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Münchner Räterepublik

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Die Münchner Räterepublik (auch Bayerische Räterepublik) wurde am 7. April 1919 ausgerufen und stellte den etwa vier Wochen währenden Versuch dar, im fünf Monate zuvor gegründeten Freistaat Bayern eine sozialistische Republik zu etablieren. Am 26. April 1919 wurden 22 Gegner der Räterepublik verhaftet und in das als Kaserne benutzte Luitpoldgymnasium gebracht. Kurze Zeit später, am 29. April 1919, verbreitet sich das Gerücht, dass bei der Eroberung Grünwalds elf Rotgardisten als Geiseln genommen und ermordet worden seien. Daraufhin wurden zehn der 22 Gefangenen erschossen. Bei den Opfern handelte es sich um sieben Angehörige der Thule-Gesellschaft, darunter Hella Gräfin von Westarp und Gustav von Thurn und Taxis, sowie zwei bayerische Weißgardisten und den jüdischen Kunstprofessor Ernst Berger, der eine Bekanntmachung der Räteregierung heruntergerissen haben soll. Diese und einige weitere Ereignisse führten schließlich zu einem gewaltsamen Ende der Republik Anfang Mai 1919.

Zu den führenden Personen der Münchner Räterepublik gehörten:

  • Erich Mühsam (1878–1934), anarchistischer Schriftsteller, nach Niederschlagung der Räterepublik verurteilt zu 15 Jahren Festungshaft, 1924 amnestiert, zu Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erneut inhaftiert und 1934 im KZ Oranienburg ermordet;
  • Ernst Toller (1893–1939), USPD, linkssozialistisch-pazifistischer Schriftsteller und Dramaturg, nach Niederschlagung der Räterepublik verurteilt zu fünf Jahren Festungshaft, vom NS-Regime ausgebürgert, als Emigrant 1939 Tod durch Suizid in New York/USA;
  • Gustav Landauer (1870–1919), anarchistischer und pazifistischer Philosoph, unmittelbar nach Niederschlagung der Räterepublik inhaftiert und in der Haft von Freikorps-Soldaten misshandelt und ermordet;
  • Eugen Leviné (1893–1919), ein Revolutionär aus Russland, nach Niederschlagung der Räterepublik zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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