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Organisation für Islamische Zusammenarbeit: Unterschied zwischen den Versionen

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| französisch          = Organisation de la coopération islamique
| französisch          = Organisation de la coopération islamique
| Eigensprache          = Arabische Bezeichnung
| Eigensprache          = Arabische Bezeichnung
| Sonstige_Sprache      = منظمة التعاون الإسلامي</br>Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī
| Sonstige_Sprache      = منظمة التعاون الإسلامي<br />Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī
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| Logo                  = OIC Logo since 2011.jpg
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| Sprachen              = [[Arabische Sprache|Arabisch]], [[Englische Sprache|Englisch]], [[Französische Sprache|Französisch]]<ref name="charta2008">[http://www.comcec.org/TR_YE/Yeni_Site_Dokumanlar/Basic_Documents/OIC_Charter.pdf Charter of the Organisation of the Islamic Conference (14. März 2008)] (PDF; 93&nbsp;kB) Article 38: Languages of the Organisation shall be Arabic, English and French.</ref>
| Sprachen              = [[Arabische Sprache|Arabisch]], [[Englische Sprache|Englisch]], [[Französische Sprache|Französisch]]<ref name="charta2008">[http://www.comcec.org/TR_YE/Yeni_Site_Dokumanlar/Basic_Documents/OIC_Charter.pdf Charter of the Organisation of the Islamic Conference (14. März 2008)] (PDF; 93&nbsp;kB) Article 38: Languages of the Organisation shall be Arabic, English and French.</ref>
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Die '''Organisation für Islamische Zusammenarbeit''' ({{arS|منظمة التعاون الإسلامي}}Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī; {{enS|''Organization of Islamic Cooperation'', '''OIC'''}}; {{frS|''L’Organisation de Coopération Islamique'', OCI}}; früher Organisation der Islamischen Konferenz) ist eine zwischenstaatliche [[Internationale Organisation (Völkerrecht)|internationale Organisation]] von derzeit 56 Staaten, in denen der [[Islam]] Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, die islamische Welt zu repräsentieren.
Die '''Organisation für Islamische Zusammenarbeit''' ({{arS|منظمة التعاون الإسلامي}}Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī; {{enS|''Organization of Islamic Cooperation'', '''OIC'''}}; {{frS|''L’Organisation de Coopération Islamique'', OCI}}; früher Organisation der Islamischen Konferenz) ist eine zwischenstaatliche [[Internationale Organisation (Völkerrecht)|internationale Organisation]] von derzeit 56 Staaten, in denen der [[Islam]] Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, die islamische Welt zu repräsentieren.
== Gründung und Ziele ==
Eine der Vorgängerorganisationen war der ''Kongress Islamischer Staaten'' von 1964 in [[Somalia]]; der türkische Antisemit [[Cevat Rıfat Atilhan]] wurde hier zum Exekutivmitglied gewählt. Die OIC wurde am 25.&nbsp;September 1969 in [[Rabat]] ([[Marokko]]) gegründet. Als Anlass der Gründung nennt die OIC, dass nach der Eroberung [[Jerusalem]]s im [[Sechstagekrieg]] 1967 die [[al-Aqsa-Moschee]] im Einflussbereich [[Israel]]s lag. Die „Befreiung“ der Moschee und Jerusalems gaben die Gründungsmitglieder der OIC damals als wichtigste Aufgabe vor. Bei der ersten Außenministerkonferenz der OIC im [[Saudi-Arabien|saudi-arabischen]] [[Dschidda]] im März 1970 wurde die Einrichtung eines ständigen Generalsekretariats beschlossen und Dschidda wurde als Sitz der Organisation festgelegt bis zur geplanten „Befreiung Jerusalems“.<ref name="oic-oci.org">[http://web.archive.org/web/20071021030710/http://www.oic-oci.org/english/main/oic_in_brief.htm OIC in brief] Stand: 21. Oktober 2007.</ref>
Generalsekretäre der OIC seit deren Gründung:<ref>[http://www.rulers.org/intorgs2.html#oic OIC, in: rulers.org]</ref>
* 1970–1973 [[Abdul Rahman (Premierminister)|Tunku Abdul Rahman Putra Alhaj]] (Malaysia)
* 1974–1975 [[Hassan al-Touhami]] (Ägypten)
* 1975–1980 [[Amadou Karim Gaye]] (Senegal)
* 1980–1984 [[Habib Chatty]] (Tunesien)
* 1985–1988 [[Syed Sharifuddin Pirzada]] (Pakistan)
* 1989–1996 [[Hamid Algabid]] (Niger)
* 1997–2000 [[Azzedine Laraki]] (Marokko)
* 2001–2004 [[Abdelouahed Belkeziz]] (Marokko)
* 2005–2013 [[Ekmeleddin İhsanoğlu]] (Türkei)
* 2014–{{0}}{{0}}{{0}}{{0}} [[Iyad bin Amin Madani]] (Saudi-Arabien)<ref>http://www.islamiq.de/2014/01/02/neuer-generalsekretaer-gewaehlt/</ref>
=== OIC-Charta von 1972 ===
Beim dritten Treffen der Außenministerkonferenz der OIC im Februar 1972 wurden die Hauptanliegen der Organisation verabschiedet. Die OIC-Charta nennt als wichtigste Ziele die Förderung der islamischen Solidarität und der politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Kooperation unter den Mitgliedstaaten, außerdem die Förderung der Anstrengungen der [[Muslim]]e für ihre Würde, Unabhängigkeit und nationalen Rechte. Weiter will die Organisation die Bemühungen zur Sicherung der heiligen islamischen Stätten koordinieren; außerdem soll sie den [[Palästinenser]]n helfen, ihre Rechte zu erlangen und die Besetzung ihrer Gebiete zu beenden.
