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Leistungsgesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Leistungsgesellschaft''' ist die Modellvorstellung einer [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie [[Einkommen]], [[Ansehen]] (Prestige) und [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen [[Arbeitsleistung]] erfolgt, Entsprechende Ausführungen zur Gesellschaftt finden sich bereist bei [[Pierre Bourdieu]], der die [[bürgerliche Gesellschaft]] mit der [[Feudalgesellschaft]] vergleicht; doch durch das [[Erbrecht]] und die [[Kooptation]] in die führenden Schichten wird das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Durchbrochen wird sie auch dadurch, dass die Leistungsgerechtigkeit durch die Abgaben -und Steuerpolitik durch Akteure wie den Staat dazu führt, dass sich Leistung nicht mehr lohnt.  
'''Leistungsgesellschaft''' ist die Modellvorstellung einer [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie [[Einkommen]], [[Ansehen]] (Prestige) und [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen [[Arbeitsleistung]] erfolgt, Entsprechende Ausführungen zur Gesellschaftt finden sich bereist bei [[Pierre Bourdieu]], der die [[bürgerliche Gesellschaft]] mit der [[Feudalgesellschaft]] vergleicht; doch durch das [[Erbrecht]] und die [[Kooptation]] in die führenden Schichten wird das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Durchbrochen wird sie auch dadurch, dass die Leistungsgerechtigkeit durch die Abgaben -und Steuerpolitik durch Akteure wie den Staat dazu führt, dass sich Leistung nicht mehr lohnt.  
Die Folgen einer Leistungsgesellschaft sind für alle Mitglieder einer Volkswirtschaft positiv. Durch die Leistungsbereitschaft vieler Unternehmen steigt das Bruttoinlandsprodukt. Die Inflationsrate kann auf einem niedrigen Stand gehalten werden. Weil jeder der arbeitet, Güter konsumieren muss, ist die Nachfrage nach den Produkten der Unternehmen hoch. Für die Ausführung der Tätigkeiten stellen die Betriebe neue Mitarbeiter ein. Hiervon profitieren auch die privaten Haushalte, weil ihr verfügbares Einkommen steigt. Daher sind die Auswirkungen einer Leistungsgesellschaft als positiv zu werten.
Die Folgen einer Leistungsgesellschaft sind für alle Mitglieder einer Volkswirtschaft positiv. Durch die Leistungsbereitschaft vieler Unternehmen steigt das Bruttoinlandsprodukt. Die Inflationsrate kann auf einem niedrigen Stand gehalten werden. Weil jeder der arbeitet, Güter konsumieren muss, ist die Nachfrage nach den Produkten der Unternehmen hoch. Für die Ausführung der Tätigkeiten stellen die Betriebe neue Mitarbeiter ein. Hiervon profitieren auch die privaten Haushalte, weil ihr verfügbares Einkommen steigt. Daher sind die Auswirkungen einer Leistungsgesellschaft als positiv zu werten. Der Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft ist der Kommunismus, in welchem die Bezahlung der Menschen nicht nach Leistung erfolgt.  


In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden.  Der SPD-Politiker [[Erhard Eppler]] kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“<ref>Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft'', 2011, S. 72</ref>
In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden.  Der SPD-Politiker [[Erhard Eppler]] kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“<ref>Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft'', 2011, S. 72</ref>

Version vom 10. Dezember 2022, 16:22 Uhr

Leistungsgesellschaft ist die Modellvorstellung einer Gesellschaft, in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie Einkommen, Ansehen (Prestige) und Vermögen auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen Arbeitsleistung erfolgt, Entsprechende Ausführungen zur Gesellschaftt finden sich bereist bei Pierre Bourdieu, der die bürgerliche Gesellschaft mit der Feudalgesellschaft vergleicht; doch durch das Erbrecht und die Kooptation in die führenden Schichten wird das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Durchbrochen wird sie auch dadurch, dass die Leistungsgerechtigkeit durch die Abgaben -und Steuerpolitik durch Akteure wie den Staat dazu führt, dass sich Leistung nicht mehr lohnt. Die Folgen einer Leistungsgesellschaft sind für alle Mitglieder einer Volkswirtschaft positiv. Durch die Leistungsbereitschaft vieler Unternehmen steigt das Bruttoinlandsprodukt. Die Inflationsrate kann auf einem niedrigen Stand gehalten werden. Weil jeder der arbeitet, Güter konsumieren muss, ist die Nachfrage nach den Produkten der Unternehmen hoch. Für die Ausführung der Tätigkeiten stellen die Betriebe neue Mitarbeiter ein. Hiervon profitieren auch die privaten Haushalte, weil ihr verfügbares Einkommen steigt. Daher sind die Auswirkungen einer Leistungsgesellschaft als positiv zu werten. Der Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft ist der Kommunismus, in welchem die Bezahlung der Menschen nicht nach Leistung erfolgt.

In der Bildungspolitik gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die Schule auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.[1] Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden. Der SPD-Politiker Erhard Eppler kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“[2]


Literatur

  • Erhard Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft. Epochenwechsel nach der Blamage der Marktliberalen. 2011, ISBN 978-3-8012-0422-8
  • Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel, (Hg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2, Göttingen 1983.
  • Michael Hartmann: Der Mythos der Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft. Campus Verlag, Frankfurt am Main / New York 2002.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht, Beitrag der Friedrich-Ebert-Stiftung vom September 2022
  2. Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft, 2011, S. 72

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