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Ehrenmal an der Parkstraße in Lüdenscheid
(Aufnahme: Ca. 1935)
Bildrechte/ Bildarchiv: Funker
Das Ehrenmal an der Parkstraße in Lüdenscheid wurde für die Opfer des Ersten Weltkriegs errichtet.
Willy Meller schuf in dieser Zeit viele Werke für die Nationalsozialisten: Er errichtete Plastiken an mehreren NS-Ordensburgen (z.B. in Vogelsang/ Eifel) sowie am Olympiastadion in Berlin.
Nach Ende des Weltkrieges wurden die nationalsozialistischen Hoheitszeichen an den beiden Eingängen zum eigentlichen Denkmal entfernt.
Jährlich zu den offizellen Gedenken der Toten der Weltkriege entzündet sich an diesem Ehrenmal, auf Grund der Geschichte dieser Plastik, in Lüdenscheid Streit. Dieser Ort wird von der Stadtverwaltung Lüdenscheid als zentraler Veranstaltungsort der Gedenkfeier genutzt.
75 Jahre nach der Einweihung (s.o.) erneuert die Friedensgruppe Lüdenscheid ihre Kritik.
[1]
Dieser Kritik begegnete die Stadtverwaltung Lüdenscheid, indem sie eine Historiker-Kommission, besetzt mit Matthias Wagner, Dr. Dietmar Simon und Dr. Eckhard Trox mit einer Überarbeitung eines Textvorschlages zweier gleichlautender Informationstafeln beauftragte.[2]
Nach Stimmen aus den zwei großen Parteien Lüdenscheids soll der ausgearbeitete Textvorschlag nochmals etwas in der Länge komprimiert werden.
Der Kulturausschuß der Stadt Lüdenscheid wird sich im September 2010 mit dem Thema befassen.
Foto: Funker
| Ein umstrittenes Denkmal
1935, zwei Jahre nach der Machtübernahme der NSDAP, wurde die veränderte Figur "Der Erwachende" aufgestellt. Der von viereinhalb auf sechs Meter Länge überproportional vergrößerte Männerakt symbolisierte nun nicht mehr Trauer, Verletzung und Erschöpfung, sondern Mut, Kampfgeist und Stärke. Die feierliche Enthüllung fand am Tag nach dem Erlass des Wehrmachtsgesetzes statt. Die gehaltenen Reden stellten einen Zusammenhang zwischen der Anlage und ihrer zentralen Figur sowie dem Ziel her, die Verhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg politisch und militärisch zu revidieren. Nach 1945 entfernte man am Ehrenmal die befindlichen NS-Hoheitszeichen, während die zentrale Männerfigur erhalten blieb. 1956 wurde eine Gedenktafel mit einer Inschrift angebracht, welche nicht zwischen Ursache und Wirkung historischen Geschehens unterschied und das Schicksal vomn Opfern und Tätern vermischte. Die Leiden der deutschen Bevölkerung wurden betrauert, aber all jene, die von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt und getötet worden waren, sowie die Opfer in den von der Wehrmacht besetzten Ländern wurden ausgeklammert. 1997 fügte die Stadt einen Friedensbaum und eine Bodeninschrift hinzu: "Den 2700 Toten des nationalsozialistischen Terrors und Krieges in Lüdenscheid von 1933 bis 1945". Heute sind weit über 3500 Opfer in und aus Lüdenscheid bekannt: viele Soldaten, Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel, osteuropäische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Opfer der Euthanasie, Opfer des Holocaust, zivile Opfer des Krieges, Kommunisten und andere. Der Baum und die Inschrift harmonieren bewusst nicht mit dem zentralen Männerakt Willy Mellers, der noch heute den Geist des Nationalsozialismus widerspiegelt. |
Text des Vorschlages der Lüdenscheider Historiker-Kommission. [3]
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Einzelnachweise
- ↑ http://www.derwesten.de/staedte/luedenscheid/Denkmal-mit-nationalsozialistischem-Touch-id2779888.html - "DER WESTEN": "Denkmal mit nationalsozialistischem Touch"
- ↑ http://www.derwesten.de/staedte/luedenscheid/Kritische-Auseinandersetzung-id3713547.html - "DER WESTEN": Ehrenmal: Kritische Auseinandersetzung
- ↑ Lüdenscheider Nachrichten" - 22. Sept. 2010 - 3. Lokalseite
Weblinks
Karte
Bemerkung zur Karte
Schräg gegenüber des Hotels, zwischen Parkstr. und Oenekinger Weg (Zugang von der Parkstrasse), befindet sich das Ehrenmal.
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