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Gerhard Sattler (Wikipedist und Klavierlehrer)

Aus PlusPedia
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😃 Profil: Gerhard Sattler
Namen Wikipedia Benutzer "Jesusfreund" und "Kopilot"
Beruf Klavier- und Hochschullehrer
Persönliche Daten
unbekannt
'


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Gerhard Sattler (ganz links in rotem Jackett) mit zwei anderen Wikipedia-Autoren im Jahre 2009 bei der Verleihung der Zedler-Medaille

Gerhard Sattler ist ein deutscher Klavier-, Hochschullehrer und umstrittener Benutzer der Wikipedia aus Melle bei Osnabrück.[1]

Vita

Sattler studierte von 1977 bis 1985 evangelische Theologie in Wuppertal und Göttingen, war Gasthörer in Heidelberg und Tübingen. Sein erstes Examen legte er in Hannover. Von 1985 bis 1990 studierte er Musik. Außer einer Beschäftigung als Klavierlehrer in der Universität Osnabrück sind keinerlei Berufstätigkeiten Sattlers bekannt. Der Antifa-Aktivist Sattler bekennt, sich während der Studienzeit in „der Friedensbewegung, bei Graswurzlern, Hausbesetzern und Anarchosyndikalisten rumgetrieben” zu haben.[2] Seine Haupttätigkeit ist das ehrenamtliches Erstellen von Artikeln in der deutschsprachigen Wikipedia, in der er an sieben Tagen in der Woche und auch an Feiertagen, manchmal zwischen 8 und 14 Stunden täglich editiert.

Wirken bei Wikipedia

Gerhard Sattler schrieb ab 2004 zunächst unter dem Benutzernamen Jesusfreund und nannte in diesem Zusammenhang auch seinen tatsächlichen Vornamen. Für die Zeit von Juni 2005 bis Januar 2006 wurde er zum Administrator gewählt.[3] Das Benutzerkonto wurde 2011 wegen Vandalismus gesperrt.[4] Daraufhin legte er am selben Tag ein neues Benutzerkonto Kopilot an[5] und beschäftigte sich mit Verschwörungstheorien zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Diese Sperrumgehung fiel zunächst nicht auf. Inzwischen widmet er sich auch dem Sockenpuppenfischen.[6]

Öffentliche Bekanntheit erlangte Gerhard Sattler durch den 2015 erschienenen Dokumentarfilm Die dunkle Seite der Wikipedia, in welchem er eine der unfreiwilligen Schlüsselrollen spielte. In dem Dokumentarfilm wurden die manipulativ-fälschenden Aktivitäten Sattlers verfolgt und aufgedeckt, welchen er bei Wikipedia über Jahre hinweg unter seinen beiden Pseudonymen weitgehend ungestört nachging und auch weiter nachgeht (Stand 12.2015).[7][8]

Nachdem auch eine Osnabrücker Studentenzeitung in einer ihrer Ausgaben aus dem Jahr 2015 über die Machenschaften Gerhard Sattlers berichtet hatte, beschimpfte dieser die Zeitung und drohte mit juristischen Schritten.[9] Unter anderem wird Sattler vorgeworfen, gezielt Artikel ideologischer Gegner manipuliert zu haben sowie eigene Theoriefindung und Propaganda geschickt in eine Vielzahl von Artikeln eingeflochten zu haben.[10] Wikipedia hat bis heute nicht auf diese Dokumentation, welche mittlerweile von ca. einer halben Millionen Zuschauern gesehen wurde, reagiert. Das Konto von Kopilot ist weiter aktiv.

Auch andere intensive Wikipedia-Nutzer und Administratoren spielten bedeutende Rollen und unterstützten Sattler teilweise bei seinem Tun. Darunter waren u.a. Nutzer bzw. Administratorin Berichtbestatter und Itti, welche sich bislang noch anonym hinter ihren Pseudonymen verbergen.[11][12] 2013 berichteten bereits die Deutschen Wirtschafts Nachrichten und das größte Schweizer Magazin Die Weltwoche über ähnliche Vorgänge bei Wikipedia.

Im Jahr 2015 wiesen Historiker nach, dass im von Gerhard Sattler maßgeblich erstellten Wikipedia-Artikel Massaker von Katyn mehr als 130 fachliche, teils schwerwiegende Fehler zu finden waren. Er rechtfertigte sich zunächst nur mit der Einstufung des Artikels als „exzellent“.[13] Damit sind - auch aufgrund ähnlicher Fälle - Image und Glaubwürdigkeit der Wikipedia in der Öffentlichkeit auf Jahre hin zerstört. Es ist davon auszugehen, dass über hundert weitere Artikel des Benutzers Kopilot ebenso von massiven Fälschungen geprägt sind. Die Aufräumarbeiten in der Wikipedia dürften Jahre in Anspruch nehmen, wenn dieses überhaupt jemals erfolgt.

Carsten Schlote meinte auf plus.google.com zu Sattlers Aktivitäten u.a.:

„Wenn ich mir das abgrundtiefe sprachliche Niveau von Sattlers Briefen so ansehe, dann braucht man sich über die Vorgänge bei Wikipedia nicht mehr wundern. Da lebt jemand seine Allmachtsfantasien in der Anonymität aus. Bei dem Mann dürfte der Unterricht sicherlich eine wahre Freude sein und chauvinistische, narzistische und sonstwie herablassende Sprüche die Norm.” [14]

Ansichten

Sattler gilt als linksradikal und streitet das auch selbst nicht ab. Anlässlich des Erfolges von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl der USA in 2016 diffamierte Sattler diesen als einen „Faschisten“. Zitat:

„Man könnte eher sagen, Trump konnte Kandidat und US-Präsident werden, weil zuvielen Leuten Fakten egal sind und ihnen jeder Maßstab für Recht und Unrecht verloren gegangen ist. So dass sie einen Faschisten, Demagogen und Verfassungsfeind zur Kanalisierung ihrer unbegriffenen Emotionen auf den Schild heben.”[15]

Öffentliche Auftritte

Am 19. August 2017 gab Gerhard Sattler als Gegendemonstrant gegen den „Rudolf-Heß-Marsch“ in Berlin-Spandau gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab, die außerdem in The Telegraph (England) und CBS (USA) veröffentlicht wurde:

"It's appalling that in the year 2017, Nazis can openly go on the streets for this deputy of Hitler," said Gerhard Sattler, a counter-protester. "This is impossible. The whole of German society must stand up against this."[16][17][18]

Daß es sich nicht nur um eine zufällige Namensgleichheit handelt, ist daran zu erkennen, daß die Änderungsliste des Wikipedia-Nutzers Kopilot für den nämlichen Tag eine auffallende Lücke aufweist. [19]

Auszeichnungen

  • 2009: Zedler-Medaille beim Schreibwettbewerb für Artikel Filbinger-Affäre
  • 2011: 1. Platz beim Schreibwettbewerb II mit dem Artikel Massaker von Katyn

Einzelnachweise

Siehe auch

Andere Lexika

Die deutsche Wikipedia kennt dieses Lemma (Gerhard Sattler (Wikipedist und Klavierlehrer)) vermutlich nicht.