Als allgemeinere Ziele werden genannt, dass die OIC auf die Ausrottung jeder Form von ethnischer Diskriminierung und Kolonialismus hinarbeiten und die Kooperation und das Verständnis zwischen den Mitgliedstaaten und anderen Staaten fördern soll.<ref name="oic-oci.org"/>
=== Suspendierung Ägyptens 1979 ===
Nach dem ägyptisch-israelischen Separatfrieden ([[Camp-David-Abkommen]]) war die Mitgliedschaft Ägyptens 1979 suspendiert worden. Vergeblich bemühte sich Ägyptens Präsident [[Anwar as-Sadat]], mit der [[Liga der arabischen und islamischen Völker]] eine Gegenorganisation zu errichten. Nach Sadats Ermordung löste dessen Nachfolger Mubarak die Sadat-Liga 1983 wieder auf, 1984 wurde Ägypten wieder in die Organisation für Islamische Zusammenarbeit aufgenommen.
=== Erklärung der Menschenrechte im Islam 1990 ===
1990 wurde bei der 19. Außenministerkonferenz der OIC die ''[[Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam]]'' beschlossen,<ref>[http://www.oic-oci.org/english/conf/fm/19/19%20icfm-political-en.htm#RESOLUTION%20NO.%2049/19-P RESOLUTION NO. 49/19-P ON THE CAIRO DECLARATION ON HUMAN RIGHTS IN ISLAM.] The Nineteenth Islamic Conference of Foreign Ministers, held in Cairo (31 July to 5 August 1990). Gegenüber der arabischen Fassung gekürzt, ebenso wie die auf Französisch verbreitete Fassung. Deutscher Auszug siehe Bezugsartikel.</ref> welche als Leitlinie der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der [[Menschenrechte]] gelten soll. In den abschließenden Artikeln 24 und 25 wird die religiös legitimierte islamische Gesetzgebung, die [[Schari’a]], als einzige Grundlage zur Interpretation dieser Erklärung festgelegt; indirekt wird damit die Allgemeingültigkeit der 1948 durch die [[Generalversammlung der Vereinten Nationen]] beschlossenen [[Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte]] in Frage gestellt. Auch von der [[Arabische Liga|Arabischen Liga]] wurde 1994 eine [[Arabische Charta der Menschenrechte]] verabschiedet, trat jedoch mangels Ratifizierungen nicht in Kraft, bis 2004 eine überarbeitete Version verabschiedet wurde.<ref>[http://www.humanrights.ch/de/Instrumente/Regionale/Arabische_Charta/index.html Arabische Charta der Menschenrechte – vom 15. September 1994, überarbeitete Version vom 15. Januar 2004], humanrights.ch</ref>
=== Haltung zur ''Islamophobie'' ===
Im saudi-arabischen [[Dschidda]] wurde auf einer OIC-Konferenz am 11. September 2006 einstimmig beschlossen, eine UN-Resolution zu fordern, in der die Diffamierung aller Propheten und Religionen verboten wird. Zudem soll international für Medien die Meinungsfreiheit gegenüber „religiösen Symbolen“ geregelt werden. Es sollen Strategien erarbeitet werden, die sich gegen anti-islamische Medienberichterstattung richten.
Die Tagung in Dschidda war Folgeveranstaltung einer internationalen Konferenz, die im Mai 2006 von der OIC in [[London]] veranstaltet worden war. Der Fokus dieser Tagung lag auf der Entwicklung von Lösungsansätzen, um einer aus ihrer Sicht zunehmenden „[[Islamophobie]]“ in Europa zu begegnen.
