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Altes Gildenhaus (Dortmund)

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Das Alte Gildenhaus in Dortmund bestand von 1300 bis 1955. Nach heftigen Diskussionen wurde der im 2. Weltkrieg beschädigte Altbau zusammen mit den teilweise wiederaufgebauten und gesicherten Ruinen des Alten Rathauses und Alten Theaters im Jahre 1955 abgebrochen. Das Gildenhaus in Dortmund. (Mit Abbildung.) Dortmund, die ansehnlichste Stadt Westfalens, ist heute als Mittelpunkt eines bedeutenden Bergbaues weltbekannt. Sie zählt zu den ältesten Städten des Landes, denn sie wird schon zu Anfang des zehnten Jahrhunderts genannt. Später hielten hier verschiedene Kaiser ihre Hoftage ab und dann war Dortmund eine Freie Reichs- und wehrhafte Hauptstadt, so stark befestigt, daß das Sprichwort entstand. „So fast as Dürtem“. Aus jener alten Glanzzeit sind noch verschiedene Erinnerungen erhalten, und in der Neuzeit entstand der Wunsch, die alten Bauten aus früheren Jahrhunderten wiederherzustellen. Ein hochinteressantes Bauwerk ist das Gildenhaus, das, im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet, Kauf- und Versammlungszwecken gedient hat. Das Haus ist Eigentum des Weingutsbesitzers F. Wenigheimer in Bingen und wurde im vorigen Jahre unter Beihilfe der Provinz Westfalen und der Stadt Dortmund wiederhergestellt. Damit wurde für die Stadt ein eigenartiger Schmuck geschaffen. Die obenstehende Abbildung führt uns das renovierte Bauwerk vor, und zwar nach einer Vorlage, die wir dem interessanten Werke Fr. Kullrichs „Bau- und Kunstgeschichtliches aus Dortmunds Vergangenheit.“ (Verlag von H. Hornung, Dortmund) entlehnt haben.


Architektur

Im Giebel des Gildenhauses stand die Sandsteinfigur des heiligen Reinhold, des Schutzpatrons von Dortmund. Die unteren Fenster der Frontseite waren mit den Wappen Westfalens und der Stadt Dortmund geschmückt. Das Innere des Hauses, namentlich der geräumige Saal mit seiner schönen Galerie, war mit verschiedenen altertümlichen Geräten ausgestattet. An der Eingangsseite des Saales standen zwei Holzfiguren, die Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin darstellten. An der linken Wand desselben Raumes befand sich noch ein Reiterstandbild des heiligen Reinhold, das aus einem Eichenblock geschnitten war und aus dem 15. Jahrhundert stammte.