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Sklaverei in Brasilien: Unterschied zwischen den Versionen
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Lange bevor die ersten portugiesischen Siedler sich 1516 in Brasilien niederließen, war es üblich dass native Bevölkerungsgruppen wie die [[Papanase]], [[Guaianase]] oder [[Tupinambá]] Angehörige anderer nativer Gruppen versklavten. Die gefangenen und versklavten Personen lebten und arbeiteten dabei in den Gemeinschaften in die sie verschleppt wurden. Dabei dienten sie auch als Trophäen der kriegerischen Kraft des sie versklavenden Stammes. Einige Sklaven konnten fliehen, erreichten aber wegen der [[Stigma]]tisierung als ehemalige Sklaven in ihren Herkunftsstämmen nie wieder ihren einstigen gesellschaftlichen Status. In der Sklaverei heirateten manche sogar als Zeichen der Akzeptanz aber auch Unterwerfung. Für von [[Kannibalismus|kannibalistischen]] Stämmen Versklavte bestand jederzeit die Gefahr der blutrünstigen rituellen Opferung. | Lange bevor die ersten portugiesischen Siedler sich 1516 in Brasilien niederließen, war es üblich dass native Bevölkerungsgruppen wie die [[Papanase]], [[Guaianase]] oder [[Tupinambá]] Angehörige anderer nativer Gruppen versklavten. Die gefangenen und versklavten Personen lebten und arbeiteten dabei in den Gemeinschaften in die sie verschleppt wurden. Dabei dienten sie auch als Trophäen der kriegerischen Kraft des sie versklavenden Stammes. Einige Sklaven konnten fliehen, erreichten aber wegen der [[Stigma]]tisierung als ehemalige Sklaven in ihren Herkunftsstämmen nie wieder ihren einstigen gesellschaftlichen Status. In der Sklaverei heirateten manche sogar als Zeichen der Akzeptanz aber auch Unterwerfung. Für von [[Kannibalismus|kannibalistischen]] Stämmen Versklavte bestand jederzeit die Gefahr der blutrünstigen rituellen Opferung. | ||
== Versklavung der Ureinwohner ab 1516 == | == Versklavung der Ureinwohner ab 1516 == | ||
Am 22. April des Jahres 1500 landete eine [[Portugal|portugiesische]] Flotte unter dem Kommando von [[Pedro Álvares Cabral]] nahe der heutigen Stadt [[Porto Seguro]] in der brasilianischen [[Provinz Bahia]]. Die eigentliche Kolonisation des Landes begann dann erst ab dem Jahr 1516. Die Portugiesen begannen schon bald damit, einheimischen Stämmen Sklaven abzukaufen oder auch selber Ureinwohner gefangen zu nehmen und zu versklaven. Diese arbeiteten überwiegend auf von den Portugiesen errichteten [[Zuckerrohr]][[plantage]]n. Eingeschleppte Krankheiten, hohe Mortalitätsraten auf den Plantagen und die Sklavenjagden dezimierten die [[Indianer|indianische]] Bevölkerung aber bald so stark, dass die Pflanzer zunehmend dazu übergingen, Sklaven aus [[Afrika]] zu importieren. | Am 22. April des Jahres 1500 landete eine [[Portugal|portugiesische]] Flotte unter dem Kommando von [[Pedro Álvares Cabral]] nahe der heutigen Stadt [[Porto Seguro]] in der brasilianischen [[Provinz Bahia]]. Die eigentliche Kolonisation des Landes begann dann erst ab dem Jahr 1516. Die Portugiesen begannen schon bald damit, einheimischen Stämmen Sklaven abzukaufen oder auch selber Ureinwohner gefangen zu nehmen und zu versklaven. Diese arbeiteten überwiegend auf von den Portugiesen errichteten [[Zuckerrohr]][[plantage]]n. Die Ausbeutung indianischer Sklaven erreichte zwischen 1540 und 1570 ihren Höhepunkt. Eingeschleppte Krankheiten, hohe Mortalitätsraten auf den Plantagen und die Sklavenjagden dezimierten die [[Indianer|indianische]] Bevölkerung aber bald so stark, dass die Pflanzer zunehmend dazu übergingen, Sklaven aus [[Afrika]] zu importieren. | ||
== Import von Sklaven aus Afrika == | == Import von Sklaven aus Afrika == | ||
Version vom 16. August 2020, 06:04 Uhr
Die Sklaverei in Brasilien erstreckte sich über einen Zeitraum von über 400 Jahre und wurde erst 1888 mit der Lei Áurea (dt.: Goldenes Gesetz) offiziell abgeschafft.
Sklaverei im indigenen Brasilien vor 1516
Lange bevor die ersten portugiesischen Siedler sich 1516 in Brasilien niederließen, war es üblich dass native Bevölkerungsgruppen wie die Papanase, Guaianase oder Tupinambá Angehörige anderer nativer Gruppen versklavten. Die gefangenen und versklavten Personen lebten und arbeiteten dabei in den Gemeinschaften in die sie verschleppt wurden. Dabei dienten sie auch als Trophäen der kriegerischen Kraft des sie versklavenden Stammes. Einige Sklaven konnten fliehen, erreichten aber wegen der Stigmatisierung als ehemalige Sklaven in ihren Herkunftsstämmen nie wieder ihren einstigen gesellschaftlichen Status. In der Sklaverei heirateten manche sogar als Zeichen der Akzeptanz aber auch Unterwerfung. Für von kannibalistischen Stämmen Versklavte bestand jederzeit die Gefahr der blutrünstigen rituellen Opferung.
Versklavung der Ureinwohner ab 1516
Am 22. April des Jahres 1500 landete eine portugiesische Flotte unter dem Kommando von Pedro Álvares Cabral nahe der heutigen Stadt Porto Seguro in der brasilianischen Provinz Bahia. Die eigentliche Kolonisation des Landes begann dann erst ab dem Jahr 1516. Die Portugiesen begannen schon bald damit, einheimischen Stämmen Sklaven abzukaufen oder auch selber Ureinwohner gefangen zu nehmen und zu versklaven. Diese arbeiteten überwiegend auf von den Portugiesen errichteten Zuckerrohrplantagen. Die Ausbeutung indianischer Sklaven erreichte zwischen 1540 und 1570 ihren Höhepunkt. Eingeschleppte Krankheiten, hohe Mortalitätsraten auf den Plantagen und die Sklavenjagden dezimierten die indianische Bevölkerung aber bald so stark, dass die Pflanzer zunehmend dazu übergingen, Sklaven aus Afrika zu importieren.
Import von Sklaven aus Afrika
Literatur
- J. Meissner, U. Mücke und K. Weber: Schwarzes Amerika - Eine Geschichte der Sklaverei, C.H. Beck, München, 2007, Seite 213 bis 218