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Schwangerschaftsabbruch
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| O04 | Ärztlich eingeleiteter Abort | |
| (ICD-10-GM Version 2020) | ||
Ein Schwangerschaftsabbruch (auch Abtreibung) ist die vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft durch Entfernen des Embryos bzw. Fötus. Die Zulässigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ist seit der Spätantike heftig umstritten. Im Widerstreit stehen dabei religiöse und ethische Vorstellungen, gesellschaftliche Ansprüche, das Selbstbestimmungsrecht der Frau und das Recht auf Leben.
Als medizinische Fachbegriffe werden Interruptio, Abruptio graviditatis oder induzierter Abort verwendet. Davon zu unterscheiden ist der übergeordnete medizinische Begriff Abort; dieser umfasst auch eine Fehlgeburt.
Ethische Bewertung
Schwangerschaftsabbrüche waren[1] und sind in nahezu allen Kulturen verbreitet. Strittig ist dabei vor allem, wann das individuelle, persönliche menschliche Leben beginnt. Äußeres, sichtbares Anzeichen ist die Schwangerschaft. Die Eizelle des Menschen und anderer Säugetiere wurde erst 1827 von Karl Ernst von Baer entdeckt. Da heutzutage für viele christliche Menschen das individuelle menschliche Leben mit der Befruchtung der Eizelle beginnt,[2] wird eine Abtreibung auch als eine Form von Mord bewertet.
Rechtliche Situation
In Deutschland gilt der Paragraph 218 als umfassender strafrechtlicher Schutz. In der ersten Fassung wurde einer Schwangeren, „welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleibe tödtet“, „Zuchthaus bis zu fünf Jahren“ angedroht.[3] Die 68er-Bewegung, die Verbreitung der Antibabypille, veränderte Einstellungen zur Sexualethik und der nachlassende Einfluss der katholischen Kirche in Deutschland änderten die Einstellung vieler Frauen und Männer zum Schwangerschaftsabbruch. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Ausnahmen zugelassen.[4] Die Schwangerschaft beginnt juristisch erst mit der Nidation (Einnistung der befruchteten Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter); vorherige Maßnahmen, die dies verhindern, gelten somit nicht als Schwangerschaftsabbruch.[5]
Andere Lexika
Einzelnachweise
- ↑ Ruth Hähnel: Der künstliche Abortus im Altertum. In: Sudhoffs Archiv. Band 29, 1936, S. 224–255.
- ↑ siehe Evangelikalismus und katholische Kirche
- ↑ lexetius.com
- ↑ siehe § 218 StGB mit Änderungen und Querverweisen
- ↑ Dreher/Tröndle § 218 Rn. 2.