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Jüdische Namenskodierung: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 8. Februar 2017, 00:10 Uhr

Grundlage der jüdischen Namenskodierung ist, dass es für das historische Judentum sehr wichtig ist, die jüdische Stammlinie zu pflegen. Einer der Grund dieser Pflege der Stammlinie ist, dass z. B. der jüdische Messias noch nicht erschienen ist. Laut der Bibel muss der Messias dem Stamm Juda angehören (Genesis 49,10) und ein direkter männlicher Nachkomme (Sohn nach Sohn) von König David (1. Chronik 17,11, Psalm 89,29-38; Jeremia 33,17; 2. Samuel 7,12-16) und König Salomon sein. (1. Chronik 22,10; 2. Chronik 7,18). Aufgrund der Tatsache, dass das Christum behauptet, dass Jesus der Messias ist, entbrannt in der Antike ein theologischer Diskurs, ob Jesus ein Nachfahre von David und Salomon sei.[1]

Des Weiteren erlaubt die Pflege der jüdischen Stammlinie, wie beim Deutschen Adel, die Bedeutung der Familie zu betonen. Neben dem Judentum wissen z. B. auch noch viele Syrer, welcher biblischen Stammlinie sie entstammen.

Grundlage

Grundlage der jüdischen Namenskodierung sind die Zwölf Stämme Israels. Die jüdische Namenskodierung über Familiennamen war die Folge, dass im 18. Jahrhunderts damit begonnen würde, jüdische Bewohner, als Bedingung für erweiterte Bürgerrechte, zur Annahme eines unveränderbaren Familiennamens zu zwingen. Im Gegensatz zum hergebrachten jüdischen Stammlinienkodierungsystem, bei dem über die Rabbilinie, die Stammlinie gepflegt wurde, bedeutete die Annahme eines unveränderbaren Familiennamens, dass die jüdische Stammlinie nur noch durch aschkenasische Synonyme, ortsbezogen Familiennamen, Namenszusätze, Namenskombinationen oder der Abwandlung des Familiennamen gepflegt werden konnte. (Grundlage dieses Artikels ist unter anderem der Wikipediaartikel Jüdischer Name[2] sowie eigene Recherchen zur jüdischen Familie Lindauer. Des Weiteren jüdische sowie nicht jüdische Datensätze bei dem Interportal Ancestry.com).

--> siehe auch Transformierung von jüdischen Familiennamen

Kodierung über die Zwölf Stämme Israels

Valide Einordnung von jüdischen Familiennamen nach der Literatur

Zur Pflege der Stammlinie erfolgte die Namenskodierung vielmals über Synonyme für den Stamm. Die bekanntesten aschkenasische Synonyme für einem der Zwölf Stämme Israels sind die folgenden.

Stammlinie Farbe Edelstein Tier Pflanzengattung / Synonyme Grabsteinsymbol Beispiel Familienname
Ruben Rot(h) Rubin, dieser Edelstein ist rot Rothschild
Simeon Grün Grünspan
Levi Levitenkanne[3] von Cohen: Kahn, Kohn, Kohl sowie Kanal-, Leib, Levi (als Anagramm auch Weil sowie die Varianten Weill und Veil)
Juda Rubenstein?, Bernstein?, Smaragd Löwe[4]
Dan Gelb Drache
Naftali Rosa Hirsch[5] Zweig von Zvi (=Hirsch), Herz Hirschfeld, Hirsch, Hirschmann, Hirschl, Hirschberg, etc.
Gad
Ascher Lamm[6]
Issachar Blau Saphir Bär oder Esel[7]
Sebulon Weiß Bleiweiß
Josef / (Ephraim) Fisch Apfel? Namen sind teils von Sara, aber auch von Ephraim herleitbar, Frank, Fränkel, Frenkel, Scherbaum, Schermann
Josef / (Manasse) Wahrscheinlich alle Namen mit einem Zuckerbezug, wie Mannasse (Mellase), Zacharias (Saccharose), Süss, Süsskind, Süssmuth, Zucco, Succo, Dolce, Bellam(y (indischer Zucker, Jaggery), Chakkara (indischer Zucker, Jaggery), Sharkara (indischer Zucker, Jaggery) [8]
Benjamin Schwarz? Wolf

Nicht valide Einordnung von jüdischen Familiennamen nach der Literatur

Laut der Quellenlage soll das Synonyme schwarz auch die Stammlinie Epharim verwendet haben. Zudem soll angeblich das Synonyme des Löwen für die Stammlinie Juda und Levi verwendet worden sein. Das Synonyme des Löwen wird in der Literatur auch mit dem Stamm der Levis in Verbindung gebracht (Loeb, Loew- und Löw-). Nach der jüdischen Kodierung sollte aber das Synonyme eindeutig einem Stamm zu geordneten werden können. Somit ist vorsichtig bei Zuordnung des Stammlinie nur über die Synonyme geboten.

