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Leistungsgesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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Fmrauch (Diskussion | Beiträge)
orientiert sich schon an den Tarifverträgen, die Kritik ist zu dünn
Fmrauch (Diskussion | Beiträge)
z.T. falsch, da auch die Planwirtschaft das Leistungsprinzip verfolgte
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In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden.  Der SPD-Politiker [[Erhard Eppler]] kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“<ref>Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft'', 2011, S. 72</ref>  
In der [[Bildungspolitik]] gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die [[Schule]] auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.<ref>[https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/artikelseite/das-problem-mit-der-leistungsgesellschaft-arbeit-und-bildung-neu-gedacht ''Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht''], Beitrag der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] vom September 2022</ref> Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden.  Der SPD-Politiker [[Erhard Eppler]] kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“<ref>Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft'', 2011, S. 72</ref>  


Der Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft ist der [[Kommunismus]] mit seiner [[Planwirtschaft]], die sich im Lauf der Geschichte aber immer als wirtschaftlich ineffizienter als eine Leistungsgesellschaft erwiesen hat, zwangsläufig in einer Mangelwirtschaft endet und auch nur auf undemokratischem Wege mittels einer Diktatur umsetzbar ist.
Gegenentwürfe zur Leistungsgesellschaft finden sich im [[Kommunismus]] und [[Sozialismus]], indem zum Beispiel gefordert wird, dass alle Arbeiter die gleiche Bezahlung erhalten sollen. Dabei wird die Ansicht vertreten, dass Leistung auch in anderer Form belohnt werden kann, zum Beispiel durch Auszeichnung und Karriere in der Partei.
 
== Literatur ==
== Literatur ==
* Erhard Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft. Epochenwechsel nach der Blamage der Marktliberalen.'' 2011, ISBN 978-3-8012-0422-8
* Erhard Eppler: ''Eine solidarische Leistungsgesellschaft. Epochenwechsel nach der Blamage der Marktliberalen.'' 2011, ISBN 978-3-8012-0422-8

Version vom 12. Dezember 2022, 11:02 Uhr

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Leistungsgesellschaft ist ein bildungspolitischer Kampfbegriff und die Modellvorstellung einer Gesellschaft, in welcher die Verteilung angestrebter Werte und Güter wie Einkommen, zum Teil auch Ansehen (Prestige) und Vermögen auf die einzelnen Personen entsprechend der jeweiligen vom freien Markt nachgefragten Arbeitsleistung erfolgt. [1]

Entsprechende Ausführungen zum Gesellschaftsmodell finden sich bereits bei Pierre Bourdieu, der die bürgerliche Gesellschaft mit der Feudalgesellschaft vergleicht. Durch das Erbrecht und die Kooptation in die führenden Schichten sei nach Bordieu das Leistungsprinzip immer wieder durchbrochen. Durchbrochen wird das Leistungsprinzip oft auch durch Eingriffe wie festgelgte Mindestlöhne, staatliche Transferleistungen wie Hartz IV oder staatliche Subventionen. Kritisiert wird auch, dass sich durch die Abgaben- und Steuerpolitik des Staates Leistung teilweise nicht mehr lohnt.

Meist wird der Begriff Leistungsgesellschaft positiv interpretiert: Durch die Leistungsbereitschaft der arbeitenden Bevölkerung und damit der Unternehmen steigen Effizienz und Innovationsniveau der Wirtschaft und damit das Bruttoinlandsprodukt.

In der Bildungspolitik gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um die Frage, inwieweit und in welcher Weise die Schule auf das Leben in einer „Leistungsgesellschaft“ vorbereiten soll.[2] Der oft zitierte Satz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ kann in diesem Zusammenhang verschieden interpretiert werden. Der SPD-Politiker Erhard Eppler kritisierte 2011: „Leistung ist zunächst einmal Arbeit, aber eben eine, von der andere Menschen etwas haben. Das muss nicht der Arbeitgeber sein, das können auch Kinder sein, die versorgt, erzogen, ermutigt und gefördert werden. Es kann auch eine Stadt sein, wenn dem Bürgermeister am Ende seiner Amtszeit bestätigt wird, was er für seine Stadt ‚geleistet‘ hat. Oder die Zuhörer eines Violinkonzertes, wenn ihnen das Spiel einer Geigerin zu Herzen ging.“[3]

Gegenentwürfe zur Leistungsgesellschaft finden sich im Kommunismus und Sozialismus, indem zum Beispiel gefordert wird, dass alle Arbeiter die gleiche Bezahlung erhalten sollen. Dabei wird die Ansicht vertreten, dass Leistung auch in anderer Form belohnt werden kann, zum Beispiel durch Auszeichnung und Karriere in der Partei.

Literatur

  • Erhard Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft. Epochenwechsel nach der Blamage der Marktliberalen. 2011, ISBN 978-3-8012-0422-8
  • Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel, (Hg.): Soziale Ungleichheiten. Soziale Welt, Sonderband 2, Göttingen 1983.
  • Michael Hartmann: Der Mythos der Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft. Campus Verlag, Frankfurt am Main / New York 2002.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Anm.: Es gibt unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Leistung": Nach dem dahinter stehenden Zeit- oder Kraftaufwand, der fachlichen Qualität einer Leistung, der hinter der Leistung stehenden Motivation, dem gefühlten sozialen, ethischen oder gesellschaftlichen Wert der Leistung, und so weiter. Letztendlich sind aber immer nur das Ergebnis und die Verwertbarkeit einer Leistung und nicht oben genannte Kriterien entscheidend, und das Ergebnis bzw. der Wert einer Leistung wird nur über die Verkäuflichkeit dieser auf dem freien Markt bestimmt. So kann etwa der ohne viel Arbeit erzielte Glückstreffer eines motorischen Faulzenzers aufgrund seiner hohen Verwertbarkeit d.h. seines Verkaufspotentials vom Markt höher bewertet werden als die jahrelange konzentrierte Arbeit eines hochqualifizierten Wissenschaftlers. (Lars Distelhorst: Leistung - Das Endstadium der Ideologie, transcript Verlag, 2014, Seite 38)
  2. Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht, Beitrag der Friedrich-Ebert-Stiftung vom September 2022
  3. Eppler: Eine solidarische Leistungsgesellschaft, 2011, S. 72

Andere Lexika