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Leistungsgesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Leistungsgesellschaft''' ist | '''Leistungsgesellschaft''' ist die Modellvorstellung einer [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie [[Einkommen]], [[Ansehen]] (Prestige) und [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen [[Arbeitsleistung]] erfolgt, Entsprechende Ausführungen zur Gesellschaftt finden sich bereist bei [[Pierre Bourdieu]], der die [[bürgerliche Gesellschaft]] mit der [[Feudalgesellschaft]] vergleicht; doch durch das [[Erbrecht]] und die [[Kooptation]] in die führenden Schichten wird das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Der SPD-Politiker [[Erhard Eppler]] kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“<ref>Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft'', 2011, S. 72</ref> | ||
In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden. | In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden. | ||
Version vom 10. Dezember 2022, 16:14 Uhr
Leistungsgesellschaft ist die Modellvorstellung einer Gesellschaft, in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie Einkommen, Ansehen (Prestige) und Vermögen auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen Arbeitsleistung erfolgt, Entsprechende Ausführungen zur Gesellschaftt finden sich bereist bei Pierre Bourdieu, der die bürgerliche Gesellschaft mit der Feudalgesellschaft vergleicht; doch durch das Erbrecht und die Kooptation in die führenden Schichten wird das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Der SPD-Politiker Erhard Eppler kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“[1]
In der Bildungspolitik gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die Schule auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.[2] Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden.
Literatur
- Erhard Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft. Epochenwechsel nach der Blamage der Marktliberalen. 2011, ISBN 978-3-8012-0422-8
- Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel, (Hg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2, Göttingen 1983.
- Michael Hartmann: Der Mythos der Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft. Campus Verlag, Frankfurt am Main / New York 2002.
Weblinks
- https://www.deutschlandfunkkultur.de/hohes-einkommen-leistungstraeger-mythos-ungerechtigkeit-100.html
- https://www.nzz.ch/meinung/lernerfahrung-scheitern-schule-in-der-leistungsgesellschaft-ld.1702671
Einzelnachweise
- ↑ Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft, 2011, S. 72
- ↑ Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht, Beitrag der Friedrich-Ebert-Stiftung vom September 2022
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