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Altes Gildenhaus (Dortmund): Unterschied zwischen den Versionen
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Das Alte Gildenhaus in Dortmund bestand von 1300 bis 1955. Nach heftigen Diskussionen wurde der im 2. Weltkrieg beschädigte Altbau zusammen mit den teilweise wiederaufgebauten und gesicherten Ruinen des [[Altes Rathaus (Dortmund)|Alten Rathauses]] und [[Altes Theater (Dortmund)|Alten Theaters]] im Jahre 1955 abgebrochen. | Das Alte Gildenhaus in Dortmund bestand von 1300 bis 1955. Nach heftigen Diskussionen wurde der im 2. Weltkrieg beschädigte Altbau zusammen mit den teilweise wiederaufgebauten und gesicherten Ruinen des [[Altes Rathaus (Dortmund)|Alten Rathauses]] und [[Altes Theater (Dortmund)|Alten Theaters]] im Jahre 1955 abgebrochen. | ||
Das Gildenhaus in Dortmund. (Mit Abbildung.) Dortmund, die ansehnlichste Stadt Westfalens, ist heute als Mittelpunkt eines bedeutenden Bergbaues weltbekannt. Sie zählt zu den ältesten Städten des Landes, denn sie wird schon zu Anfang des zehnten Jahrhunderts genannt. Später hielten hier verschiedene Kaiser ihre Hoftage ab und dann war Dortmund eine Freie Reichs- und wehrhafte Hauptstadt, so stark befestigt, daß das Sprichwort entstand. „So fast as Dürtem“. Aus jener alten Glanzzeit sind noch verschiedene Erinnerungen erhalten, und in der Neuzeit entstand der Wunsch, die alten Bauten aus früheren Jahrhunderten wiederherzustellen. Ein hochinteressantes Bauwerk ist das Gildenhaus, das, im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet, Kauf- und Versammlungszwecken gedient hat. Das Haus ist Eigentum des Weingutsbesitzers F. Wenigheimer in Bingen und wurde im vorigen Jahre unter Beihilfe der Provinz Westfalen und der Stadt Dortmund wiederhergestellt. Damit wurde für die Stadt ein eigenartiger Schmuck geschaffen. Die obenstehende Abbildung führt uns das renovierte Bauwerk vor, und zwar nach einer Vorlage, die wir dem interessanten Werke Fr. Kullrichs „Bau- und Kunstgeschichtliches aus Dortmunds Vergangenheit.“ (Verlag von H. Hornung, Dortmund) entlehnt haben. | Das Gildenhaus in Dortmund. (Mit Abbildung.) Dortmund, die ansehnlichste Stadt Westfalens, ist heute als Mittelpunkt eines bedeutenden Bergbaues weltbekannt. Sie zählt zu den ältesten Städten des Landes, denn sie wird schon zu Anfang des zehnten Jahrhunderts genannt. Später hielten hier verschiedene Kaiser ihre Hoftage ab und dann war Dortmund eine Freie Reichs- und wehrhafte Hauptstadt, so stark befestigt, daß das Sprichwort entstand. „So fast as Dürtem“. Aus jener alten Glanzzeit sind noch verschiedene Erinnerungen erhalten, und in der Neuzeit entstand der Wunsch, die alten Bauten aus früheren Jahrhunderten wiederherzustellen. Ein hochinteressantes Bauwerk ist das Gildenhaus, das, im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet, Kauf- und Versammlungszwecken gedient hat. Das Haus ist Eigentum des Weingutsbesitzers F. Wenigheimer in Bingen und wurde im vorigen Jahre unter Beihilfe der Provinz Westfalen und der Stadt Dortmund wiederhergestellt. Damit wurde für die Stadt ein eigenartiger Schmuck geschaffen. Die obenstehende Abbildung führt uns das renovierte Bauwerk vor, und zwar nach einer Vorlage, die wir dem interessanten Werke Fr. Kullrichs „Bau- und Kunstgeschichtliches aus Dortmunds Vergangenheit.“ (Verlag von H. Hornung, Dortmund) entlehnt haben. | ||
== Baugeschichte == | |||
Wenige Jahre vor Fertigstellung des Dortmunder Rathauses (Umbau 1899) war vom ehemaligen Stadtbaurat Friedrich Kullrich zusammen mit dem Dortmunder Architekten Ernst Marx aus einer Ruine - dem ehemals Nüsserschen Haus - das sogenannte "Gildenhaus" an der Ecke Ostenhellweg Rosental als Ersatz für das abgebrochene "Sechsgildenhaus" am Westenhellweg unter Verwendung mittelalterlichen Resten und ukrundlichen Überlieferungen neugestaltet worden. Die kunstverständigen Stadtbaulete waren Feuer und Flamme für dieses Projekt, konnte doch der Stadt ein Teil der Mittelalterlichen Blüte zurückgegeben werden . Ob das Haus tatsächlich einst von Dortmunder Gilden benutzt worden war, konnte historisch nicht nachgewiesen werden. Nachweisbar ist jedoch, dass das Haus ab 1632 als Gasthaus mit dem Namen zum goldenen Löwen genutzt worden ist. Das Gildenhaus am Ostenhellweg, war bis 1945 eines der Treffpunkte in der östlichen Innenstadt und hatte eine große Wirkung auf das umliegende Gebiet. Das bombenbeschädigte Haus wurde nach 1945 nicht wiederhergestellt. In der Modernitäts-Euphorie nach dem 2.WK war man mit der Abkehr vom ewig Gestrigen beschäftigt. "Mit den Ruinen aber räumen wir auch den alten **** hinweg und das ist sicher nicht das schlechteste Erbe was wir hinterlassen!" | |||
== Architektur == | == Architektur == | ||
