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Eberhard Czichon: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Eberhard Czichon''' (* [[8. August]] [[1930]]) ist ein  [[Marxismus|marxistischer]] deutscher Historiker. Seine Theorien über die [[Großindustrie und Aufstieg der NSDAP|Rolle der Großindustrie beim Aufstieg der NSDAP]] gilt heute teilweise als widerlegt. Seine Veröffentlichung zu [[Hermann Josef Abs]] in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] wurde vom [[Landgericht Stuttgart]] 1972 wegen falscher Tatsachenbehauptungen verboten.
'''Eberhard Czichon''' (* [[8. August]] [[1930]]) ist ein  [[Marxismus|marxistischer]] deutscher Historiker. Seine Theorien über die [[Großindustrie und Aufstieg der NSDAP|Rolle der Großindustrie beim Aufstieg der NSDAP]] gilt heute teilweise als widerlegt. Seine Veröffentlichung zu [[Hermann Josef Abs]] in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] wurde vom [[Landgericht Stuttgart]] 1972 wegen falscher Tatsachenbehauptungen verboten.


== Das Buch ''Wer verhalf Hitler zur Macht?'' ==
== Wirken ==
1966 lernte er in [[Köln]] [[Paul Neuhöffer]] kennen, den Leiter des westdeutschen [[Pahl-Rugenstein-Verlag]]s, der ihn überzeugte, die Vorarbeiten zu seiner [[Dissertation]] zusammenzufassen und bei ihm zu veröffentlichen. Das Ergebnis war 1967 die 105 Seiten starke Broschüre ''Wer verhalf Hitler zur Macht?''<ref>Sebastian Brünger: ''Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit''. Wallstein, Göttingen 2017, S. 162 f.</ref> Darin versuchte Czichon den Aufstieg der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] durch den Einfluss der Großindustrie zu erklären. [[Adolf Hitler]] sei nur der „mühselig hochgespielte und teuer bezahlte politische Kandidat“ einer „Nazi-Gruppe“ von Industriellen, Bankiers und Großgrundbesitzern gewesen. Diese [[Theorie]] versuchte der US-amerikanische Historiker [[Henry Ashby Turner]] zu widerlegen.<ref>Eberhard Kolb: ''Die Weimarer Republik''. 2. Auflage, Oldenbourg, München 1988, S. 211 f. Hier auch das Zitat nach Eberhard Czichon: ''Wer verhalf Hitler zur Macht? Zum Anteil der deutschen Industrie an der Zerstörung der Weimarer Republik.'' Pahl-Rugenstein, Köln 1968, S. 32.</ref> Das Buch war besonders in Kreisen der westdeutschen [[68er-Bewegung]] und in [[Gewerkschaften in Deutschland|Gewerkschaftskreisen]] verbreitet.<ref>Sebastian Brünger: ''Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit''. Wallstein, Göttingen 2017, S. 163.</ref> Es erschien bis 1989 in sechs Auflagen.
Czichon lernte 1966 in [[Köln]] den Verleger [[Paul Neuhöffer]] kennen. Dieser war Leiter des westdeutschen [[Pahl-Rugenstein-Verlag]]s und überzeugte Czichon, die Vorarbeiten zu seiner [[Dissertation]] zusammenzufassen und bei ihm zu veröffentlichen. Das Ergebnis war 1967 die 105 Seiten starke Broschüre ''Wer verhalf Hitler zur Macht?''<ref>Sebastian Brünger: ''Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit''. Wallstein, Göttingen 2017, S. 162 f.</ref> Darin versuchte Czichon den Aufstieg der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] durch den Einfluss der Großindustrie zu erklären. [[Adolf Hitler]] sei nur der „mühselig hochgespielte und teuer bezahlte politische Kandidat“ einer „Nazi-Gruppe“ von Industriellen, Bankiers und Großgrundbesitzern gewesen. Diese [[Theorie]] versuchte der US-amerikanische Historiker [[Henry Ashby Turner]] zu widerlegen.<ref>Eberhard Kolb: ''Die Weimarer Republik''. 2. Auflage, Oldenbourg, München 1988, S. 211 f. Hier auch das Zitat nach Eberhard Czichon: ''Wer verhalf Hitler zur Macht? Zum Anteil der deutschen Industrie an der Zerstörung der Weimarer Republik.'' Pahl-Rugenstein, Köln 1968, S. 32.</ref> Das Buch war besonders in Kreisen der westdeutschen [[68er-Bewegung]] und in [[Gewerkschaften in Deutschland|Gewerkschaftskreisen]] verbreitet.<ref>Sebastian Brünger: ''Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit''. Wallstein, Göttingen 2017, S. 163.</ref> Es erschien bis 1989 in sechs Auflagen.


== Weblinks ==
== Weblinks ==

Version vom 16. Dezember 2019, 10:24 Uhr

Eberhard Czichon (* 8. August 1930) ist ein marxistischer deutscher Historiker. Seine Theorien über die Rolle der Großindustrie beim Aufstieg der NSDAP gilt heute teilweise als widerlegt. Seine Veröffentlichung zu Hermann Josef Abs in der Zeit des Nationalsozialismus wurde vom Landgericht Stuttgart 1972 wegen falscher Tatsachenbehauptungen verboten.

Wirken

Czichon lernte 1966 in Köln den Verleger Paul Neuhöffer kennen. Dieser war Leiter des westdeutschen Pahl-Rugenstein-Verlags und überzeugte Czichon, die Vorarbeiten zu seiner Dissertation zusammenzufassen und bei ihm zu veröffentlichen. Das Ergebnis war 1967 die 105 Seiten starke Broschüre Wer verhalf Hitler zur Macht?[1] Darin versuchte Czichon den Aufstieg der NSDAP durch den Einfluss der Großindustrie zu erklären. Adolf Hitler sei nur der „mühselig hochgespielte und teuer bezahlte politische Kandidat“ einer „Nazi-Gruppe“ von Industriellen, Bankiers und Großgrundbesitzern gewesen. Diese Theorie versuchte der US-amerikanische Historiker Henry Ashby Turner zu widerlegen.[2] Das Buch war besonders in Kreisen der westdeutschen 68er-Bewegung und in Gewerkschaftskreisen verbreitet.[3] Es erschien bis 1989 in sechs Auflagen.

Weblinks

Andere Lexika





Einzelnachweise

  1. Sebastian Brünger: Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit. Wallstein, Göttingen 2017, S. 162 f.
  2. Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik. 2. Auflage, Oldenbourg, München 1988, S. 211 f. Hier auch das Zitat nach Eberhard Czichon: Wer verhalf Hitler zur Macht? Zum Anteil der deutschen Industrie an der Zerstörung der Weimarer Republik. Pahl-Rugenstein, Köln 1968, S. 32.
  3. Sebastian Brünger: Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit. Wallstein, Göttingen 2017, S. 163.