komponierten viele Lieder für sich und andere Künstler, die auch heute noch im arabischen Raum sehr populär sind. Dabei war Saleh als Komponist produktiver als sein Bruder Daoud. In Bagdad musizierten sie oft im Club Malha El-Hilal.
- Im Jahr 1932 nahmen Saleh Ezra und sein Bruder am 1. Kongreß zu Arabischer Musik in Kairo teil. [2] Im Jahr 1936 stellten die Brüder auf Anweisung des irakischen Erziehungsministers ein Radioorchester zusammen, in dem auch viele Juden mitspielten. Die Brüder spielten bis 1945 in dem Orchester. Sie gründeten u.a. auch einen eigenen Nachtclub mit dem Namen Malha Abu Nawas.
- Nach der Gründung des Staates Israel wurde es für sie als Juden in einem arabischen Land zunehmend schwerer. So wanderten sie 1951 nach Israel aus. Dabei mussten sie ihren gesamten, nicht unerheblichen Besitz im Irak zurücklassen. In Israel wurden sie als "arabische Juden" nicht gerade freundlich begrüßt. Zuerst mussten sie unter ärmlichen Bedingungen in einem Flüchtlingscamp bei Be'er Ya'akov leben. Später lebten sie in Tel Aviv im Stadtteil Hatikvah, einem Stadtviertel im Südosten Tel Avivs in dem vornehmlich ärmere Juden aus dem Nahen Osten (Mizrachim) wohnten.
- Als Juden aus dem arabischen Raum wurden sie und ihre Kultur von den aus Europa eingewanderten Juden kaum geachtet. Das Radio spielte zu dieser Zeit überhaupt keine jüdisch-arabische Musik, sondern fast ausschließlich westliche, d.h. aschkhenasische und nationalistisch gefärbte Musik. Arabische Musik von sefardischen Juden passte nicht zum neuen Nationalgefühl. Immerhin konnten sie im arabischen Teil des Senders The Voice of Israel, der auch in arabischen Ländern gern gehört wurde ihre Musik präsentieren. Insgesamt konnten sie in Israel aber, obwohl sie weiterhin Lieder komponierten, nie an ihre früheren Erfolge im Irak anknüpfen. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern betrieben die Brüder einen Lebensmittelhandel. [3]
- In der arabischen Welt wurde ihre Musik dagegen weiterhin im Radio gespielt. In den 1970er-Jahren war dann im Irak im Rahmen des Panarabismus des Baath-Regimes jüdische Musik nicht mehr opportun. Da die Regierung die bei der Bevölkerung sehr beliebte Musik der Brüder nicht einfach verbieten konnte, behalf man sich damit, dass man ihre Namen und ihr jüdische Identität einfach verschwieg. Shlomo Ezra, der Sohn von Saleh Ezra, meinte dazu u.a.:
- "Die erste Zurückweisung kam von Israel, das damals kaum Zeit für die Musik der Al-Kuwaytis hatte. Ihre Musik war die Musik des Feindes. So wurde ihre Musik in ein Ghetto gesteckt. Anstatt in Konzerthallen mustten mein Vater und sein Bruder bei Hochzeiten, Bar Mitzwas und Familienfesten aufspielen, bei denen gegessen und getrunken aber nicht zugehört wurde. Die zweite Zurückweisung kam aus dem Irak. Das neue irakische Regime konnte die Musik nicht auslöschen weil jeder sie sang. Aber das Regime nannte die Musik "traditionelle Musik". Sein Name wurde nicht mehr erwähnt. Manchmal zwang man andere Komponisten sich als Komponisten der Werke meines Vaters auszugeben." [4]
- Im Jahr 2009 wurde Saleh Ezra und seinem Bruder wenigstens etwas Anerkennung von seiten Israels zuteil. Man bennante ein kleine Seitenstraße in Tel Aviv nach ihnen. Dies ging aber nicht ohne Proteste rechtsgerichtet-nationalistischer Kräfte ab, welche keinen arabischen Straßennamen wollten. Im Jahr 201 nahm Dudu Tassa, der Enkel von Daoud Ezra, das Album Dudu Tassa and the Kuwaitis mit Musik der beiden Brüder auf. Das Album war in Israel sehr erfolgreich. [5]
- Inzwischen werden auch in der arabischen Welt die Leistungen von Saleh und Daoud Ezra wieder gewürdigt. So hielt im Jahr 2008 Ibrahim al-Jazrawi an der Universität von Bagdad einen Vortrag über die Musik der Brüder. Im Jahr 2009 diskutierten anerkannte Musikwissenschaftler (u.a. Abdul Razzak Al-Azzawi, der Leiter des Nationalen Irakischen Symphonieorchesters) in einer Sendung des TV-Kanals Al-Hurra über die Musik der Brüder. [6]
Literatur
Weblinks
- Rede von Shlomo Al-Kuwaity über seinen Vater Saleh Al-Kuwaity
- Tim Franks: Musicians of the Enemy
- Geschichte der Al-Kuwaitys auf www.dudu-tassa.co.il
- פרק 153: הסופרסטארים שהפכו למוכרי ביצים – סיפורם
Andere Wikis
Videos
Audios
Einzelnachweise
- ↑ www.dudu-tassa.co.il
- ↑ Anm.: Zu dem Kongress siehe Frédéric Lagrange: Al-Tarab - Die Musik Ägyptens (aus dem Französischen übersetzt von Maximilien Vogel), Palmyra Verlag, 2010, S. 97 ff.
- ↑ From Israel, a Jewish Singer with Arab Roots Revives the Music of His Family’s Past
- ↑ Im Original: "His music was considered the music of the enemy. So immediately, they put his music in a ghetto. Instead of the concert hall, my father and his brother had to play weddings and barmitzvahs and family fiestas, with people eating and drinking ... and not listening. The second blow came from inside Iraq. The new Iraqi regime couldn't erase the music, because everyone was singing it. But the regime started to call it traditional music. They didn't mention his name. They sometimes forced another composer to take the credit."; nach Tim Franks: Musicians of the Enemy
- ↑ From Israel, a Jewish Singer with Arab Roots Revives the Music of His Family’s Past
- ↑ Susannah Tarbush: Saleh Al-Kuwaity’s musical legacy is revived as his centenary is celebrated
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Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Saleh Ezra) vermutlich nicht.