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Drehkondensator

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Ein Drehkondensator (auch kurz "Drehko" genannt) ist ein elektromechanisches Bauteil, welches eine veränderbare Kapazität bildet und für eine wiederholte Bedienung vorgesehen ist, was den Drehkondensator gegenüber dem Trimmer abgrenzt, einen ebenfalls in seiner Kapazität veränderlichen Kondensator, der jedoch nur gelegentlich zu Einstellzwecken bedient werden muß.

Aufbau

Ein Drehkondensator besteht aus feststehenden (Stator) und beweglichen (Rotor) Plattenpaketen, die ineinandergreifen und eine veränderbare Kapazität bilden. Die Plattenpakete bestehen aus Metallblechen (zumeist Aluminium), die durch ein Dielektrikum, meistens Luft oder einen nichtleitenden Kunststoff, getrennt sind. Die aktuelle Kapazität wird durch die Fläche der Plattenpakete, ihren Abstand und die Art des Dielektrikums zwischen den Plattenpaketen bestimmt.

Verwendung

Der Drehkondensator findet als Abstimminstrument in elektrischen Schwingkreisen Verwendung, um die Resonanzfrequenz des Schwingkreises zu verändern, zum Beispiel bei der Wahl eines Senders am Rundfunkempfängern, der Wahl einer Sendefrequenz bei einem Funksender oder als Abstimmmittel in Antennenanpaßgeräten, Funktionsgeneratoren bzw. Meßsendern.

Bei der Veränderung der Resonanzfrequenz des aus den zwei Bauteilen Kondensator (Kurzzeichen C) und Spule (Kurzzeichen L) bestehenden elektrischen Schwingkreises hat man die Wahl, entweder die Kapazität variabel zu gestalten (z.B. in Form des Drehkondensators) oder die Induktivität.

In ihrer Induktion veränderbare Spulen, sogenannte Variometer, ließen sich jedoch nur mit hohem Aufwand herstellen, besaßen weitere Nachteile und haben sich in der Folge nicht durchsetzen können.

Bauformen

Die Bauformen des Drehkondensators unterscheiden sich nicht nur anhand der verwendeten Dielektrika, sondern auch hinsichtlich des Zuschnitts und der Anordnung der Kondensatorplatten.

Neben dem Einfachdrehkondensator, bei dem nur ein bewegliches (Rotor-) Plattenpaket in ein feststehendes Plattenpaket (Stator) greift, gibt es Mehrfachdrehkondensatoren, bei denen- getrennt voneinander, aber auf einer gemeinsamen Achse- mehrere derartige Rotor/Stator- Einheiten nebeneinander angeordnet sind.

Diese Anordnungen haben zum einen die Funktion, dass in einem Überlagerungsempfänger der Eingangs- und der Mischkreis gemeinsam abgestimmt werden sollen. Diese Funktion ist dadurch erkennbar, daß sich die Anfangs-, in jedem Fall aber die Endkapazitäten der beiden Plattenpakete geringfügig unterscheiden.

Elektrische Kenndaten des Drehkondensators

Mechanische Kenndaten des Drehkondensators

Berechnung von Schwingkreisen mit Drehkondensatoren

Ausblick

Der Drehkondensator ist ein aussterbendes elektromechanisches Bauteil. Nennenswerte Mengen sind nur noch von Restposten- Händlern zu beziehen. Das liegt zum einen daran , dass der Drehkondensator bei seiner Herstellung einen hohen Arbeits- und Materialaufwand verursacht und damit kostenintensiv ist. Zum zweiten verfügt das Bauteil über bewegliche mechanische Teile und ist damit fehler- und störanfällig.

Bereits sehr früh wurden Drehkondensatoren im Bereich hoher Frequenzen (ab hohem Kurzwellenbereich und UKW) durch Kapazitätsdioden ersetzt.

Moderne digitale Empfängerkonzepte sind auf so teure Bauelemente, wie Spulen und Drehkondensatoren gar nicht mehr angewiesen, hier erfolgt die Frequenzselektion mittels digitaler Konzepte oder per Software.

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