Ausstehendene Einordnung von jüdischen Familiennamen

Synonyme Begründung /Anmerkung Möglicher Stamm Beispiel Familienname
Rose Die Farbe der Rose wird in der Regel mit Rot verbunden Ruben Rosen, Roenthal, Rosenberg, Rosen, Rosén

Kodierung über biblische Namen

Eine weitere Pflege der jüdischen Stammlinie erfolgte gleichfalls über aschkenasische Synonyme für biblische Persönlichkeiten.

biblische Persönlichkeit Synonyme Grabsteinsymbol[9] Familienname (Beispiel)
Abraham Baum (Ab)Brahms, Aberle[10]
Mose Bundestafel Moos
Isaak Stein, Lebensalter Leblang (der laut Bibel wurde Issak 180 Jahre alt)
Aaron, siehe Kohanim Ohren Priesterhände[11] Oren
Jakob Wurm
Karmi , der vierte Sohn von Ruben Mein Weingarten wurde eingedeutscht in

Baumgarten, Baumgart, Baumgartel, Baumgartner etc.

Josua, der Sohn des Nun. Josua führte als Nachfolger des Mose die Israeliten bei der Eroberung des Landes Kanaan an. Falk? [12]

Jüdische Anagrammnamen

Bei jüdischen Anagrammnamen wurde die Buchstabenfolge des jüdischen Namens, durch die Umstellung der Buchstabenfolge des jüdischen Familiennames, transformiert. Belegt ist dieses bis Dato nur beim jüdischen Stamm der Leviten. Für aschkenasische Leviten war es besonders wichtig ihren Namen zu kodieren. Der Grund ist die Stellung der Leviten im Judentum. Für die Leviten gilt, dass sie eine Reihe besonderer Gesetze und Vorschriften, von denen aber nur wenige während der derzeitigen Abwesenheit des Jerusalemer Tempels anwendbar sind, befolgen müssen. Im Tempel waren die Leviten unter anderem für die Einhaltung der Regeln im 3. Buch Mose zuständig. Des Weiteren haben sie bei der Lesung der Tora Vortritt vor anderen Juden. Zur Kodierung des jüdischen Familiennamens Levi, würde unter anderen durch das Anagrammverfahren, der Name Levi in Veil, Weil oder Weill transformiert.

In wie weit noch weitere jüdische Familiennamen nach dem Anagrammverfahren kodiert wurden, ist nicht bekannt. Zumindest werden mit Sicherheit auch die Kohanim, die Hohenpriester des Judentums, mit dem Anagrammverfahren den jüdischen Familiennamen Kohanim transformiert haben. Leider sind bis Dato nur die folgenden Transformationen wie Cohen, Cohn, Kohn, Kuhn, Kahn, Kohl oder Kanal- bekannt. Weitere Transformationen des Namens Levi sind auch die Familiennamen Opfermann oder Opermann. Diese Transformation leitet sich von dem im Tempel gebrachten Opfer ab. Eine Weitere Variante der Transformation des jüdischen Namens Kohanim erfolgte über Kohanim-Zedek (Cohen-Zedek) (= Hoher Priester der Gerechtigkeit oder gerechter Hoher Priester) zu Katz (Cohen tzädäq (wie Katz), Konz, Kunz(e) oder Kunst.

Funktionelle Familiennamen

--> siehe auch Manasse

Die Sprachanalyse von jüdischen Namen zeigt, dass etliche jüdische Familienname sprachverwandt mit Wörtern für Zucker sind. Jüdische Namen mit direkten Zuckerbezug sind die jüdischen Familiennamen Zucco, Succo oder Succow. Diese Familiennamen leiten sich vom indischen Wort शर्करा (śarkarā) bzw. von dem arabischen Wort sukkar (‏سكر‎‎, verb: sakkara) für Zucker ab. Weitere jüdische Familiennamen mit einen Bezug zum Zucker sind z. B. Sharakara, Chakkara oder Bellamy. Diese Familiennamen stehen in Bezug zu regionalen indischen Wörtern für Zucker. Zudem gibt es eine Sprachähnlichkeit des jüdischen Familiennamens Zacharias mit Saccharose, der chemischen Formel für Zucker. Des Weiteren wird der jüdische Stamm Manasse Namensgeber für die Melasse (Sirup) sein. Weitere jüdische Familiennamen mit einen indirekten Zuckerbezug sind die Familiennamen Dolce,Süss oder Süsskind.

