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Nero
Lucius Domitius Nero (* 15. Dezember 37 in Antium/Latium; † 9. oder 11. Juni 68 bei Rom) war einer der Kaiser des Römischen Reiches. Er übte diese Funktion bereits in jungen Lebensjahren von 54 bis 68 n.Chr. aus. Nero ist einer der umstrittensten Kaiser der römischen Geschichte. Während antike Autoren ihm durchaus positive Seiten abgewannen, überwog schon bald nach seinem Tod die Ablehnung der Politik und insbesondere der Persönlichkeit Neros. Seit seiner Jugend hatte Nero einen Hang zu allen schönen Künsten. Bei der römischen Oberschicht waren künstlerische und literarische Ambitionen zwar gern gesehen, doch sie sollten im kleinen, privaten Kreis ausgelebt werden, nicht auf der öffentlichen Bühne und erst recht nicht vor dem Volk.[1] Die Geschichtsschreiber wie Sueton und Tacitus, deren Werke neben Cassius Dio die wichtigsten Quellen zum Leben des Kaisers darstellen, gaben ihrer Verachtung offen Ausdruck. Bei Aurelius Victor werden die ersten Jahre des Prinzipats als sehr positiv gezeichnet, bevor Nero „Scham und Ekel“ erregte.[2] Petronius und Lucan erwähnen den Kaiser nur kurz in ihren Werken.
Die in den meisten Quellen ausgedrückte Verachtung hatte ihren Grund teils in der Abneigung der Römer gegen Neros Vorliebe für alles Griechische, teils – etwa bei Tacitus – in der Ablehnung des Kaisertums überhaupt, als dessen Entartung Neros Herrschaft erschien. Ein weiterer Grund waren Neros unberechenbare Handlungen, wie die Familienmorde, die Hinrichtungswellen oder unterstützten Selbstmorde, sowie seine Vernachlässigung des Staates und seine Haltung gegenüber dem Senat. Andererseits gehörte Nero, vermutlich zur Unzufriedenheit des Militärs, zu den insgesamt drei römischen Kaisern, die die Pforten des Janustempels zum Zeichen des äußeren Friedens schlossen.
Christliche Autoren späterer Jahrhunderte, die Nero schon wegen der Hinrichtung ihrer Glaubensbrüder nach dem Brand von Rom verurteilten, prägten endgültig das Bild des Kaisers als eines größenwahnsinnigen Tyrannen. Im Mittelalter galt er geradezu als Verkörperung des Antichrist. Dieses Bild des Tyrannen überwiegt bis heute.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Gerhard Waldherr: Nero. Eine Biografie. Pustet, Regensburg 2005, ISBN 3-7917-1947-5, Seite 107 f.
- ↑ Aurelius Victor, De Caesaribus 5,4.
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Nero#Nero_im_Urteil_der_Nachwelt