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Psychopharmakon: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein '''Psychopharmakon''' ([[Plural]]: '''Psychopharmaka''') ist ein [[Arzneimittel]], das in der Regel zur Behandlung von verschiedenen [[Psychische Störung|psychischen Störungen]] wie zum Beispiel [[Psychose]]n, [[Depression]]en und Epilepsie eingesetzt wird. Es beeinflusst die [[neuron]]alen Abläufe im [[Gehirn]] und bewirkt dadurch eine Veränderung der [[Psyche|psychischen]] Verfassung. Die Wirkung vieler Psychopharmaka wurde zunächst nur zufällig an Patienten beobachtet. Eine systematische Forschung fand erst ab den 1970er Jahren statt und ist vor allem eine interdisziplinäre Aufgabe zwischen [[Klinische Psychologie|Klinischer Psychologie]] und [[Psychiatrie]]. | Ein '''Psychopharmakon''' ([[Plural]]: '''Psychopharmaka''') ist ein [[Arzneimittel]], das in der Regel zur Behandlung von verschiedenen [[Psychische Störung|psychischen Störungen]] wie zum Beispiel [[Psychose]]n, [[Depression]]en und Epilepsie eingesetzt wird. Es beeinflusst die [[neuron]]alen Abläufe im [[Gehirn]] und bewirkt dadurch eine Veränderung der [[Psyche|psychischen]] Verfassung. Die Wirkung vieler Psychopharmaka wurde zunächst nur zufällig an Patienten beobachtet. Eine systematische Forschung fand erst ab den 1970er Jahren statt und ist vor allem eine interdisziplinäre Aufgabe zwischen [[Klinische Psychologie|Klinischer Psychologie]] und [[Psychiatrie]]. | ||
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Die moderne Psychopharmakologie wurde durch den Psychiater [[Emil Kraepelin]] begründet. Im Jahr 1883 veröffentlichte er die Arbeit ''Über die Einwirkung einiger medikamentöser Stoffe auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge.'' Kraepelin führte wichtige methodische Neuerungen wie [[Placebo|Placebo-Kontrolle]] und die systematische Untersuchung von Dosierungsvarianten ein. | |||
Der eigentliche Durchbruch erfolgte im Jahr 1949 mit der Entdeckung der antimanischen Wirkung von [[Lithiumtherapie|Lithium]] und 1952 mit der Entdeckung des [[Chlorpromazin]] zur Behandlung von [[Psychose|Psychosen]].<ref>Hans Bangen: ''Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie.'' Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4.</ref> | |||
Im Jahr 1957 erfolgte die Entdeckung von [[Imipramin]] zur Behandlung der [[Depression|unipolaren Depression]], 1958 dann die Entdeckung des [[Haloperidol]]. Ab den 1960er Jahren gehörten die [[Benzodiazepin|Benzodiazepine]] zu den meistverkauften Medikamenten. | |||
== Kritik == | == Kritik == | ||
Version vom 2. November 2020, 10:23 Uhr
Ein Psychopharmakon (Plural: Psychopharmaka) ist ein Arzneimittel, das in der Regel zur Behandlung von verschiedenen psychischen Störungen wie zum Beispiel Psychosen, Depressionen und Epilepsie eingesetzt wird. Es beeinflusst die neuronalen Abläufe im Gehirn und bewirkt dadurch eine Veränderung der psychischen Verfassung. Die Wirkung vieler Psychopharmaka wurde zunächst nur zufällig an Patienten beobachtet. Eine systematische Forschung fand erst ab den 1970er Jahren statt und ist vor allem eine interdisziplinäre Aufgabe zwischen Klinischer Psychologie und Psychiatrie.
Geschichte
Die moderne Psychopharmakologie wurde durch den Psychiater Emil Kraepelin begründet. Im Jahr 1883 veröffentlichte er die Arbeit Über die Einwirkung einiger medikamentöser Stoffe auf die Dauer einfacher psychischer Vorgänge. Kraepelin führte wichtige methodische Neuerungen wie Placebo-Kontrolle und die systematische Untersuchung von Dosierungsvarianten ein.
Der eigentliche Durchbruch erfolgte im Jahr 1949 mit der Entdeckung der antimanischen Wirkung von Lithium und 1952 mit der Entdeckung des Chlorpromazin zur Behandlung von Psychosen.[1]
Im Jahr 1957 erfolgte die Entdeckung von Imipramin zur Behandlung der unipolaren Depression, 1958 dann die Entdeckung des Haloperidol. Ab den 1960er Jahren gehörten die Benzodiazepine zu den meistverkauften Medikamenten.
Kritik
Aus einem Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer GEK von 2012 ging hervor, dass Frauen zwei- bis dreimal mehr süchtig machende Psychopharmaka verschrieben bekamen als Männer. Experten bewerteten es in diesem Zusammenhang als bedenklich, dass Verschreibungen von Psychopharmaka in Deutschland immer häufiger auf Privatrezept durchgeführt werden und dadurch nicht im vollen Umfang in die Kassenstatistiken eingehen.[2] Da die Verschreibung weniger Zeit beansprucht als eine Psychotherapie, können auch Kostengründe dabei eine Rolle spielen. Ein weiteres Problem ist, dass manche Medikamente wie Echter Baldrian sowie weitere Schlaf- und Beruhigungsmittel (Sedativa) auch ohne ärztliches Rezept in Apotheken erhältlich sind.
Andere Lexika
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Einzelnachweise
- ↑ Hans Bangen: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4.
- ↑ Hanna Gieffers: Studie: Frauen nehmen mehr Psychopharmaka als Männer. In: Der Tagesspiegel. 2012-06-27. Abgerufen am 8. Januar 2020.