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4. Sinfonie (Bruckner)
Die im Jahr 1874 komponierte 4. Sinfonie in Es-Dur (WAB 104) ist neben der 7. Sinfonie Bruckners die wohl populärste Sinfonie Anton Bruckners. Sie hat den Beinamen Die Romantische. Bei ihr hat Bruckner seine Angewohnheit ein Werk über die Jahre in verschiedenen Versionen zu "verbessern" auf die Spitze getrieben. Während die 3. Sinfonie "nur" in drei bzw. fünf Fassungen vorliegt lassen sich für die 4. Sinfonie an die zehn Versionen unterscheiden.
1. Satz
Exposition
Die Sinfonie beginnt mit einer vier mal über einem Streichertremolo wiederholten Motiv der ersten beiden Hörner im piano (Takt 1-18). Charkateristisch ist hier - wie auch in anderen Sinfonie Bruckners - das Quintintervall. [1] In Takt 7 und 8 ist das Quintintervall um einen Halbton zum subdominantischen Ton ces erweitert, wodurch die "romantische Fernwirkung und Spannung" gesteigert wird. [2] Das Motiv der Hörner wird von Takt 19 bis 42 von den Holzbläsern [3] aufgegriffen. Dabei variiert Bruckner das anfängliche Intervallverhältnis der Quinte zur Oktave in Takt 23 bis 25, zur Sexte in Takt 28 und 29, Quarte und übermäßigen Quarte in Takt 31 und 32, Terze in Takt 35 bis 37 und None in Takt 38 bis 42. Die Tonlage wird gegen Ende dieser 42 Takte zunehmend nach oben geführt.
Ab Takt 43 setzt eine ganztönige, auf- und abwärts geführte Figur aus zwei Vierteln, drei Vierteltriolen und Halben ein. Die Musikforschung bezeichnet diese auch in anderen Sinfonien Bruckners häufig anzutreffende Figur aus binären und ternären Vierteln auch als "Bruckner-Rhythmus". Die hochgelegene Figur der Violinen und Flöten wird dabei jeweils von den beiden Hörnern in der Tiefe beantwortet. Diese Technik führt ab Takt 59 zu einem "thematischen Tutti" [4] der abwärtslaufenden Posaunen und Kontrabässe und der aufwärtslaufenden Flöten, Klarinetten und ersten Violinen im fortissimo.
- ↑ Anm.: Hier abwärts schreitend in dem der Quinte analogen Intervall der Unterquart.
- ↑ Ulrich Michaels: dtv-Atlas zur Musik, Band II, Deutscher Taschenbuch Verlag und Bärenreiter, München, 1985, S. 493
- ↑ Anm.: Ohne Fagott.
- ↑ Anm.: Der Begriff "Thematisches Tutti" im Gegensatz zum strengen "Unisono-Tutti" ist hier der Einteilung der Tutti von Hermann Erpf in Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Schott, 1959, S. 119, 122 ff., und 244 ff. entnommen.