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Schir Zion (Musiksammlung von Salomon Sulzer)

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Dieser Artikel wurde exklusiv für das Fernbacher Jewish Music Research Center geschrieben und darf ausdrücklich und unter Strafandrohung nicht in anderen Projekten/Wikis verwandt werden.


Die Schir Zion sind eine in den Jahren 1840 und 1866 publizierte Musiksammlung österreichisch-jüdischen Kantors und Komponisten Salomon Sulzer zur Gestaltung des jüdischen Gottesdienstes. Sie stellen das kompositorische Hauptwerk Sulzers dar, mit dem er seinen Ruf als Reformator des Synagogengesangs begründete.

Details

  • Die Sammlung erschien in zwei Bänden in den Jahren 1840 und 1866. Der vollständige Titel lautet Schir Zion - gottesdienstliche Gesänge der Israeliten. Der Titel Schir Zion ist dabei mit Lieder Israels zu übersetzen. Der erste, Adolf Fischhof gewidmete Teil erschien im Jahr 1840 beim Verlag H. Engel & Sohn in Wien. Der zweite, dem Dichter S. H. Rosenthal gewidmete Teil der Sammlung erschien im Jahr 1866 beim selben Verlag. Beide Bände wurden im Jahr 1905 und später noch einmal 1922 von seinem Sohn Joseph Sulzer zusammengefasst in einem Band beim Verlag J. Kauffmann in Frankfurt am Main in revidierter Form erneut herausgegeben.
  • In den beiden Bänden ist Musik für den Sabbat und andere jüdische Festtage, sowie für alle Gebete des Jahres enthalten. Die Stücke sind für Kantor, Chor und den Gemeindegesang gesetzt. Die Orgelbegleitung ist optional. Enthalten sind sowohl Eigenkompositionen Sulzers als auch Werke anderer Komponisten. [1] Musikalisch stellen die Musikstücke einen Kompromiss zwischen traditionellem jüdischen Kantorialgesang und protestantischer Kirchenmusik dar. Die Abschnitte mit Antworten der Gemeinde sind einfach gehalten und dem Gregorianischen Gesang nicht unähnlich. [2]
  • Sulzer hielt die damalige synagogale Musizierpraxis und die dafür verwandten Musikstücke für sehr heruntergekomnen bzw. schlecht. Im Vorwort des zweiten Bandes des Schir Zion deklariert er sein Vorhaben u.a. als "Entwilderung der synagogalen Musik". An anderer Stelle betont er, dass die alten Lieder seines Volkes verbessert, ausgewählt und an die modernen Regeln der Musik angepasst werden müssten. Dabei dürfe man auch Neukompositionen nicht ausschließen, wobei bedeutende christliche Komponisten als Vorbild dienen sollten. [3] Sulzer möchte in den Schir Zion die traditionellen Synagogalmelodien von späterern, geschmacklosen Überarbeitungen säubern. Dazu meint er im Vorwort von Band I der Schir Zion u.a.:
"Ich machte mir es wie es in der Ankündigung gegenwärtiger Gesänge bereits angedeutet wurde, zur Pflicht, auf die uns aus dem Alterthume überkommenen Weisen so viel als möglich Rücksicht zu nehmen, und den alterthümlichen ehrwürdigen Typus von spätern, willkürlichen und geschmacklosen Schnörkeleien befreit und gereiniget, in dessen ursprünglicher Reinheit und auf eine dem Texte, so wie den Gesetzen der Harmonie entsprechende Weise herzustellen."

Siehe auch

Links und Quellen

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Thomas Albrich: Von Salomon Sulzer bis "Bauer & Schwarz" - Jüdische Vorreiter der Moderne in Tirol und Vorarlberg, Verlag Haymon, 2009, S. 27
  2. Personanartikel zu Salomon Sulzer in der Encyclopædia Britannica
  3. Frei übersetzt nach ... , bei dem es im Original heißt: "The old tunes and singing modes which became national should be improved, selected, and adjusted to the rules of art. But also new musical creations should not be avoided; and for that purpose, great heroes of music stood helpfully at my side, such as SEYFRIED, SCHUBERT, FISCHHOF, and others (all Christians)."

Hinweis zur Verwendung

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Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Schir Zion (Musiksammlung von Salomon Sulzer)) vermutlich nicht.