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Euromaidan

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Als Euromaidan bezeichnet man euphemistisch den durch eine US-amerikanische Geheimdienstoperation unterstützen, von pro-amerikanischen und EU-zentrischen Oligarchen in Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten unter missbräuchlicher Instrumentalisierung einer sich spontan konstituierten und heterogenen unabhängigen oppositionellen Massenprotestbewegung gegen die Regierung des damaligen Präsidenten Janukowitsch, durchgeführten Putsch.[1]

Vorgeschichte und Ursachen

Die seit 1991 unabhängige Ukraine spielt aufgrund ihrer geostrategischen Lage und ihrer daraus resultierenden geopolitischen Bedeutung eine zentrale Rolle sowohl in der geopolitischen Machtpolitik der USA als auch derjenigen Russlands. Aus diesem Umstand ergibt sich unmittelbar ein Interessenkonflikt zwischen den USA und der von ihr dominierten NATO und der ebenfalls unter ihrer Einflussnahme stehenden EU einerseits und Russland andererseits, der sich in der multiplen, umfangreichen und vielseitigen Unterstützung von pro-amerikanisch und EU-orientiert bzw. pro-russisch ausrichteten politischen Parteien durch die konkurrierenden Mächte auszeichnete. Die politische Polarisierung im Hinblick auf die außenpolitische Positionierung innerhalb der Ukraine ist auf die historisch gewachsene und die sich im Anschluss daran entwickelten mentalitätsbedingten Disparitäten zwischen den Einwohnern der westlichen, kulturell (ost-)mitteleuropäisch geprägten Großregion der Ukraine einerseits und den kulturell russisch geprägten östlichen und südlichen Großregionen des Landes andererseits, zurückzuführen. In Folge der unterschiedlich verlaufenen sozio- und kulturhistorischen Entwicklungen in den über Jahrhunderten politisch-territorial getrennten und permanent unter Fremdherrschaft stehenden Landesteilen konnte sich bis heute kein einheitliches Nationalbewusstsein des ukrainischen Volkes herausbilden. Die kurzzeitige Nationsbildungsphase im Rahmen der auf gezielte Förderung der Nationalitäten ausgerichteten sowjetischen Nationalitätenpolitik (Nationalisierung) wurde abrupt vom stalinistischen Regime abgebrochen und von einer Russifizierungspolitik mit der Zielsetzung der sprachlichen und kulturellen Homogenisierung der Bevölkerung der UdSSR abgelöst. Mit der Abwendung von der Politik der Nationalisierung endete auch die einzige Periode in der gesamten ukrainischen Geschichte, in welcher sich der Großteil des Territoriums der heutigen Ukraine unter der Herrschaft eines einzigen Staates befand, der dem ukrainischen Volk einen rechtlich garantierten und gesicherten Status auf nationale Entfaltung gewährte. Von herausragender Bedeutung für das Verständnis der inneren Gespaltenheit des ukrainischen Volkes ist der Umgang der jeweiligen Bevölkerungen der kulturgeschichtlich different geprägten Großregionen mit der stalinistischen Assimilierungspolitik und der zeitlich parallel dazu forcierten Politiken Polens und der Tschechoslowakei gegenüber ihrer jeweiligen ukrainischen Bevölkerungsminderheit, die im Zeitalter des Strebens einer Vielzahl von Völkern nach nationaler Selbstbestimmung und staatlicher Unabhängigkeit (Woodrow Wilson) zu einer Intensivierung und Verfestigung der bereits seit Jahrhunderten bestehenden mentalen Disparitäten innerhalb des politisch-territorial auf drei Staaten verteilten ukrainischen Volkes, führte.

Einzelnachweise