Grund dieser funktionellen jüdischen Namen ist, dass Zucker bzw. Zuckerprodukte in der Kulturgeschichte der Menschheit ein extrem hochwertiges Handelsprodukt war. Zum Beispiel ist bekannt, dass in der Spätantike indischer bzw. persischer Zucker, der Saccharum genannt wurde, in Rom ein Luxusgut sehr reicher Patrizier war.

Kodierung über Orte

---> siehe auch Jüdische Namenskodierung von Orten

---> siehe auch Jüdische Namenskodierung von Orten

Kodierung über einen ortsbezogen Familiennamen

Des Weiteren erfolgte auch die jüdische Namenskodierung über Orte, wie z. B. eine Stadt. Der Vorteil dieser Namenskodierung war, dass die Stammlinie geografisch gut verankert werden konnte.

Familienname Stadt
Lindauer Lindau
Kissinger Bad Kissingen
Wormser Worms
Schapiro, Shapiro, Spiro oder Spira Speyer
Halpern oder Halperin Heilbronn

Diese jüdische Namenskodierung war auch üblich in Spanien sowie Portugal. Unter den iberischen Juden sind viele Familiennamen gleichfalls ortsbezogen. Die jüdischen Familiennamen wie Espinosa, Gerondi, Cavalleria, De La Torre, del Monte, Lousada und Villa Real sind alle ortsbezogen. Dieses gilt auch für den jüdischen Namen Sasportas. Im balearischen Dialekt heißt La Porta Sasportas. Zudem kann der jüdische Familienname Asturias der Art abgleitet werden, dass diese sich auf eine jüdische Familie bezieht, die in die nördliche Provinz Asturien von Spanien migriert sind.

Kodierung bei einer geografische Trennung der Stammlinie

Eine weitere mögliche Kodierung der Stammlinie, z. B. bei einer geografischen Trennung der Stammlinie, erlaubte eine Kombination des Stammnamens mit dem neuen Wohnort. Ein Beispiel hierfür ist z. B. der jüdische Familienname Cleveland Lindauer. Ein weiteres Beispiel ist der jüdische Familienname Adamum Wesel.

Kombination eines Ortsnamen mit einem Synonyme des Stammes

Eine in der Literaur bekannte Kombination ist der Name Hirsch Frankfurt. Der Hirsch ist das Synonyme des Stammes des Stammes Naftali. Somit würde der Ort Frankfurt mit der Stammlinie Naftali in Frankfurt verankert.[13]

Kodrierung über den Vornamen

Eine weitere Möglichkeit der Kodierung der jüdischen Stammlinie sind die männlichen sowie weiblichen jüdischen Vornamen. Zum Beispiel verweist der Namen Cyrla Lindau(er), die 1917 in Łódź geboren wurde, auf dem Ort Cyrla (Pasmo Jaworzyny) im südlichen Polen. Dieses ist auch der Fall bei Laurent Lindauer (c1720, Lemberg, Lothringen). Laurent ist ein Synonyme für den Vorort des antiken Ostias Laurent(um). Dieses ist auch der Fall beim weiblichen Vornamen Myra. Der Name Myra bezieht sich die antike Stadt Lykien bei Antalya in der Türkei. Myra war schon in der klassischen Epoche von einiger Bedeutung und ab der Zeit des Hellenismus eine der sechs größten Städte des Lykischen Bundes. Aber es zeigt sich, dass viele bei den kryptojüdischen Stämmen der Familie Lindauer zwar biblische Vornamen verwendet wurden, aber diese können genauso gut christlich sein. Ein Grund wird gewesen sein, dass ein zu untypischer Vorname offenbart hätte, dass die Familie ihr Judentum kryptojüdisch lebt. Ein umfassende Liste von jüdischen Vornamen kann verschieden Interenetseiten entnommen werden.

Kordierung von Orten

Grundlage der ortsbezogenen jüdischen Namenskodierung kann auch sein, den Stamm mit einem Ort zu verankern. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, dass durch euröpaische Auswanderer, z. B. in den USA, Orte nach der Stammliene benannt haben.

---> siehe auch Jüdische Namenskodierung über Orte

Kodierung mit Persönlichkeiten

Des Weiteren wurde auch der Familiennamens auch mit einer Persönlichkeit kombiniert. Beispiele hierfür sind die Namenskombinationen Meinrad Lindauer (Tell City, Indiana) und Lindauer von Boetticher (Lettland). Leider erlaubt diese Namenskodierung nicht, die jüdische Stammlinie örtlich zu verankern.

