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Freie Demokratische Partei: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Freie Demokratische Partei''' (kurz: FDP, bis 2016 auch ''Die Liberalen'', seitdem ''Freie Demokraten'') ist eine [[Kleinpartei]] in der [[Bundesrepublik Deutschland]], die sich dem [[Liberalismus]] verbunden fühlt. Von 1949 bis 2013 prägte sie die Politik Deutschlands maßgeblich mit, da sie im Rahmen eines damaligen Dreiparteiensystems das "Zünglein an der Waage" zwischen den großen Parteien [[SPD]] und [[CDU]] spielen konnte. | Die '''Freie Demokratische Partei''' (kurz: FDP, bis 2016 auch ''Die Liberalen'', seitdem ''Freie Demokraten'') ist eine [[Kleinpartei]] in der [[Bundesrepublik Deutschland]], die sich dem [[Liberalismus]] verbunden fühlt. Von 1949 bis 2013 prägte sie die Politik Deutschlands maßgeblich mit, da sie im Rahmen eines damaligen Dreiparteiensystems das "Zünglein an der Waage" zwischen den großen Parteien [[SPD]] und [[CDU]] spielen konnte. | ||
Version vom 13. Juni 2021, 11:33 Uhr
| Parteivorsitzender | Christian Lindner |
| Generalsekretär | Volker Wissing |
| Stellvertretende Vorsitzende | Wolfgang Kubicki Nicola Beer Johannes Vogel |
| Bundesgeschäftsführer | Michael Zimmermann |
| Bundesschatzmeister | Harald Christ |
| Ehrenvorsitzende | Hermann Otto Solms (seit 2020) |
| Gründung | 12. Dezember 1948 |
| Gründungsort | Heppenheim |
| Hauptsitz | Hans-Dietrich-Genscher-Haus Reinhardtstraße 14 10117 Berlin |
| Ausrichtung | Liberalismus Wirtschaftsliberalismus Europäischer Föderalismus[2] |
| Farbe(n) | Gelb, Blau[3] |
| Europaabgeordnete | Vorlage:Infobox Partei/Mandate |
| Staatliche Zuschüsse | 15.694.937,26 Euro (2020)[4] |
| Mitgliederzahl | 65.500 (Stand: Ende Dezember 2019)[1] |
| Mindestalter | 16 Jahre |
| Durchschnittsalter | 52 Jahre (Stand: 12. April 2019)[5] |
| Frauenanteil | 21,6 Prozent (Stand: 12. April 2019)[5] |
| Internationale Verbindungen | Liberale Internationale (LI) |
| Europapartei | Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) |
| EP-Fraktion | Renew Europe (RE) |
| Website | fdp.de |
Die Freie Demokratische Partei (kurz: FDP, bis 2016 auch Die Liberalen, seitdem Freie Demokraten) ist eine Kleinpartei in der Bundesrepublik Deutschland, die sich dem Liberalismus verbunden fühlt. Von 1949 bis 2013 prägte sie die Politik Deutschlands maßgeblich mit, da sie im Rahmen eines damaligen Dreiparteiensystems das "Zünglein an der Waage" zwischen den großen Parteien SPD und CDU spielen konnte.
Geschichte
Die FDP ging nach dem Zweiten Weltkrieg aus mehreren, teilweise liberalen Parteien hervor. Im Deutschen Bundestag war die FDP bis 2013 ununterbrochen vertreten. Die FDP stellte auch den ersten und vierten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Sie war oft als Koalitionspartner an der Bundesregierung beteiligt und stellte mehrere Außenminister und Vizekanzler, zum Beispiel 1974-1992 mit Hans-Dietrich Genscher. Ihr bestes Wahlergebnis erreichte sie 2009 mit 14,9% unter dem inzwischen verstorbenen Guido Westerwelle. 2013 scheiterte sie erstmals bei einer Bundestagswahl an der 5-Prozent-Hürde und ist seitdem nicht mehr im Bundestag vertreten. Von diesem Einbruch erholte sich die Partei in den Landtagswahlen rasch unter der Führung von Christian Lindner. So kehrte die FDP nicht nur in zahlreiche Landtage gestärkt zurück, sondern konnte auch wieder in die Regierung eintreten, etwa in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.
