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Völkermord an den Chinesen Indonesiens
Der Völkermord an den Chinesen Indonesiens fand nach der Machtergreifung Suhartos 1965 statt.
Der Genozid an den Chinesen Indonesiens wurde parallel zu einem Demozid an den Kommunisten des Landes durchgeführt. Die indonesischen Streit- und Polizeikräfte ermordeten unterstützt durch Milizen islamisch-fundamentalistischer Organisationen zuerst die Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei und dann die Angehörigen der chinesischen Minderheit, zudem ermunterte das Militärregime die Bevölkerung zur aktiven Beteiligung an den Pogromen und Massakern.
Die Zahl der ermordeten Kommunisten und Chinesen ist nur schwer zu ermitteln. Schätzungen reichen von 78.500 bis zu 1.000.000 Menschen. Nach den niedrigsten Schätzungen wurden 250.000 bis 600.000 Chinesen ermordet. [1] 1976 wurde eine amtliche Schätzung über 450.000 bis 500.000 Opfer publiziert. Der deutsche Soziologe und Historiker Gunnar Heinsohn spricht im Zusammenhang mit den indonesischen Völkermorden an den Chinesen, den Osttimoresen und den Papuas in West-Neuguinea von Indonesien als "einer der führenden Demozid-Nationen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts". [2]
Institutionelle Diskriminierung
Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Indonesiens 1946 wurden viele Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Orten und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident Sukarno wollte damit den "Pribumi" (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle über den Handel in den Dörfern verschaffen. Nach der Machtergreifung Suhartos und der Diskriminierung und Verfolgung mutmaßlicher Kommunisten (die Angehörigen der chinesischen Minderheit wurden oft pauschal verdächtigt und beschuldigt Mitglieder oder Sympathisanten der Kommunistischen Partei zu sein) zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlass über "Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems" und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen.
Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Verkauf chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, sogar die Verwendung chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Personen- und Ortsnamen wurde massiv vorangetrieben. Das Praktizieren kultureller Gebräuche wie z.B. die öffentliche Feier des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten. Darüber hinaus wurden die Personalausweise chinesischstämmiger Bürger mit einem speziellen Code zwecks ethnischer Identifikation versehen. Im Februar 1998 räumte sogar ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär Karriere machen wollten, und würden zudem beim Zugang zu staatlichen Universitäten benachteiligt.
Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. September 1998 von dem damaligen Präsidenten Jusuf Habibie in einem Erlass angeordnet.
Im Jahre 1998 kam es infolge der Asienkrise erneut zu Pogromen gegen Chinesen in Indonesien.
Siehe auch
Literatur
- Jochen Hippler, Nasr Hamid Abu Zaid, Amr Hamzawy: Krieg, Repression, Terrorismus. Politische Gewalt und Zivilisation in westlichen und muslimischen Gesellschaften. ifa, Stuttgart 2006, S. 55-58 (Rezension von I. Küpeli)
- J.L. Holzgrefe / Robert O. Keohane: Humanitarian Intervention: Ethical, Legal and Political Dilemmas. Cambridge 2003, ISBN 052152928X, S. 47
- Mark Levene, Penny Roberts: The Massacre in History. 1999, ISBN 1571819355, S. 247-251
Einzelbelege
Init-Quelle
Entnommen aus der:
Erster Autor: 84.178.145.205 angelegt am 07.12.2005 um 13:29,
Alle Autoren: Xenos, CatMan61, At the Gates of Hell, Sukarnobhumibol, JCIV, Asketix, Mikano, H2SO4, G-C, Curtis Newton, 80.136.200.179, Marcus Cyron, Hydro, Encyclopedist, Sebmol, Mediatus, Orient, Rybak, Chrislb, Asthma, Media lib, Ureinwohner, Maya, Haize, Dr. Meierhofer, Meierhofer Dr. Meierhofer, 84.178.145.205
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