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Papst Clemens IV.

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Gui Foucois Guido (um 1200; gestr. 29. November 1268) war vom 5. Februar 1265 bis zu seinem Tod Papst.[1] Er ging als Papst Clemens IV. in die Kirchengeschichte ein. Er war Antisemit.

Weltliche Karriere

Gui Foucois wurde um 1200 in Saint-Gilles (Gard) an der Rhone geboren. Vor seiner geistlichen Laufbahn studierte er in Paris und war verheiratet. Er war Berater am Hof von Toulouse.[2]

Bevor Gui Foucois Berater am Hof von Toulouse wurde, wurde das Grafengeschlecht von Toulouse durch den Albigenserkreuzzug (1209 bis 1229), der von Papst Innozenz III. initiierter wurde, entmachtet. Im Unterschied zu anderen Kriegen in Europa besaß nur der Albigenserkreuzzug gegen den Grafen von Toulouse den offiziellen Status eines Kreuzzugs. Den teilnehmenden Kreuzfahrern wurde die Vergebung der Sündenstrafen in Aussicht gestellt. Die eroberten Gebiete sollten vom Papst an adelige Kreuzzugsteilnehmer als Lehen neu vergeben werden. 1209 sammelten sich ca. 10.000 Kreuzritter in Lyon. Die militärische Leitung des Kreuzzuges oblag vorerst den päpstlichen Legaten. Die Anzahl der teilnehmenden Kreuzfahrer variierte während des gesamten Unternehmens stark. Die Kreuzfahrer kamen sowohl aus Frankreich als auch aus Deutschland und Österreich. Die Quellen berichten aber nicht davon, dass die Templer Teil des Albigenserkreuzzugs waren. Das Graftum Toulouse wurde wirtschaftlich und militärisch so stark geschwächt, dass es dem folgenden Kreuzzug 1226 des Königs Ludwig VIII. von Frankreich nichts mehr entgegensetzen konnte. Im Vertrag von Meaux-Paris 1229 unterwarf sich Toulouse der Krone von Frankreich. Noch im selben Jahr wurde Johanna die Fromme, die einzige Erbin der Grafschaft, mit Alfons von Poitiers, dem Bruder des französischen Königs Ludwig IX. verlobt − beide waren zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt. Im Jahr 1241 erfolgte die Eheschließung zwischen den beiden; da die Ehe kinderlos blieb, fiel nach deren Tod (1271) die Grafschaft durch Erbschaft gänzlich an die französische Krone. In der Zeit als Gui Foucois Berater am Hof von Toulouse war, ist geprägt durch die Verfolgung von anders Gläubigen durch die Inquisition, die flächendeckend in der Diözese Toulouse zum Einsatz kam.

Klerikale Karriere

1256 wurde er nach dem Tod seiner Frau zum Priester geweiht, 1257 Bischof von Le Puy, 1259 Erzbischof von Narbonne und 1261 Kardinalbischof von Sabina. Als Kardinal und päpstlicher Legat versuchte er vergebens, nach England zu reisen. Clemens war Anhänger der Mystik, wovon sein Gedicht über die „Sieben Freuden Mariens“ zeugt (okzitanisch: Los VII gauz da nostra dona). Er verfasste die consultationes, die von der Praxis der Inquisition handeln. Vier Monate nach dem Tod Papst Urbans IV. wurde er am 5. Februar 1265 in Perugia zu dessen Nachfolger gewählt. Wie seine Vorgänger stand Papst Clemens in Opposition zu den immer machtloser gewordenen Staufern.[3] Des Weiteren forderte er in antisemitischen Rundschreibens (Encyclika) Maßnahmen gegen Juden.

Antisemitische Rundschreiben (Encyclika)

Aufgrund der Rundschreiben von Clemens IV. ordnete im Jahre 1267 der Wiener Kardinal Quido an, dass Juden einen Judenhut tragen müssen sowie andere antisemitische Verordnungen. „Den Juden wird verboten, christliche Bäder und Wirtshäuser zu besuchen, christliche Dienstboten oder Ammen zu mieten, auch sollen sie nicht als Zolleinnehmer oder bei anderen Ämtern verwendet werden; wenn ein Jude mit einer Christin Unzucht verüben würde, so soll derselbe zur Strafe wenigstens zehn Mark bezahlen und überdies in strengen Kerker gesetzt werden; die schuldige Christin soll man aus der Stadt mit Rutenstreichen verjagen und für immer ausweisen. Den Christen in Prag sind in der Prager Dioecese wird untersagt, Juden oder Jüdinnen als Inleute aufzunehmen, mit ihnen in Gemeinschaft zu essen oder zu trinken, sie zur Hochzeit zu laden, mit ihnen gemeinschaftlich an Tanz und Spiel teilzunehmen, Fleisch und andere Victualien bei ihnen zu kaufen, aus Besorgniss, dass die Christen dadurch könnten vergiftet werden. Wenn es nortwendig ist, das Allerheiligste an Judenhäuser vorbei zu tragen, so sollen sich die Juden auf das Glockenzeichen in ihre Häuser zurückziehen und Türen und Fenster schließen; mit ihren Glaubensgenossen dürfen die Juden nicht über die christlichen Religion streiten, weder ihre Söhne oder Ehefrauen, wenn sie zum Christentum übertreten wollen, davon abhalten, noch Christen zum Judentume locken, auch nicht kranke Christen besuchen oder heilen. Den Juden soll nicht gestattet sein, neue Synagogen zu errichten; wenn die eine solche bauen, sollen sie dieselbe abtragen; wenn sie eine alte Synagoge restaurieren, so darf dieselbe nicht geräumiger, höher oder prächtiger hergestellt werden. In der Fastenzeit dürfen die Juden nicht öffentlich Fleisch liefern. (Lat.)[4]

--> siehe auch Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)

Tod

Papst Clemens starb am 29. November 1268 in Viterbo. Dante Alighieri verdammte Clemens IV. in seiner Göttlichen Komödie.[5]

Weblinks

Literatur

Videos

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Clemens IV.[1] textliche Übernahme
  2. Wikipedia: Clemens IV.[2] textliche Übernahme
  3. Wikipedia: Clemens IV.[3] textliche Übernahme
  4. Emier, Regesta Boh. et Morav. II., p. 1175. Dudik "geschichte Mährens". – Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S. 29-31.
  5. Wikipedia: Clemens IV.[4] textliche Übernahme