Zur Unterscheidung: Es gibt auch in der Schweiz eine FDP. Sie ist wesentlich älter als die deutsche FDP und war in ihren Anfängen im 19. Jahrhundert unter dem Namen Liberale Gründerin des schweizerischen Bundesstaates in der heutigen Form.[6]
Politische Ausrichtung
Seit ihrer Gründung 1948 versteht sich die FDP als liberale Partei der politischen Mitte. Sie ist stark wirtschaftsliberal ausgerichtet, setzt auf Eigenverantwortung der Bürger statt auf den Sozialstaat und ist gesellschaftlich sowie bürgerrechtlich modernistisch ausgerichtet. Die EU befürwortet sie, allerdings pragmatischer und weniger ideologisch gefärbt als CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen.
In der FDP gibt es immer wieder Strömungen nach Rechts. Ein Beispiel war Alexander von Stahl. Aus neuerer Zeit ist ein Zitat des FDP-Politikers Stefan Scharf bekannt geworden, der im Jahr 2019 den jüdischen Journalisten Henryk M. Broder wegen seiner Rede vor der AfD-Fraktion als „Hofjude mit neuer Dienstherrin“ bezeichnete. Mit der „Dienstherrin“ ist Alice Weidel gemeint, mit der sich Broder fotografieren ließ. Ein Hofjude war in früheren Jahrhunderten ein jüdischer Kaufmann, der Luxuswaren, Heereslieferungen oder Kapital für den christlichen Herrscher beschaffte. Mit dieser Wortwahl stellte sich Scharf in die Tradition des Antisemitismus der NSDAP. Man scheint seinen Antisemitismus in der Partei stillschweigend zu dulden oder sogar zu unterstützen.[7][8][9]
Heute ist sie eher in der rechten Mitte des Parteienspektrums positioniert. Einige FDP-Politiker unterstützen Kandidaten der AfD.[10] FDP-Chef Christian Lindner äußerte sogar Verständnis für die Wähler der AfD.[11] Deshalb nennt man die FDP auch AfD light. [12] Bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen erhielt der FDP-Politiker Thomas Kemmerich am 5. Februar 2020 im dritten Wahlgang von den Fraktionen der AfD, CDU und FDP insgesamt 45 Stimmen.
Wahlergebnisse
Die FDP bestimmte zwar seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland neben SPD und CDU maßgeblich bei der Politik mit, scheiterte jedoch erstmals 2013 an der 5-Prozent-Hürde im Bundestag.
Weblinks
Literatur
- Jürgen Dittberner: FDP – Geschichte, Personen, Organisation, Perspektiven. Eine Einführung. 2. Auflage, Wiesbaden 2010
- Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013
- Hans Vorländer: Freie Demokratische Partei (FDP). In: Frank Decker, Viola Neu (Hg.): Handbuch der deutschen Parteien. 2. Auflage, Wiesbaden 2013
- Stephen Padgett, William E. Paterson, Reimut Zohlnhöfer: Developments in German Politics 4. Palgrave Macmillan, 2014
Einzelnachweis
- ↑ Fehlender Parameter „zugriff“, oder „zugriff-jahr“ (Hilfe) CDU und SPD verlieren Mitglieder. In: t-online.de. 2020-01-16..
- ↑ „Wahl-O-Mat Europawahl 2019 - Vergleich der Positionen“, Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 30. Juni 2019
- ↑ Fehlender Parameter „zugriff“, oder „zugriff-jahr“ (Hilfe) Freie Demokraten - FDP. Gestaltungsfreiheiten. Freie Demokratische Partei, S. 6.. (PDF)
- ↑ Fehlender Parameter „zugriff“, oder „zugriff-jahr“ (Hilfe) Festsetzung der staatlichen Mittel für das Jahr 2020 (Stand: 19. April 2021). (PDF)
- ↑ 5,0 5,1 Fehlender Parameter „zugriff“, oder „zugriff-jahr“ (Hilfe) Neue Mitglieder der FDP – Der Lindner-Effekt. In: Spiegel Online. 2019-04-23..
- ↑ E. Gruner et al.: Bürger, Staat und Politik in der Schweiz
- ↑ https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/antisemitismus-eklat-fdp-spitzenkandidat-nennt-henryk-m-broder-hofjude-a2782761.html
- ↑ https://afdkompakt.de/2019/02/01/henryk-m-broder-als-hofjude-zu-bezeichnen-ist-geschmacklos-stefan-scharf-fdp/]
- ↑ [https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/henryk-m-broder-antisemitismus-eklat-um-fdp-spitzenkandidaten-59877382.bild.html
- ↑ Bericht in der Frankfurter Allgemeine Zeitung am 27. Januar 2019: Warum Hessens FDP einen AfD-Kandidaten wählt
- ↑ Bericht in der Tageszeitung Die Welt am 30. September 2018: Lindner nimmt AfD-Wähler in Schutz
- ↑ https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2017/august/afd-light-lindners-neue-fdp