Im Giebel des Gildenhauses stand die Sandsteinfigur des heiligen Reinhold, des Schutzpatrons von Dortmund. Die unteren Fenster der Frontseite waren mit den Wappen Westfalens und der Stadt Dortmund geschmückt. Das Innere des Hauses, namentlich der geräumige Saal mit seiner schönen Galerie, war mit verschiedenen altertümlichen Geräten ausgestattet. An der Eingangsseite des Saales standen zwei Holzfiguren, die Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin darstellten. An der linken Wand desselben Raumes befand sich noch ein Reiterstandbild des heiligen Reinhold, das aus einem Eichenblock geschnitten war und aus dem 15. Jahrhundert stammte. | Im Giebel des Gildenhauses stand die Sandsteinfigur des heiligen Reinhold, des Schutzpatrons von Dortmund. Die unteren Fenster der Frontseite waren mit den Wappen Westfalens und der Stadt Dortmund geschmückt. Das Innere des Hauses, namentlich der geräumige Saal mit seiner schönen Galerie, war mit verschiedenen altertümlichen Geräten ausgestattet. An der Eingangsseite des Saales standen zwei Holzfiguren, die Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin darstellten. An der linken Wand desselben Raumes befand sich noch ein Reiterstandbild des heiligen Reinhold, das aus einem Eichenblock geschnitten war und aus dem 15. Jahrhundert stammte. | ||
Version vom 19. Februar 2020, 21:36 Uhr
Das Alte Gildenhaus in Dortmund bestand von 1300 bis 1955. Nach heftigen Diskussionen wurde der im 2. Weltkrieg beschädigte Altbau zusammen mit den teilweise wiederaufgebauten und gesicherten Ruinen des Alten Rathauses und Alten Theaters im Jahre 1955 abgebrochen. Das Gildenhaus in Dortmund. (Mit Abbildung.) Dortmund, die ansehnlichste Stadt Westfalens, ist heute als Mittelpunkt eines bedeutenden Bergbaues weltbekannt. Sie zählt zu den ältesten Städten des Landes, denn sie wird schon zu Anfang des zehnten Jahrhunderts genannt. Später hielten hier verschiedene Kaiser ihre Hoftage ab und dann war Dortmund eine Freie Reichs- und wehrhafte Hauptstadt, so stark befestigt, daß das Sprichwort entstand. „So fast as Dürtem“. Aus jener alten Glanzzeit sind noch verschiedene Erinnerungen erhalten, und in der Neuzeit entstand der Wunsch, die alten Bauten aus früheren Jahrhunderten wiederherzustellen. Ein hochinteressantes Bauwerk ist das Gildenhaus, das, im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet, Kauf- und Versammlungszwecken gedient hat. Das Haus ist Eigentum des Weingutsbesitzers F. Wenigheimer in Bingen und wurde im vorigen Jahre unter Beihilfe der Provinz Westfalen und der Stadt Dortmund wiederhergestellt. Damit wurde für die Stadt ein eigenartiger Schmuck geschaffen. Die obenstehende Abbildung führt uns das renovierte Bauwerk vor, und zwar nach einer Vorlage, die wir dem interessanten Werke Fr. Kullrichs „Bau- und Kunstgeschichtliches aus Dortmunds Vergangenheit.“ (Verlag von H. Hornung, Dortmund) entlehnt haben.
Baugeschichte
Wenige Jahre vor Fertigstellung des Dortmunder Rathauses (Umbau 1899) war vom ehemaligen Stadtbaurat Friedrich Kullrich zusammen mit dem Dortmunder Architekten Ernst Marx aus einer Ruine - dem ehemals Nüsserschen Haus - das sogenannte "Gildenhaus" an der Ecke Ostenhellweg Rosental als Ersatz für das abgebrochene "Sechsgildenhaus" am Westenhellweg unter Verwendung mittelalterlichen Resten und ukrundlichen Überlieferungen neugestaltet worden. Die kunstverständigen Stadtbaulete waren Feuer und Flamme für dieses Projekt, konnte doch der Stadt ein Teil der Mittelalterlichen Blüte zurückgegeben werden . Ob das Haus tatsächlich einst von Dortmunder Gilden benutzt worden war, konnte historisch nicht nachgewiesen werden. Nachweisbar ist jedoch, dass das Haus ab 1632 als Gasthaus mit dem Namen zum goldenen Löwen genutzt worden ist. Das Gildenhaus am Ostenhellweg, war bis 1945 eines der Treffpunkte in der östlichen Innenstadt und hatte eine große Wirkung auf das umliegende Gebiet. Das bombenbeschädigte Haus wurde nach 1945 nicht wiederhergestellt. In der Modernitäts-Euphorie nach dem 2.WK war man mit der Abkehr vom ewig Gestrigen beschäftigt. "Mit den Ruinen aber räumen wir auch den alten **** hinweg und das ist sicher nicht das schlechteste Erbe was wir hinterlassen!"
Architektur
Im Giebel des Gildenhauses stand die Sandsteinfigur des heiligen Reinhold, des Schutzpatrons von Dortmund. Die unteren Fenster der Frontseite waren mit den Wappen Westfalens und der Stadt Dortmund geschmückt. Das Innere des Hauses, namentlich der geräumige Saal mit seiner schönen Galerie, war mit verschiedenen altertümlichen Geräten ausgestattet. An der Eingangsseite des Saales standen zwei Holzfiguren, die Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin darstellten. An der linken Wand desselben Raumes befand sich noch ein Reiterstandbild des heiligen Reinhold, das aus einem Eichenblock geschnitten war und aus dem 15. Jahrhundert stammte.