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Geschichte Russlands: Unterschied zwischen den Versionen
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Russland erlebte zu Anfang des 20. Jahrhunderts drei [[Revolution]]en. Die erste Revolution war die als [[Petersburger Blutsonntag]] in die Geschichte eingegangene, faktisch gescheiterte Revolution von 1905. Dadurch entstand aus der [[Duma]] ein [[Parlament]], welches jedoch wenig Macht hatte und dem [[Zar]]en, das heißt dem russischen [[Kaiser]], teilweise nur beratend zur Seite stand. | Russland erlebte zu Anfang des 20. Jahrhunderts drei [[Revolution]]en. Die erste Revolution war die als [[Petersburger Blutsonntag]] in die Geschichte eingegangene, faktisch gescheiterte Revolution von 1905. Dadurch entstand aus der [[Duma]] ein [[Parlament]], welches jedoch wenig Macht hatte und dem [[Zar]]en, das heißt dem russischen [[Kaiser]], teilweise nur beratend zur Seite stand. | ||
Die zweite Revolution war die Februarrevolution im Jahr [[1917]] mit der Abdankung des Zaren sowie der damit einhergehenden Gründung einer [[Republik]]. Dagegen fiel die dritte der damaligen Revolutionen - die [[Oktoberrevolution]] - in die Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] und hatte die Machtübernahme der [[Bolschewiki]] unter [[Lenin]]s zur Folge. Das Kaiserreich war durch den Ersten Weltkrieg in einer wirtschaftlich schwierige Situation, und mit der [[Oktoberrevolution]] fand dieses Reich am 7. November 1917 sein Ende. Lenin beendete sofort die Teilnahme am Weltkrieg und schloss einen Separatfrieden mit dem [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]]. Nachdem zunächst eine [[Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik]] (RSFSR) entstanden war, gründeten die Bolschewiki nach den Wirrungen des Russischen Bürgerkrieges schließlich 1923 die [[Sowjetunion]] (UdSSR). Diese löste sich ab 1990 auf, so dass wieder allgemein von Russland als [[Staat]] gesprochen werden kann. | Die zweite Revolution war die Februarrevolution im Jahr [[1917]] mit der Abdankung des Zaren sowie der damit einhergehenden Gründung einer [[Republik]]. Dagegen fiel die dritte der damaligen Revolutionen - die [[Oktoberrevolution]] - in die Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] und hatte die Machtübernahme der [[Bolschewiki]] unter [[Lenin]]s zur Folge. Das Kaiserreich war durch den Ersten Weltkrieg in einer wirtschaftlich schwierige Situation, und mit der [[Oktoberrevolution]] fand dieses Reich am 7. November 1917 sein Ende. Lenin beendete sofort die Teilnahme am Weltkrieg und schloss einen Separatfrieden mit dem [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]]. Nachdem zunächst eine [[Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik]] (RSFSR) entstanden war, gründeten die Bolschewiki nach den Wirrungen des Russischen Bürgerkrieges schließlich 1923 die [[Sowjetunion]] (UdSSR). | ||
Diese löste sich ab 1990 auf, so dass wieder allgemein von Russland als [[Staat]] gesprochen werden kann. | |||
Weiterhin ist die Geschichte Russlands spätestens seit dem 19. Jahrhundert von der [[Emigration]] unzähliger Menschen geprägt, die angesichts der Revolutionen und infolge politischer Unterdrückung Zuflucht in anderen Ländern suchten. Dabei spielten zunächst [[Antisemitismus]] und [[Kommunismus]] eine große Rolle, in neuerer Zeit auch der [[Putinismus]]. Die Toleranz des [[18. Jahrhundert]]s unter [[Katharina II.]] („die Große“) geriet in Vergessenheit, während eher die Erinnerung an den Krieg gegen [[Napoleon]] im Jahr [[1814]] und die beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 gepflegt wird. | Weiterhin ist die Geschichte Russlands spätestens seit dem 19. Jahrhundert von der [[Emigration]] unzähliger Menschen geprägt, die angesichts der Revolutionen und infolge politischer Unterdrückung Zuflucht in anderen Ländern suchten. Dabei spielten zunächst [[Antisemitismus]] und [[Kommunismus]] eine große Rolle, in neuerer Zeit auch der [[Putinismus]]. Die Toleranz des [[18. Jahrhundert]]s unter [[Katharina II.]] („die Große“) geriet in Vergessenheit, während eher die Erinnerung an den Krieg gegen [[Napoleon]] im Jahr [[1814]] und die beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 gepflegt wird. | ||
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Die Geschichte Russlands beginnt mit den Kiewer Rus. Danach entstanden
- das Großfürstentum Moskau 1340,
- das Zarentum Russland 1547, und
- das Kaiserreich Russland 1721
- die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik 1917
- die Russische Föderation 1990
Russland erlebte zu Anfang des 20. Jahrhunderts drei Revolutionen. Die erste Revolution war die als Petersburger Blutsonntag in die Geschichte eingegangene, faktisch gescheiterte Revolution von 1905. Dadurch entstand aus der Duma ein Parlament, welches jedoch wenig Macht hatte und dem Zaren, das heißt dem russischen Kaiser, teilweise nur beratend zur Seite stand.
Die zweite Revolution war die Februarrevolution im Jahr 1917 mit der Abdankung des Zaren sowie der damit einhergehenden Gründung einer Republik. Dagegen fiel die dritte der damaligen Revolutionen - die Oktoberrevolution - in die Zeit des Ersten Weltkriegs und hatte die Machtübernahme der Bolschewiki unter Lenins zur Folge. Das Kaiserreich war durch den Ersten Weltkrieg in einer wirtschaftlich schwierige Situation, und mit der Oktoberrevolution fand dieses Reich am 7. November 1917 sein Ende. Lenin beendete sofort die Teilnahme am Weltkrieg und schloss einen Separatfrieden mit dem Deutschen Reich. Nachdem zunächst eine Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) entstanden war, gründeten die Bolschewiki nach den Wirrungen des Russischen Bürgerkrieges schließlich 1923 die Sowjetunion (UdSSR).
Diese löste sich ab 1990 auf, so dass wieder allgemein von Russland als Staat gesprochen werden kann.
Weiterhin ist die Geschichte Russlands spätestens seit dem 19. Jahrhundert von der Emigration unzähliger Menschen geprägt, die angesichts der Revolutionen und infolge politischer Unterdrückung Zuflucht in anderen Ländern suchten. Dabei spielten zunächst Antisemitismus und Kommunismus eine große Rolle, in neuerer Zeit auch der Putinismus. Die Toleranz des 18. Jahrhunderts unter Katharina II. („die Große“) geriet in Vergessenheit, während eher die Erinnerung an den Krieg gegen Napoleon im Jahr 1814 und die beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 gepflegt wird.
Aus wirtschaftlicher Sicht wirkte sich vor allem die Zeit des Kommunismus negativ für das Land aus, dem die offizielle Propaganda entgegen zu wirken versuchte.
Zitate
- „Von der Entwicklung in Rußland hängt in gewissem Sinne das Schicksal der Menschheit ab.“ (Theodor Fritsch in der Zeitschrift Hammer – Blätter für deutschen Sinn, September 1930)
- „Rußland ist ein zerrissenes Land, aber es ist zugleich der Kernstaat eines großen Kulturkreises. Das Nachfolgesystem des zaristischen und kommunistischen Imperiums ist ein kultureller Block, der in vielerlei Hinsicht Parallelen zu Westeuropa aufweist.“ (Samuel P. Huntington, 1996)