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Königsberger Schloss

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Architektur

Moskowitergemach und Brautkammer

Spiegelsaal

Ein ziemlich dunkler, langgestreckter Saal tat sich auf, der ständig künstliches Licht verlangte; er empfing seine spärliche Tagesbeleuchtung von wenigen Scheiben an der rechten Längswand Es war der Spiegelsaal. so benannt nach den langen, schmalen Spiegeln, die von der Decke bis zum Fußboden reichend, die in bläulichen Farben gehaltene Seidentapete unterbrachen In diesem Saal veranstaltete das Colleqium musicum der Universität festliche Konzerte bei strahlendem Licht der Kronleuchter. Vergoldete Rokokomöbel mit Bezügen von kunstvoller Gobelinstickerei standen an den Wänden, darüber hingen Bildnisse der Schwestern Friedrichs des Großen.


Speisesaal

Arbeitszimmer des Kaisers

Standartenzimmer

Als erstes tat sich das Fahnen- und Standartenzimmer vor uns auf Seinen Namen verdankte es einem grossen Ständer, in der bei festlichen Anlässen die Fahnen der ostpreußischen Regimenter Aufstellung fanden Das Prunkstück dieses Raumes war ein riesiqes Barocksofa aus der Zeit des Großen Kurfürsten Zwei geschnitzte schwarze Löwen, fast in Naturgrösse. lagen zu beiden Seiten des ungeheuren Polsters, das mit seinem etwas schadhaften matt schimmernden Brokatbezuq einen altehrwürdiqen Eindruck machte. Ein grosses Gemälde des Feldherrn Grat Helmuth von Moltke hing darüber an der Wand Man sah auch Porträts von kommandierenden Generalen des Ersten Armeekorps Ein Tisch aus schwarzem Eichnholz und ein dazu passender Schrank mit Barockschnitzerei vervollständigten die Ausstattunq dieses würdigen Raumes

Schlafzimmer der Kaiserin

Einige Stufen führten uns hinauf in das Schlafzimmer der Kaiserin Nun befand man sich im neueren Teil des Schlosses, im Unfried-Bau den die Königsberqer beharrlich Schlüter-Bau nannten. In diesem Raum sah man helle Seidentapeten und zierliche Rokokomöbel Auffällig war, dass die Platten aller Tische mit Samt bezogen waren Wo die Bettstelle zu stehen pflegte, war ein leerer Platz; das war auch früher so, denn der reisende Hofstaat führte die Betten überallhin mit

Königin Luise Zimmer

Arbeitszimmer der letzten Kaiserin

Ein großes Bildnis der Königin Luise, im schimmernden Schleppenkleid, mit dem Kron-Diadem in den Locken, schmückte das Arbeitszimmer der Kaiserin. Weißgoldene Möbel, herrliche Gemälde und Familienbilder erfreuten uns in diesem lichten Zimmer. Der Empfangsraum war reichhaltiger ausgestattet. Eine Büste Napoleon I. erinnerte daran, dass der französische Kaiser diese Gemächer bewohnt hatte. Mancher Besucher richtete sein Augenmerk auf ein in zarten Tönen gehaltenes Porträt, das Antoine Pesne gemalt hat: eine Dame in Rokokotracht, aber mit ungepudertem Haar, durch das sich eine helle Strähne über der hohen Stirn zieht. Sie war eine gefeierte Tänzerin am Hofe Friedrichs des Großen, aber nicht die berühmte Barberina, sondern eine Rivalin ihres Ruhmes, die Ballerina Regiani.

Thronsaal

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Ein Blick in den Thronsaal, der die Stätte feierlicher Staatsempfänge war. Unter dem Baldachin die Thronsessel, an den Wänden Porträts der preußischen Könige. Das spiegelnde Parkett, die kristallenen Lüster und die kostbare Ausstattung dieses Raumes machten einen starken Eindruck. Ein sinnvolles Geschenk von 120 Mädchen aus dem Regierungsbezirk Gumbinnen zur Königskrönung Wilhelms I. barg der Thronsaal. Diese Mädchen hatten mit Fleiß und künstlerischem Geschick einen riesigen Teppich aus feiner Kreuzstich-Stickerei gearbeitet. Das Mittelmotiv bildeten Trakehner Pferde auf der Weide. Unter einem Baldachin stand der mit purpurnen Damastbezüqen versehene vergoldete Thronsessel Rund herum an den Wänden hingen die überlebensgrossen Porträts der preußischen Könige Mit Damast waren waren auch die vergoldeten Möbel im Audienzsaal bezogen. Hier hing einst das Gemälde von Michael Willmann geboren in Königsberq 1629) .Apotheose auf den Großen Kurfürsten".

