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Benutzer:Bohumil Samuel Kecir/Argumente gegen USA-Solidarität
Dies ist mein Beitrag zur Diskussion um die adäquate geopolitische Orientierung der demokratischen deutschen und (west)-europäischen Rechten. Im Zuge meiner Ausführungen unternehme ich den Versuche alle Argumente gegen eine undifferenzierte und einseitige Solidarisierung mit den USA zusammenzutragen. Missverständnissen vorbeugend möchte ich hiermit explizit kundtun, dass ich kein Antiamerikanist bin. Dieser Beitrag ist als Replik auf den Artikel Moskau-Connection von Robin Classen konzipiert.
Die USA sind eine plutokratische Oligarchie und keine Demokratie
Zuallererst muss unbedingt auf die gegenwärtige Beschaffenheit des politischen Systems der USA hingewiesen werden. Die USA sind seit langem keine Demokratie mehr. Der politische Entscheidungsfindungs- und Willensbildungsprozess wird von Wirtschaftsverbänden und- kartellen, Großunternehmen und Konzernen, sogenannten "Superreichen" (Multi-Milliardäre) und diversen Lobby-Netzwerken dominiert. Darüber hinaus ist auch der immense politische und gesellschaftliche Einfluss der christlich-fundamentalistischen Massenbewegung (Religiöse Rechte) in Rechnung zu stellen. Der (partei-)politische Pluralismus ist de facto durch die politische Hegemonie der beiden Großparteien Republikaner und Demokraten im Rahmen des anachronistischen Zweiparteiensystems enorm eingeschränkt, zumal die beiden Parteien gleichermaßen von klanwirtschaftlich organisierten Interessengruppen über- und durchformt sind.
Die USA sind ein Polizei-, Überwachungs- und Präventionsstaat
Durch die Verabschiedung des umstrittenen und z.T auch innerhalb der USA selbst als verfassungswidrig klassifizierten, ursprünglich als unmittelbare Reaktion auf die nach den Terroranschlägen vom 11. September erwachsende Bedrohung der nationalen und internationalen Sicherheit entworfenen USA PATRIOT Acts wurden die Bürgerrechte aber auch die Rechte von Reisenden restriktiven Einschränkungen unterworfen. Zu problematisieren ist u.a. auch die unverhältnismäßige und exzessive Anwendung repressiver Gewalt durch die Polizeikräfte, die unter anderem ebenfalls aufgrund ihrer Vorgehensweise eine Mitschuld am wachsenden Misstrauen der Zivilbevölkerung gegenüber der Polizei tragen und dadurch bedingt die Bereitschaft zur eigenmächtigen Beschaffung von Waffen durch Zivilisten oder die Neigung zu Lynchjustiz oder Vigilantismus bei diesen begünstigen.
Übergewicht und Fettleibigkeit
Die USA gehört zu den Staaten mit der höchsten Quote von Übergewichtigen und Fettleibigen. Übergewicht und Fettleibigkeit grassieren in den USA in epidemischen Ausmaßen. Cirka 67% (66,8%) der US-amerikanischen Bevölkerung ist übergewichtig. Knapp über ein Drittel der Erwachsenen (33,8%), 18,5% der Jugendlichen und 9,5 % der Kinder in den USA sind fettleibig. Laut wissenschaftlichen Prognosen wird der Anteil der Adipösen an der Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2050 42% betragen. 400.000 Menschen sterben jährlich an den (Spät-)Folgen der Adipositas. Insbesondere unter den Angehörige von Minderheiten, v.a. bei Schwarzen und Indigenen, weisen Übergewicht und Fettleibigkeit einen hohen Verbreitungsgrad auf. Zudem sind Übergewicht und Adipositas die Ursache oder ein begünstigender Faktor vieler Krankheiten, Störungen und Beschwerden. Von besonderer Brisanz ist die empirisch belegte Erkenntnis der durch Übergewicht und insbesondere Adipositas induzierten beschleunigten Alterung des Gehirns bis zur Atrophie (dem Abbau der Gehirnmasse) desselben. Die Gründe für dieses Phänomen sind vielfältig, jedoch sind in den USA vor allem sozial-ökonomische und sozio-kulturelle Ursachen ausschlaggebend. Die volksgesundheitlichen Implikationen des seuchenartig um sich greifenden Phänomens gehen mit hohen volkswirtschaftlichen Schäden einher und haben insgesamt verheerende Auswirkungen auf das ökonomische Leistungsvermögen des Landes.
Bildungsarmut und Bildungsverfall
Das Bildungsniveau der US-amerikanischen Bevölkerung ist für dasjenige eines sehr hochentwickelten Industriestaates sehr niedrig. Die niedrige Volksbildung ist unter anderem auf die geringe Qualität des US-amerikanischen Bildungssystems zurückzuführen. Ungefähr ein Drittel aller Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss. Bildungs- geht zudem sehr oft mit Einkommensarmut einher, sodass die soziale Ungleichheit in den USA unmittelbar mit Bildungsverfall korrespondiert. Das kontinuierlich absinkende Bildungsniveau der US-amerikanischen Bevölkerung wird durch die geschichtlich gewachsenen, intergenerativ tradierten und bis heute weit verbreiteten und stark ausgeprägten anti-intellektuellen Ressentiments sowie hohe und sich gegenwärtig infolge der hohen Staatsverschuldung stetig steigernden Studiengebühren begünstigt. Der Bildungsverfall wiederum begünstigt selbst die Verbreitung und Konsolidierung religiös-fundamentalistischer Einstellungsmuster- und potenziale in der US-amerikanischen Bevölkerung.