Kodierung der Stammlinie über den Stamm

--> siehe auch Manasse (Stamm)

Außerdem wurde der Familienname vielfach mit dem Namen des jüdischen Stammes kombiniert. Dieses geschah bei der jüdischen Familie Lindauer mehrmals. Namentlich bekannt Lindauer mit dem Beinamen des Stammes Manasse sind:

  • Manasse Maier Lindauer (1720 – 1749, Gemmingen)
  • Salomon Manasse Lindauer (1759 - ????, Hohenems)
  • Manasse Seligmann Lindauer (1782 - 1840, Jebenhausen)
  • Manasse Lindauer (1840 -1902, Jebenhausen)

Transformierung des jüdischen Familiennamens

--> siehe auch Transformierung von jüdischen Familiennamen

--> siehe auch Transformation von jüdischen Familienamen mit lateinischen Buchstaben

Zur Weiteren Differenzierung der jüdischen Stammlinie erfolgte zu dem eine stetige Abwandlung des Familiennamens. Im ersten Schritt, wenn möglich würde der jüdische Familienname mit einem latenischenen Buchstaben bzw. einem Umlaut wie z. B. ö, ä, ü, ï, ,ë oder ÿ geschrieben. Zum Beispiel wurde der jüdische Name Lindeyer in Baden-Württemberg ohne Umlaut geschrieben, aber in den Niederlanden mit Umlaut ÿ.

Ein weiteres Beispiel der Transformation eines jüdischen Familiennamens ist die Transformation des Familiennamens Lindauers zu Lindaur, Lindau, Lindäer, Lindaor, Lindaner bzw. Lindaer.

Rekonstruktion der jüdischen Stammlinie

Das jüdische Kordierungssystem erlaubt es, über die verwendeten Namen, abzuleiten, zu welchem Stamm sowie zu welcher Stammlinie die jüdische Familie gehört. Dieses erlaubt es, bei einem ausreichenden Datensatz sehr gut die Stammlinie einer jüdischen Familie über mehre Jahrhundert zu rekonstruieren. Besonders leicht ist die Rekonstruktion der Stammlinie, falls eines der aschkenasische Synonyme für einen der Zwölf Stämme Isreals verwendet wird. Zum Beispiel kann gesagt werden, dass die Rothschilds laut dem biblischen Stammbaum Nachfahren des ersten Sohnes von Jakob, Ruben, sind.

Es zeigt aber eine kritische Bewertung der Stammlinie der Manasse, dass die biblische Stammlinie von Jakob mit hoher Wahrscheinlichkeit theologisch konstruiert wurde. Einer der Gründe warum diese nicht stimmen kann, ist dass z. B. in Ostindien jüdische Manasse, die jüdische Stammlinie Bnei Menashe, leben.

Kritische Namen

Die Recherche der Stammlinie der Lindauer zeigt, dass ein Lindauer mit dem Namen Wolf Lindauer zu verortet ist. Wolf Lindauer wurde in Jebenhausen 1799 geboren. Bekannt ist, dass die Lindauers Nachfahren der Manasse sind, aber der Wolf ein Synonyme für den Stamm Benjamin ist. Laut dem jüdischen Kodierungssystem sollte aber die Stammlinie eindeutig zu verankern sein. Dieses ist beim Namen Wolf Lindauer nicht der Fall. Leider erlaubt der aktuelle Rechecherstand der Stammlinie "Lindauer" nicht zu klären, warum der Name Wolf mit dem Namen Lindauer kombiniert wurde.|[14]


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Messias des Judentums[1] abgerufen am 04.02.2017
  2. Jüdischer Name [2] Wikipedia
  3. Symbolik auf jüdischen Grabsteinen [3] abgerufen an 5. Februar 2017
  4. JÜDISCHE SYMBOLIK AUF DEM FRIEDHOF [4] abgerufen an 5. Februar 2017
  5. Symbolik auf jüdischen Grabsteinen [5] abgerufen an 5. Februar 2017
  6. JÜDISCHE SYMBOLIK AUF DEM FRIEDHOF [6] abgerufen an 5. Februar 2017
  7. Symbolik auf jüdischen Grabsteinen [7] abgerufen an 5. Februar 2017
  8. Ableitung des Autors Kryobob aufgrund der Recherche seiner jüdischen Stamnline Lindauer
  9. Spurensuche [8] abgerufen 05. Februar 2017
  10. namenkun.de[9]
  11. Symbole auf jüdischen Grabsteinen [10] abgerufen 05. Februar 2017
  12. namenkun.de[11]
  13. namenkun.de [12], Blogweintrag am 29. Januar 2011 von Patrick Frank
  14. Googe Karte Linder[13]