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Wartburg

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Die Wartburg ist eine Burg in Thüringen. Die im Jahr 1067 von Ludwig dem Springer erbaute Burg liegt 411 m ü. d. M. oberhalb der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes und gehört seit als "ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa, welches mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft ist" [1] seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie ist durch mehrere bedeutende Ereignisse wie den Sängerwettstreit aus dem Jahr 1207, den Aufenthalt Martin Luthers im Jahr 1521/1522, Johann Wolfgang von Goethes mehrmalige Besuche und die beiden Wartburgfeste im 19. Jahrhundert eng mit der Geschichte Deutschlands verbunden, [2] und galt bereits im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal.

Die Bedeutung des Burgnamens Namens leitet sich vom Wort Warte im Sinne von Beobachtungsposten oder Turm ab, und meint somit ungefähr Wach- bzw. Wächterburg.

Die Wartburg in ihrer heute zu besichtigenden Form ist größtenteils um die Mitte des Jahrhundert unter Einbeziehung erhaltener historischer Teile im Auftrag von Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach im historisierenden Stil neu erbaut worden.

Geschichte

Frühe Bebauungen des Felsens

Aufgrund eines Fundes aus der späten Latènezeit auf dem Wartburgfelsen um 1840, der erst in den 1960er Jahren genauer untersucht wurde, hält man es heute für möglich, dass auf dem Felsen eine keltische Gipfelburg als Vorposten der keltischen Grenzzone bestanden hat. [3] Eine andere Überlieferung berichtet, dass Attila nach seiner Niederlage auf den Katalaunischen Feldern für sechs Monate in diese Gegend zurückgezogen habe, und zusammen mit dem thüringischen König Gunther auf dem Wartburgfelsen eine Warte errichtet haben soll. [4]

Bau der Burg im Jahr 1067

Die Wartburg wurde der Sage nach im Jahr 1067 von Ludwig dem Springer aus dem Geschlecht der Ludowinger gegründet. Dieser verlegte später den Stammsitz seines Hauses auf die Burg. Der Sage nach soll dieser die Gründung der Burg mit den Worten „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg tragen.“ verkündet haben. Anlässlich des Burgbaus kam es zu Rechtsstreitigkeiten mit den Burgherren von Frankenstein, die das Gebiet auch für sich beanspruchten. Diese verklagten ihn beim Kaiser und verlangten einen Eid, dass dies Ludwigs eigener Grund und Boden sei. [5] Ludwig schaffte daraufhin mit zwölf Eideshelfern körbeweise Erde von seinen eigenen Grundstücken auf den Berg, und die zwölf Personen beeideten auf dem Berg Ludwigs Besitz. [6] Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Burg im Jahr 1080 anlässlich eines Überfalls der Burgbesatzung auf eine königliche Heeresabteilung Heinrichs IV. Der Bedeutung der Landgrafschaft entsprechend spielte die Burg besonders nach dem Verfall des Stammsitzes der Ludowinger, der Schauenburg bei Freidrichsroda, bald nicht nur als Wehrbau sondern auch als Regierungssitz und Representationsort eine wichtige Rolle. [7]

Ausbau unter Ludwigs Nachfolgern

Unter Ludwigs Sohn, Ludwig I., vermehrte sich die Macht der Ludowinger auch aufgrund der Annäherung an das deutsche Kaiserhaus auf Kosten des Besitzstandes des Erzbischofs von Mainz. Ersichtlich ist dies an der Erhebung der Ludowinger in Landgrafenstand. Auch aus dieser Zeit sind nur sehr wenige bauliche Überreste der Burg erhalten. Landgraf Ludwig II. war dann ein sehr aktiver Bauherr. Unter seiner Leitung entstand zwischen 1156 und 1162 der Palas, ein gesonderter, separat stehender Repräsentationsbau mit Wohnfunktion. Neben dem Palas stammen die östliche Ringmauer und Teile des Torhauses aus dem 12. Jahrhundert. Ein Bergfried, der sich an einer anderen als der heutigen Stelle befand wesentlich größere Dimensionen hatte, überdauerte die Jahrhunderte nicht. 1172 wurde das Landgrafenhaus gebaut.

