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Kulturkreis: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Kulturkreis''' wurde in der [[Völkerkunde]] ursprünglich ein Siedlungsgebiet bezeichnet, dessen Einwohner eine gemeinsame [[Kultur]] entwickelten. Der Begriff wurde 1898 von dem deutschen Völkerkundler [[Leo Frobenius]] geprägt.<ref>{{Literatur|Autor=Leo Frobenius|Titel=Ursprung der afrikanischen Kulturen|Hrsg=|Sammelwerk=|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Gebrüder Borntraeger|Ort=Berlin|Datum=1898|Seiten=|ISBN=}}</ref> Seit den 1960er Jahren wird diese Bezeichnung in der deutschsprachigen [[Ethnologie]] wegen späterer Interpretationen in der sogenannten [[Wiener Schule (Ethnologie)|Wiener Schule]] meist abgelehnt.<ref name="Kronsteiner 2005">{{Internetquelle|url=http://www.isop.at/veranstaltungen/KronsteinerVortrag20_4_20051.pdf|titel=„Kulturkreis“ oder Rassismus – Sexismus im neuen Gewand? Zur Dekonstruktion „alter“ und „neuer“ Unterschiede|autor=[[Ruth Kronsteiner]]|hrsg=[[International Society of Pharmacovigilance]] (ISOP)|datum=2005-05-20|format=PDF; 288&nbsp;kB;|kommentar=14&nbsp;Seiten; Vortrag auf einer ISOP-Veranstaltung|archiv-url=https://web.archive.org/web/20111209154938/http://www.isop.at/veranstaltungen/KronsteinerVortrag20_4_20051.pdf|archiv-datum=2011-12-09|zugriff=2014-07-24}} S. 2</ref><ref>[[Martin Rössler]]: ''Deutschsprachige Ethnologie bis ca. 1960: Ein historischer Abriss.'' In: ''Kölner Arbeitspapiere zur Ethnologie.'' Nr. 1, Institut für Völkerkunde, Universität Köln, April 2007, S. 3–29, hier S. 14 ([http://kups.ub.uni-koeln.de/1998/ Downloadseite]).</ref> Dagegen ist der Begriff [[Kulturraum]] weiterhin - auch international als ''cultural area'' - akzeptiert.
Als '''Kulturkreis''' wurde in der [[Völkerkunde]] ursprünglich ein Siedlungsgebiet bezeichnet, dessen Einwohner eine gemeinsame [[Kultur]] entwickelten. Der Begriff wurde 1898 von dem deutschen Völkerkundler [[Leo Frobenius]] geprägt.<ref>{{Literatur|Autor=Leo Frobenius|Titel=Ursprung der afrikanischen Kulturen|Hrsg=|Sammelwerk=|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Gebrüder Borntraeger|Ort=Berlin|Datum=1898|Seiten=|ISBN=}}</ref> Seit den 1960er Jahren wird diese Bezeichnung in der deutschsprachigen [[Ethnologie]] wegen späterer Interpretationen in der sogenannten [[Wiener Schule (Ethnologie)|Wiener Schule]] meist abgelehnt.<ref name="Kronsteiner 2005" /><ref>[[Martin Rössler]]: ''Deutschsprachige Ethnologie bis ca. 1960: Ein historischer Abriss.'' In: ''Kölner Arbeitspapiere zur Ethnologie.'' Nr. 1, Institut für Völkerkunde, Universität Köln, April 2007, S. 3–29, hier S. 14 ([http://kups.ub.uni-koeln.de/1998/ Downloadseite]).</ref> Dagegen ist der Begriff [[Kulturraum]] weiterhin - auch international als ''cultural area'' - akzeptiert.


Allerdings gibt es kulturelle Zusammenhänge, die sich nicht auf ein bestimmtes, zusammenhängendes Siedlungsgebiet beschränken; dieses Phänomen ist durch [[Migration]] entstanden. Die verschiedenen Kulturelemente können [[Sprache]], [[Religion]], [[gesellschaft]]licher Zusammenhalt und ein gemeinsames [[Wertesystem]] sein.
Allerdings gibt es kulturelle Zusammenhänge, die sich nicht auf ein bestimmtes, zusammenhängendes Siedlungsgebiet beschränken; dieses Phänomen ist durch [[Migration]] entstanden. Die verschiedenen Kulturelemente können [[Sprache]], [[Religion]], [[gesellschaft]]licher Zusammenhalt und ein gemeinsames [[Wertesystem]] sein.

Version vom 30. September 2024, 07:30 Uhr

Als Kulturkreis wurde in der Völkerkunde ursprünglich ein Siedlungsgebiet bezeichnet, dessen Einwohner eine gemeinsame Kultur entwickelten. Der Begriff wurde 1898 von dem deutschen Völkerkundler Leo Frobenius geprägt.[1] Seit den 1960er Jahren wird diese Bezeichnung in der deutschsprachigen Ethnologie wegen späterer Interpretationen in der sogenannten Wiener Schule meist abgelehnt.[2][3] Dagegen ist der Begriff Kulturraum weiterhin - auch international als cultural area - akzeptiert.

Allerdings gibt es kulturelle Zusammenhänge, die sich nicht auf ein bestimmtes, zusammenhängendes Siedlungsgebiet beschränken; dieses Phänomen ist durch Migration entstanden. Die verschiedenen Kulturelemente können Sprache, Religion, gesellschaftlicher Zusammenhalt und ein gemeinsames Wertesystem sein.

Siehe auch

Andere Lexika





Einzelnachweise

  1. ↑  Leo Frobenius: Ursprung der afrikanischen Kulturen. Gebrüder Borntraeger, Berlin 1898.
  2. ↑ Ruth Kronsteiner: „Kulturkreis“ oder Rassismus – Sexismus im neuen Gewand? Zur Dekonstruktion „alter“ und „neuer“ Unterschiede. International Society of Pharmacovigilance (ISOP), 2005-05-20. Archiviert vom Original am 2011-12-09. Abgerufen am 24. Juli 2014. (PDF; 288 kB;, 14 Seiten; Vortrag auf einer ISOP-Veranstaltung) S. 2
  3. ↑ Martin Rössler: Deutschsprachige Ethnologie bis ca. 1960: Ein historischer Abriss. In: Kölner Arbeitspapiere zur Ethnologie. Nr. 1, Institut für Völkerkunde, Universität Köln, April 2007, S. 3–29, hier S. 14 (Downloadseite).