Gemach der Herzogin Anna

Herzogin Anna wurde als Anna Maria von Braunschweig-Calenberg-Göttingen am 23. April 1532 als Tochter von Herzog Erich I. von Braunschweig-Calenberg (1470–1540) und Elisabeth von Brandenburg (1510–1558) in Münden geboren. In Königsberg heiratete sie am 16. Februar 1550 Markgraf Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach (1490–1568), der seit 1525 der erste Herzog von Preußen war. Sie verstarb am 20. März 1568 in Neuhausen bei Königsberg, 16 Stunden nachdem ihr Ehemann auf der Burg Tapiau an der Pest verstorben war. im Königsberger Schloss befand sich ein Alabasterporträt der Herzogin Anna, gefertigt von Cornelius Floris.


Fliesensaal

Der Fliesensaal einst Speisesaal des Herzogs Albrecht, ein Raum mit dunkler Ledertapete und altem, gedunkeltem Parkett. In seiner Mitte ein schwerer, klobiger Eichentisch An den Wänden entlang standen vergoldete. mit dunkelrotem Samt bezogene hohe geschnitzte Stühle aus der Krönungszeit des ersten Königs. zwischen ihnen als reizvoller Gegensatz eine uralte Truhe aus gepresstem Büffelleder, deren fein ausgearbeitetes Muster man am liebsten durch das Vergrösserungsglas betrachtet hätte. Von den Wänden blickten alte Gemälde. In die getäfelte Decke waren Sinnbilder der vier Jahreszeiten und biblische Szenen eingelassen.

Geburtszimmer Friedrichs I.

Der älteste und damit historisch wichtigste Raum war das Geburtszimmer Friedrichs I., das aufwendig mit Intarsienbilder im Stil der Renaissance ausgestattet waren.

Zimmer der Oberhofmeisterin

Das Gemach das man nun betrat, war bedeutend kleiner. Hier hatte die Oberhofmeisterin der Königin Luise, Sophie Marie Gräfin von Voß, geb. von Pannewitz, gewohnt Es hatte ebenfalls eine dunkle Ledertapete in der die Farben Blau und Grün vorherrschten, getönt in wundervollen Schattierungen Ausgestattet war der Raum mit Möbeln in japanischer Lackarbeit.


Ahnensaal

In dem sich anschließenden Ahnensaal bot die Decke eine Besonderheit. Das Deckengemälde zeigte einen blauen Himmel, der vereinzelt mit zarten Wölkchen bedeckt war. Rinqsherum zog sich eine gemalte steinerne Balustrade, die den Eindruck erweckte, als befände sich dort oben ein Balkon. Gepuderte Häupter sowie geschminkte Gesichter blickten über diese Balustrade. Damen in Dekolleté lehnten sich vor und galante Kavaliere bemühten sich um sie.

Man glaubte, da oben habe sich eine vornehme Gesellschaft versammelt die den unten Tafelnden — mitunter wurde in diesem Saal auch gespeist — mit spielerischer Neugier zuschauen.


Die linke Längswand nahmen hohe Fenster ein. Zwischen ihnen befanden sich Gemälde. Abgebildet auf den Gemälden waren Prinzen und Prinzessinnen im Alter von elf bis zwei Jahren, alle in spanischer Hoftracht gemalt, würdevoll wie Erwachsene gekleidet, angetan mit Reifröcken, mit steifen Halskragen und Spitzenhauben.


Auf der anderen Längswand war der Stammbaum der Hohenzollern mit allen Nebenästen gemalt. Diese heraldische Darstellung stammte von dem in Mühlhausen (Kreis Pr.-Eylau) um 1560 geborenen Hofmaler Hans Hennenberger. Die gemalten Personen waren bis zur Hüfte dargestellt und durch rote und blaue Linien miteinander verbunden.


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Ahnensaal


Schwarzer-Adler-Saal

Vom Audienzsaal aus betrat man dia „Schwarze Adlerkammer", so benannt, weil hier der erste Preußenkönig den Schwarzen-Adler-Orden gestiftet haben soll. Die reiche Stuckverzierung der Decke hatte daher als Gesims: eine Kette von schwarzen Adlern, die in einer Ecke in den Ordensstern endete.

Quelle

  • Maria Lamballe: Das Königsberger Schloß. Die königlichen Gemächer. Von der Größe und dem Zauber einer historischen Statte . In: Das Ostpreußenblatt. Organ der Landsmannschaft Ostpreußen , Jahrgang 9 / Folge 16, Seite 9 und 10, Hamburg, 19. April 1958 / Verlagspostamt Leer (Ostfriesland) [1]