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Dov Seltzer (* 26. Januar 1932 in Iași) ist ein jüdischer Komponist, Dirigent und Akkordeonspieler. Seine Lieder erfreuen sich großer Popularität und gehören zum Standardrepertoire israelischer Volks- und Popmusik.
Seltzer wurde im Nordosten Rumäniens in der Region Moldau gelegenen Iași, einem Siedlungsschwerpunkt des rumänischen Judentums, geboren. Um das Jahr 1900 waren dort die Hälfte der Stadtbevölkerung Juden und nach einem Zensus von 1930 stellten sie mit 34.662 Personen 34% der Stadtbevölkerung. [1] Er erhielt bereits in jungen Jahren bei Alfred Mendelsohn und Mihail Jora Musikunterricht. Mit vierzehn schrieb er die Musik für ein Kindertheater in Bukarest.
Mit 15 Jahren migrierte Seltzer nach Palästina und beendete seine Schulausbildung im Kibbutz Mishmar Ha’emek im Norden Israels. Danach studierte er ab 1948 in Haifa und Tel Aviv Musik. Dov Seltzer absolvierte seinen Militärdienst, wobei er dort einer der Gründer der Musiktheatergruppe Lehakat Hanachal war. Für dies Armeeensemble hat er auch viele Lieder geschrieben. [2] Die Armee erlaubte ihm während seines Wehrdienstes seine Musikstudien bei Herbert Bruen, Mordechai Seter und Abel Erlich fortzuführen.
Nach dem Wehrdienst studierte Seltzer dann in den USA von 1958 bis 1960 am Mannes College of Music sowie zwischen 1950 und 1962 in New York Komposition und Dirigat. Während seiner Zeit in den USA gründete er zusammen mit seiner Ehefrau Geula Gill die Musikgruppe Oranim Zabar Troupe und tourte mit dieser durch Nord- und Südamerika. Bei Schallplattenaufnahmen von Geula Gill hat er arrangiert, dirigiert und auch komponiert.
1948 kehrte Seltzer nach Israel zurück und widmete sich die nächsten Jahrzehnte der Komposition von populären Liedern, Musicals und Filmmusik. Er hat außerdem in Schulen sowie Hochschulen Musik unterrichtet. In engem Kontakt mit dem schulischen Musikleben hat er für deren Bedürfnisse etliche Lieder geschrieben. In späteren Lebensjahren hat er sich verstärkt der Komposition von Werken der klassischen Musik gewidmet.
Für sein musikalisches Werk hat Seltzer etliche Preise erhalten: Der von ihm geschriebene Titelsong des Musikfilms Kazablan wurde 1974 für den Golden Globe Award nominiert, 1985 den ACUM Jury Award sowie den Itzik Manger-Preis für seine Beiträge im Bereich Jiddischer Musik und Kultur, im Jahr 2000 für sein Werk Lament for Yitzhak den Prime Minister's Prize und 2009 für sein Lebenswerk den Israel-Preis.
Werk
Seltzer hat symphonische Werke, Opern, mehr als 20 Musicals, über 1.000 Lieder für fast alle bekannten israelischen Sänger und über 40 Filmmusiken geschrieben. Seine Lieder sind in Radio und Fernsehen präsent und gehören zum Standardrepertoire israelischer Volks- und Popmusik. [3] Der israelische Komponist Moshe Zorman meinte zu Seltzers Talent als Komponist populärer Lieder: Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehltDov Seltzer und Geula Gill auf einem Albumcover der Oranim Zabar Troupe
"Seine Anpassungsfähigkeit an die aktuellen Trends der israelischen Musik ist wunderbar. Es gibt wenige Komponisten, die in den 1950er Jahren anfingen und nach etwa 10 Jahren, als ein modischer Wandel von israelischen Volksmusik zu Rock'n'Roll und dann zu englischer oder amerikanischer Popmusik stattfand, immer noch erfolgreich sind. Seltzer findet immer den richtigen Sound, die richtige Melodie um die neue, in Israel geborene Generation anzusprechen. Deshalb ist er seit über einem halben Jahrhundert aktiv und immer noch erfolgreich."[4]
Seltzer komponierte die Musik zum israelischen Musical Kazablan, das 1974 auch verfolmt wurde, und eines der erfolgreichsten Musicals des Landes wurde. Er schrieb u.a. die Filmmusik für Operation Thunderbolt aus dem Jahr 1977 über die Befreiung jüdischer Geiseln auf dem Flughafen von Entebbe ein Jahr vorher, für den US-amerikanischen Thriller The Ambassador mit Robert Mitchum und Rock Hudson sowie die britische Fernsehserie Moses the Lawgiver.
Viele von Dov Seltzers symphonischen Werken basieren in Teilen auf jüdischen und israelischen Volksliedern. Seine Musiksprache ist dabei gemäßigt modern. Der Dirigent Harvey Bordowitz meinte zu Seltzers Musikstil:
"Ohne Serialismus oder Atonalität, ohne die Modi und Trends, die einen Großteil der ernsten Musik des 20. Jahrhunderts steril und dem Publikum unverständlich gemacht haben, ist Seltzers Musik tief in der Tonalität verwurzelt und immer kommunikativ. Er kreiert lange und expansive musikalisch-dramatische Bögen zwischen den Polen von Leiden und Freude, Bedrängnis und Ekstase sowie Exil und Erlösung. Seltzer ist sowohl mit den Werken von Leonard Bernsteins wie Ernest Bloch vertraut, die wie mit einer Nabelschnur tief mit dem Judentum verbunden waren, dass dies auch zu einem bestimmenden Faktor ihren weltlichen Werke wurde. Seltzer ist ihnen in Geist und Stil verwandt, indem auch er mit eisernen Ketten mit seinen Wurzeln verbunden, ihnen aber nicht unterworfen ist."[5]
Zu Seltzers klassischen Werken gehören u.a. das auf einem Gedicht von Shalom Aleichem basierende symphonische Gedicht Stempeniu, die von Yehudi Menuhin in Auftrag gegebene Rhapsodie Hassidique für Violine und Orchester, ein symphonisches Gedicht für Mezzo-Sopran, Kinderchor und Orchester anlässlich der 500-jährigen Vertreibung der Juden aus Spanien, das 1988 uraufgeführte RequiemLament for Yitzhak für den ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, die Oper Esmeralda nach der gleichnamigen Novelle von Victor Hugo.