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Atlantis Verortung in der Ägäis (Thasos)
Noch in der Bearbeitung:
Atlantis wurde erstmals von Platon beschrieben. Während des Mittelalters geriet die Erzählung in Vergessenheit. Manche Interpretationen verstehen Platons Atlantisbeschreibung als reine Staatsphilosophie, in der er nur ein fiktives Land schildert. Der irische Historiker John V. Luce fand jedoch eine Bestätigung dafür, dass die Behauptung Platons, er habe den Ursprung der Erzählung in Ägypten gefunden, stimmen kann.
Grundlagen
Im Kritias beschreibt Platon Atlantis detailliert: Es sei ein Reich gewesen größer als Libyen und Asien zusammen (Timaios 24e). Die Hauptinsel lag außerhalb der „Säulen des Herakles“ im Atlantìs thálassa, wie schon Herodot den Atlantik nennt (Herodot I 202,4). Die „Insel des Atlas“ war laut Platon reich an Rohstoffen aller Art, insbesondere an Gold, Silber und „Oreichalkos“ (Kritias 114e). Weiter erwähnt Platon verschiedene Bäume, Pflanzen, Früchte und Tiere, darunter auch das „größte und gefräßigste Tier von allen“ (Kritias 115a). Die weiten Ebenen der großen Inseln seien äußerst fruchtbar gewesen, exakt parzelliert und durch künstliche Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt. Durch Ausnutzung des Regens im Winter und des Wassers aus den Kanälen im Sommer seien zwei Ernten jährlich möglich gewesen (Kritias 118c–e).
Die Mitte der Hauptinsel bildete eine 3000 mal 2000 Stadien große Ebene. Diese Ebene war von rechtwinklig angelegten Kanälen umgeben und durchzogen, woraus eine Vielzahl kleiner Binneninseln resultierte. Die Akropolis der Hauptstadt war fünf Stadien breit und auf einen Berg gebaut, der zentral auf der Insel lag. Um diese Akropolis befanden sich drei ringförmige Kanäle, die durch einen breiten Kanal mit dem Meer verbunden waren. Der innere künstliche Wassergürtel hatte eine Breite von einem Stadion, gefolgt von zwei Paaren konzentrischer Land- und Wassergürtel mit jeweils zwei und drei Stadien Breite (Kritias 115d–116a). Die äußeren zwei Kanäle schildert Platon als schiffbar.
Die Region Ägäis mit der Insel Thasos
Bergbau und Erzverhüttung auf der Insel Thasos
Die Insel Thasos ist eine Region mit Kupfererz-, Zinnerz- und Eisenerz sowie mit Silber- und Goldvorkommen. Neben dem Bergbau zur Gewinnung von Farbpigmenten (40.000 Jahren bis zum Ende der letzten Kaltzeit um etwa 9700 v. Chr..) konnte auch eine Erzverhüttung auf der Insel Thasos, ohne langzeitigee Unterbrechungen von der Jungsteinzeit (12.000 v. Chr.) bis 2.000 v. Chr., nachgewiesen werden. Im 20. Jahrhundert wurde der Abbau von Zinkerzen, Eisenerzen und Marmor wiederaufgenommen, wobei allein die Gewinnung von Marmor bis heute andauert. Somit ist die Region Thasos eine Region mit sämtliche Erzen zur Bronze- und zur Eisenherstellung.[1]
Geologsche Gegebenheiten
In der jüngeren Altsteinzeit (20.000 v. Chr.) war die heutige Insel Thasos aufgrund des niedrigen Meeresspiegels Teil des Festlandes. Die ersten Anzeichen menschlichen und tierischen Lebens fanden sich im Südosten von Thasos in einem ins Inselinnere reichenden Tal, etwa 15 Kilometer von Skala Maries entfernt. Im Bereich der Eisenerzvorkommen von Mavrolakka wurden die Rotockerabbaue (Abbau von Farbpigmenten) von Tzines 1956 entdeckt. Im dortigen Abbau weisen vor allem Knochenfunde auf eine Datierung in die zweite Hälfte der Altsteinzeit, in das Jungpaläolithikum, hin. Die 1981 erfolgte Erkundung durch die Ephorie Kavala und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum bestätigte den Abbau von Rotocker im Jungpaläolithikum. (40.000 Jahren bis zum Ende der letzten Kaltzeit um etwa 9700 v. Chr..)
