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Im Jahr 1900 kehrte er nach Berdyansk zurück, und begann hier mit dem Sammeln jüdischer Volksmusikmelodien.
Diese Lieder arrangierte er teilweise selber und führte sie in Moskau auf, um andere jüdischen Komponisten für ihr nationales musikalisches Erbe zu begeistern.
Im Jahr 1908 gründete er mit anderen in St. Petersburg eine Gesellschaft für jüdische Volksmusik.
Diese publizierte Noten jüdischer Volksmusik und veranstaltete Konzerte. Später weltbekannte Musiker, wie bsp. der Geiger Jascha Heifetz, Joseph Achron oder der Pianist Leopold Godowsky nahmen daran teil.
Im Jahr 1912 unternehm er mit Salomon An-Ski eine Expedition, bei der sie wie Bela Bartok Volksmusik phonografisch aufzeichneten.
Später komponierte er die Musik für das Stück Der Dybbuk (דער דיבוק אָדער צווישן צוויי וועלט). Das Stück wurde das damals erfolgreichste Werk im jüdischen Sujet. Es erlebte tausende von Aufführungen auf verschiedenen Kontinenten und in verschiedenen Sprachen.
Im Jahr 1918 musste er die Arbeit bei der Zeitung aufgeben, weil diese von den Bolschewisten verboten wurde. Er wandte sich vermehrt der Komposition eigener Werke zu.
Im Jahr 1922 ging er nach Berlin, um hier jüdische Musik in Konzertreihen zu präsentieren.
Im Jahr 1924 machte er das selbe im heutigen Israel.
Er blieb gleich dort, und nahm eine Arbeit am Ron Shulamit-Konservatorium an.
Engel komponierte neben jüdischen Volksliedern Klaviermusik und Kammermusik. Großformatige und orchestrale Werke fehlen in seinem Oeuvre.
Viele seiner Kompositionen beruhen auf jüdischer Volksmusik.
Er war einer der ersten Musiker, die erkannten, dass jüdische Musik weniger auf der abendländischen Dur-Moll-Tonalität beruht, sondern eher auf nahöstlichen Modalleitern basiert. Diese Erkenntnis setzte er auch in seinen Kompositionen um. So verwendet er bsp. in seiner Dybbuk-Suite, op. 35 einen Akkord mit übermäßiger Quinte anstatt einen "normalen abendländischen Akkord". Sein Stück Volksweise aus den 5 Klavierstücken, op. 19 basiert bsp. mit dem übermäßigen Sekundschritt b - cis auf der jüdischen Tonleiter Ahava Rabboh.
Mit seiner Pionierarbeit inspirierte er zahlreiche jüdische Komponisten und löste eine Renaissance jüdischer Musik aus.
Obwohl Joel Engels Kompositionen, wie bsp. die Dybbuk-Suite op. 35, einst sehr populär waren, ist seine Musik heute großteils vergessen. [1]