Den weiteren Ausbau der Wartburg betrieb seit 1172 der Landgraf Ludwig III. [8]

Der Sängerwettstreit

Unter dem seit 1190 regierenden Hermann I. wurde die Wartburg zu einem geistig-künstlerischen Mittelpunkt der mittelalterlichen Welt ausgebaut. Hermann I. war zusammen mit seinem Bruder Friederich auch ein bedeutender Förderer des Minnesangs. Hermann war Schirmherr des Minnesängers Heinrich von Veldecke, und Herbort von Fritzlar schrieb im Auftrag Hermanns das Liet von Troye. Walther von der Vogelweide kam zwischen 1201 und 1207 mehrmals zu Besuch auf die Wartburg. [9] Am Landgrafenhof entstanden unter anderem Heinrich von Veldekes Eneasroman. Hermann war auch Förderer Wolfram von Eschenbachs dessen Verserzählung Willehalm auf seine Anregung entstand. [10] Auch entstanden Teile des Parzival eventuell auf der Burg. Im Prolog des Willehaim schreibt Wofram:

lantgrave von Duringen Herman
tet mir diz maere von im bekant.
er ist en franzoys genant
kuns Gwillams de Orangis [11]

Der mittelalterliche Sängerwettstreit des Jahres 1207 am Hofe des Landgrafen Hermann von Thüringen auf der Wartburg unter Beteiligung von Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Ofterdingen ist kein historisch sicher verbürgtes Faktum. Er ist überliefert in der schrittweise gewachsenen Sammlung mittelhochdeutscher Sangspruchgedichte des 13. Jahrhunderts - "Der Sängerkrieg auf der Wartburg" - um einen angeblichen Dichterwettstreit auf der Burg. Der Stoff wurde durch freie dichterische Umformungen historischer Berichte u.a. durch Novalis, E. T. A. Hoffmann und Richard Wagners Tannhäuser in der Neuzeit popularisiert. [12] Diese wurden von Moritz von Schwind aufgegriffen, der eines der von ihm im 19. Jahrhundert in der Burg erstellten Wandgemälde mit der Inschrift versah: "In diesem Saale wurde der Sängerwettstreit gehalten den 7ten Juli 1207, dem Geburtstag der Heil. Elisabeth."

Einzelnachweise

  1. Internetseite der Deutschen UNESCO-Kommision e.V. auf www.unesco.de
  2. Anm.: Die UNESCO würdigte die Wartburg bsp. neben anderen hervorgehobenen Aspekten wie z.B. den Aufenthalten Martin Luthers auch als "... a powerful symbol of German integration and unity."; auf whc.unesco.org
  3. Erica von Dellingshausen: Die Wartburg - Ein Ort geistesgeschichtlicher Entwicklungen, Verlag Urachhaus,Stuttgart, 1983, S. 9
  4. Mathias Warnatz: Die Wartburg und Eisenach in Sage und Geschichte, Verlag W. Braumüller, 1881, S. 4
  5. Erica von Dellingshausen: Die Wartburg - Ein Ort geistesgeschichtlicher Entwicklungen, Verlag Urachhaus,Stuttgart, 1983, S. 13 und 14
  6. Ludwig Bechstein: Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes, Band I, Hildburghausen, 1835, S. 25 und 26
  7. Baedecker-Allianz-Reiseführer, 2002, S. 338
  8. Hans Müller: Thüringen - Landschaft, Kultur und Geschichte im "grünen Herzen" Deutschlands, DuMont Kunstreisefüherer, 1998, S. 69
  9. Siegfried Obermeier: Walther von der Vogelweide - Der Spielmann des Reiches, Verlag Langen-Müller, 1980, S. 57 und 98
  10. John Greenfield und Lydia Miklautsch: Der "Willehalm" Wolframs von Eschenbach - Eine Einführung, de Gruyter, Berlin, 1998, S. 14
  11. Wolfram von Eschenbach und Werner Schröder (Hrsg.): Willehalm/Wolfram von Eschenbach, de Gruyter, Berlin, 1978, S. 5
  12. Burghart Wachinger: Der Sängerstreit auf der Wartburg - Von der Manesseschen Handschrift bis zu Moritz von Schwind, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin, 2004, S. 13 ff

Weblinks

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