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Neoliberalismus: Unterschied zwischen den Versionen

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== Gesellschaftsbild ==
== Gesellschaftsbild ==
Ein Hauptanliegen der neoliberalen Ideologie ist die Durchlässigkeit der [[Gesellschaft]]. Jeder soll die Möglichkeit haben, sein Leben unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft zu gestalten. Da aber auch der Zugang zu Bildung zunehmend von den finanziellen Möglichkeiten abhängt (z.B. durch [[Studiengebühr|Studiengebühren]]), ist dieser Anspruch in sich widersprüchlich.<ref>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/750618/</ref>
Ein Hauptanliegen der neoliberalen Ideologie ist angeblich die Durchlässigkeit der [[Gesellschaft]]. Jeder soll die Möglichkeit haben, sein Leben unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft zu gestalten. Da aber auch der Zugang zu Bildung zunehmend von den finanziellen Möglichkeiten abhängt (z.B. durch [[Studiengebühr|Studiengebühren]]), ist dieser Anspruch in sich widersprüchlich.<ref>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/750618/</ref>
Der zukünftige Stellenwert eines Menschen innerhalb der Gesellschaft soll von seiner eigenen Leistungsfähigkeit abhängig sein. Dabei sei die Durchlässigkeit sowohl nach oben als auch nach unten gegeben.
Der zukünftige Stellenwert eines Menschen innerhalb der Gesellschaft soll von seiner eigenen Leistungsfähigkeit abhängig sein. Dabei sei die Durchlässigkeit sowohl nach oben als auch nach unten gegeben.



Version vom 1. Juli 2020, 08:26 Uhr

Neoliberalismus ist eine Form des Wirtschaftsliberalismus und bezeichnet eine breite theoretische Strömung, zu der die Freiburger Schule (Ordoliberalismus) und die Chicagoer Schule, aber auch Vertreter der Österreichischen Schule wie Friedrich August von Hayek gerechnet werden. Als politisches Konzept, Entwicklungsmodell, Ideologie und akademisches Paradigma ist es umstritten,[1] und wird auch als politisches Schlagwort bzw. „Kampfbegriff“[2] oder „politisches Schimpfwort“[3] benutzt.

Geschichte

Bereits im 19. Jahrhundert gab es vereinzelt Autoren, die sowohl den klassischen Liberalismus wie den Sozialismus ablehnten. Der eigentliche Beginn des Neoliberalismus wird meist auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen datiert. Als erste Schulen, die meist dem Neoliberalismus zugerechnet werden, entstanden in den 1930er Jahren die Freiburger Schule (Ordoliberalismus), die School of Cannan und die Chicagoer Schule (Chicago School).

Die Soziale Marktwirtschaft entsprang nach der ursprünglichen Konzeption der 1950er Jahre ebenfalls neoliberalen Ideen im Sinne des Ordoliberalismus, aber auch den Gedanken der Christlichen Soziallehre.

Gesellschaftsbild

Ein Hauptanliegen der neoliberalen Ideologie ist angeblich die Durchlässigkeit der Gesellschaft. Jeder soll die Möglichkeit haben, sein Leben unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft zu gestalten. Da aber auch der Zugang zu Bildung zunehmend von den finanziellen Möglichkeiten abhängt (z.B. durch Studiengebühren), ist dieser Anspruch in sich widersprüchlich.[4] Der zukünftige Stellenwert eines Menschen innerhalb der Gesellschaft soll von seiner eigenen Leistungsfähigkeit abhängig sein. Dabei sei die Durchlässigkeit sowohl nach oben als auch nach unten gegeben.

Staatsverständnis

Der Neoliberalismus setzt auf Privatisierung, um die Verwaltung und den Staatsapparat effizienter zu machen. Durch Deregulierung soll den Bürgern mehr Freiraum für ihre personelle Selbstentfaltung gegeben werden. Der verbliebene Teil staatlicher Ver- und Umsorgung muss seine Wirtschaftlichkeit auf dem Freien Markt unter Beweis stellen. Das Grundverständnis des Staates besteht allein aus der Aufrechterhaltung der Inneren und Äußeren Sicherheit.

Vergleich zu Wikipedia




Einzelnachweise

  1. Taylor C. Boas und Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161.
  2. Hans Willgerodt: Der Neoliberalismus – Entstehung, Kampfbegriff und Meinungsstreit. In: Ordo, Band 57, 2006, S. 47–89, ISSN 0048-2129
  3. Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword (PDF; 316 kB)
  4. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/750618/