Analyse des potentziales der Region Thasos als Higtec-Zentum
Higtec-Zentum für Farben
Die Region Thasos wird ein Higtec-Zentum der Pigmentherstellung für Farben gewesen sein. Der Grund dieser These ist, dass in der Region Thaos die Pigmentherstellung durch das Rotocker-Verfahren nachgewiesen wurde. Bei Bedarf kann dieses Farbpigment auch durch ein Brennverfahren auf einen gewünschten Farbton gebracht werden. Bedenkt man die Bedeutung von Farben in der Menschheitsgeschichte, ein Beispiel hierfür sind z. B. die Höhlenmalereien im Jungpaläolithikum, so wir klar, dass Farbpigmente eine kostbare Handelsware in der Steinzeit waren. Die ältesten Höhlenmalereien befinden sich in der spanischen El-Castillo-Höhle (ca. 40.000 v. Chr. BP) und dem eingestürzten Abri Castanet in Frankreich (Département Dordogne). Die Malereien aus der Chauvet-Höhle (Département Ardèche) werden auf etwa 32.000 BP datiert, die Petroglyphen aus der Grotte von Pair-non-Pair (Département Gironde) auf etwa 30.000 BP.
Zudem können neben den Rotocker-Verfahren Farbpigmente aus Erden, Kreiden, Mineralien und Erzen, wie zum Beispiel Kupfer- und Eisenoxid, gewonnen werden. Eisenoxid erlaubt es verschiedene Farbpigmente herzustellen. Die Farbtöne von Eisenoxid sind:
- Eisenoxidgelb (Fe2O3 * 1 H2O): Das Pigment hat ein gutes Deckvermögen, sowie eine exzellente Wetterechtheit. Bei hohen Temperaturen (über 200 °C) wird Eisenoxidgelb zu Fe2O3 dehydratisiert.
- Eisenoxidrot (Fe2O3) ist wie Eisenoxidgelb gut deckend und hochwetterecht, zeigt aber ebenfalls den typischen trüben Farbton. Je nach Teilchengröße können Eisenoxidrotpigmente sehr gelbstichig bis sehr blaustichig eingestellt werden.
- Eisenoxidschwarz zeigt im Vergleich zu Ruß eine geringe Farbstärke. Die chemische Formel wird häufig mit Fe3O4 angegeben, in Wirklichkeit liegt ein Mischkristall aus Fe2O3 und FeO mit inverser Spinellstruktur vor. Durch Dotierung mit Chrom, Kupfer oder Mangan werden weitere Schwarzpigmente erhalten. Die reinen Eisenoxidschwarzpigmente sind gut temperaturbeständig, werden aber durch Luftsauerstoff schon bei etwa 180 °C oxidiert, so dass sich der Farbton über Braun nach Rot verschiebt.
- Transparente Eisenoxidpigmente erhält man durch sehr starke Feinvermahlung von Eisenoxidgelb oder Eisenoxidrot. Sie werden mit denselben Colour Indices wie die Ausgangsstoffe bezeichnet.
- Eisenoxidbraun bezeichnet meist kein definiertes Pigment, sondern eine Mischung aus Eisenoxidgelb, -rot und -schwarz.
Durch die Herstellung von Farbpigmenten besaß das Higtec-Zentum Thasos das Potenzial zum Higtec-Zentum der Metallverarbeitung aufzusteigen.
Higtec-Zentum für Metalle?
Genauso wie aus Eisen ist Kupfer auch ein Farbpigment. Aufgrund der Tatsache, dass über die Farbhestellung wissen erlangt wurde, über chemische Prozesse Farbpigment zu gewinnen, zum Beispiel durch deie Erhitzung von Eisen und Kupfererz, ist der Schritt zur Metallurgie naheliegend. Dieses Higtec-Zentum für Farben kann es gelungen sein, auch Werkzeuge aus Kupfer, Bronze und Eisen herzustellen.
Niedergang des Higtec-Zentum Thasos
Der Anstieg des Meeresspiegels im Mittelmeer begann mit dem Ende der Eiszeit. Zwischen den Jahren 18.000 bis 13.000 v. Chr. stieg der Meeresspiegel nur um 20 Meter. Aber zwischen 13.000 bis 5.000 v. Chr. dramatisch um 110 Meter. Dieses sind ca. 7 Meter in 100 Jahre. Besonders betroffen war die Ägäis, mit dem Higtec-Zentum Thasos. Aufgrund des stetigen Anstiegs des Meeresspiegels bestand keine Möglichkeit mehr, an diesen Standort zu produzieren.
Fazit
Es besteht die Möglichkeit, dass es dem Higtec-Zentrum Thasos gelang, vor der Datierung der aktuellen Kupfer- des Bronze- und Eisenzeialters Werkzeuge aus Kupfer, Bronze und Eisen herzustellen. Der Grund hierfür sind die einmaligen Standortvorteile dieses Higtec-Zentrum. Zum einem die Handelsströme über die Landbrücke des Borporu,s sowie die Vorkommen an Kupfererz, Zinnerz und Eisenerz, sowie die Silber- und Goldvorkommen. Durch den Niedergang dieses Higtec-Zentum gelang es keiner anderen Region über einige tausende Jahre wieder Werkzeuge aus Kupfer, Bronze und Eisen herzustellen.[2]
Einzelnachweise
Vergleich zu Wikipedia