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Homöopathie
Die Homöopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickelt wurde. Die heutigen homöopathischen Verfahrentechniken sind in der Regel in dem jeweiligen nationalen homöopathischen Arzneibuch beschrieben. Homöopathische Arzneimittel werden sowohl in der klassischen Homöopathie als auch anderen Therapierichtungen der Alternativmedizin wie z.B. Klinische Homöopathie, Komplexmittelhomöopathie, Antihomotoxische Therapie, Anthroposophische Medizin, Biochemie nach Dr. Schüssler, Spagirik etc. angewandt.[1] Sie werden ähnlich wie andere Arzneimittel in flüssiger Form und oft auch in der typischen Form als Globuli (Kügelchen) verabreicht.
Kritik
Kritisiert wird an der Homöopathie, dass sie zum Teil mit sehr starken Verdünnungen arbeitet, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden kann. Die Verdünnungen werden - ausgehend von sogenannten Urtinkturen - in Zehnerpotenzen durchgeführt und mit Abkürzungen wie D1, D2 usw. gekennzeichnet. Bei einer Potenzierung von D24 oder C12 (Verdünnung von 1:1024) enthalten nur noch etwa die Hälfte aller Mischungen, die aus einer einmolaren Ausgangslösung hergestellt wurden, überhaupt ein Molekül der Ausgangssubstanz (bezogen auf 1 Liter D24-Lösung/Mischung). Eine solche Verdünnung entspricht ungefähr dem Auflösen einer Kopfschmerztablette im Atlantik.[2]
Geschichte
Viele Methoden experimenteller Medizin wurden zuerst in der Auseinandersetzung mit der Homöopathie entwickelt. So publizierte bereits 1835 der Theologe und Redakteur George Löhner einen unter Beteiligung von Ärzten, Apothekern und anderen Honoratioren in Nürnberg durchgeführten Test der Wirkung einer homöopathischen Kochsalzlösung an einer Gruppe von 55 freiwilligen, gesunden Probanden. 42 Personen hatten „gar nichts Ungewöhnliches“ bemerkt (19 Kochsalz-Potenz, 23 Wasser), 9 Personen hatten „etwas Ungewöhnliches“ bemerkt (6 Kochsalzpotenz, darunter aber einer, der wusste, dass er die Potenz eingenommen hatte, 3 Wasser). Während die Kommission folgerte, dass die Potenzierung keine Wirkung habe,[3] reagierten homöopathische Zeitschriften mit heftigen Polemiken.[4] Der Medizinhistoriker Michael Stolberg kritisierte 2006, dass eine Verzerrung durch die persönliche Haltung der Versuchsteilnehmer zur Homöopathie nicht ausgeschlossen wurde; durch eine Mitteilung, nichts Ungewöhnliches bemerkt zu haben, konnten diese das Gesamtergebnis negativ beeinflussen. Er würdigt jedoch die Anwendung moderner Elemente des Studiendesigns: Der Versuch sei „ein sehr frühes Beispiel für Randomisierung und doppelte Verblindung“.[5]
An der Europa-Universität Viadrina gab es einen Lehrstuhl zur Erforschung der Geschichte der Homöopathie unter Leitung von Professor Harald Walach.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Homöotherapie - Definitionen und Therapierichtungen. EACH 1997. ISBN 2-9511467-0-1, Seite 37
- ↑ Ist die Homöopathie eine Alternative zur Schulmedizin? In: SeeMoZ. vom 26. Juli 2010, abgerufen am 5. Dezember 2010.
- ↑ George Löhner: Die homöopathischen Kochsalzversuche zu Nürnberg: Als Anhang: Ein Beispiel homöopathischer Heilart. 1835 (Google Buch).
- ↑ Ludwig Griesselich: Hygea: Centralorgan für die homöopathische oder specifische Heilkunst. C. T. Groos, 1835, S. 324 (Google Buch, Seite 324).
- ↑ Michael Stolberg: Inventing the Randomized Double-Blind Trial: The Nuremberg Salt Test of 1835. In: J R Soc Med. 99 (12), Dezember 2006, S. 642–643, PMC 1676327
Literatur
- William Boericke: Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen – Materia Medica und Repertorium. Erste deutschsprachige Auflage, Verlag Grundlagen und Praxis, Wissenschaftlicher Autorenverlag, Leer (Ostfriesland) 1972, 10. Auflage 2011, ISBN 3937268332
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