Auf Antrag der OIC hat der [[UN-Menschenrechtsrat]] in Genf im März 2007 eine Resolution für ein weltweites Verbot der öffentlichen Diffamierung von Religionen verabschiedet. In der Erklärung wird Bezug genommen auf eine Kampagne gegen muslimische Minderheiten und den Islam seit den [[Islamismus|islamistischen]] [[Terroranschläge am 11. September 2001|Terroranschlägen vom 11. September 2001]] in den [[Vereinigte Staaten|USA]]. Die Entschließung gilt als Reaktion auf die in einer dänischen Zeitung abgedruckten [[Mohammed-Karikaturen]], die im Jahre 2006 in der islamischen Welt z.&nbsp;T. gewalttätige Empörung ausgelöst hatten. Kritisiert wurde die Resolution durch die Menschenrechtsorganisation [[Human Rights Watch]], die dadurch die Grundrechte Einzelner gefährdet sieht. Das Dokument konzentriere sich darauf, Religionen selbst zu schützen, insbesondere den Islam, und nicht die Rechte von Individuen.<ref>[http://www.net-tribune.de/article/300307-194.php ''UN-Resolution für weltweites Verbot von religiöser Diffamierung.''] 30. März 2007.</ref>
=== OIC-Charta von 2008 ===
Im Frühjahr 2008 hat die OIC ihre noch aus der Zeit des kalten Krieges stammende Charta von 1972 ersetzt. Die Vertreter der 57 Mitgliedstaaten billigten die neue Charta einstimmig. Die neue Charta bezieht sich erstmals ausdrücklich auf die Menschenrechte. Sie fordert, dass sich die Mitglieder im eigenen Land und international für „Demokratie, Menschenrechte, die grundlegenden Freiheiten, den Rechtsstaat sowie für verantwortungsbewusste Regierungsführung“ einsetzen.<ref>[http://www.derwesten.de/politik/neue-islam-charta-erstmals-menschenrechte-aufgenommen-id1530254.html Organisation für Islamische Zusammenarbeit – Neue Islam-Charta: erstmals Menschenrechte aufgenommen] DerWesten, 15. März 2008.</ref><ref name="charta2008"/>
=== Umbenennung und Einrichtung eines Menschenrechtsgremiums ===
Bei einer Tagung am 28. Juni 2011 im [[Kasachstan|kasachischen]] [[Astana]] wurde die Umbenennung der OIC in ''Organisation für Islamische Zusammenarbeit''<ref>[http://de.rian.ru/politics/20110628/259595182.html Islamische Konferenz bekommt neuen Namen –  Kasachstan übernimmt Vorsitz]</ref> und die Einrichtung eines Menschenrechtsgremiums beschlossen. Die neue Institution mit Sitz im [[Saudi-Arabien|saudischen]] [[Dschidda]] soll sich vor allem mit [[Menschenrechte|Menschenrechtsverletzungen]] in den Mitgliedsstaaten befassen.<ref>[http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=500360 Kasachstan/Saudi Arabien: Schutz der Menschenrechte im Islam]</ref>
=== Unterstützung der Türkei in der Position in Bezug auf den Völkermord an den Armeniern ===
Am 24. Januar 2012 gab die OIC eine Erklärung heraus, in der die Kritik der [[Türkei]] an der tags zuvor erfolgten Verabschiedung des [[Armenier-Gesetz (Frankreich)|französischen Armeniergesetzes]] unterstützt wird, das die Leugnung des [[Völkermord an den Armeniern|Völkermordes an den Armeniern]] durch die Türkei im Verlauf des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] unter Strafe stellt. Ein derartiges Gesetz, „verletze das Recht auf freie Meinungsäußerung“ und stünde, so die OIC, „nicht in Übereinstimmung mit den historischen Tatsachen“.<ref>[http://www.expatica.com/fr/news/local_news/islamic-body-criticises-french-genocide-bill_203381.html Islamic body criticises French genocide bill], expatica.com, 24.Jan. 2012</ref>


== Mitgliedstaaten ==
== Mitgliedstaaten ==
[[Datei:OIC map.png|miniatur|Mitgliedstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit
{{Mehrspaltige Liste|
{{Farblegende|green|Mitgliedstaaten }}
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# {{AFG}} (Gründungsmitglied)
# {{AFG}} (Gründungsmitglied)
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# {{ARE}} (seit 1972)
}}
{{Navigationsleiste Mitgliedstaaten OIC}}
Die Regionalregierung des teilautonomen [[Tansania|tansanischen]] Landesteils [[Sansibar]] beschloss Anfang 1993, eigenständig der OIC beizutreten.<ref>[http://www.hiik.de/de/konfliktbarometer/pdf/Konfliktbarometer_1993.pdf Konfliktbarometer 1993] (PDF; 1,1&nbsp;MB), abgerufen 16. Februar 2009</ref> Die Entscheidung wurde nach Protesten aus [[Tanganjika]] (Festlands-Tansania) und politischen Spannungen innerhalb der tansanischen Union im August 1993 rückgängig gemacht.<ref>[http://www.dcms.kirchenserver.org/dcms/sites/nad/laender/tansania/ereignisse/archiv1990-2000.html kirchenserver.org], abgerufen 16. Februar 2009</ref> Syrien wurde durch eine Resolution ausgeschlossen am 14. August 2012.<ref>[http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-08/syrien-gipfel-ausschluss zeit.de], abgerufen am 14. August 2012</ref>
== Geschichte ==
Eine der Vorgängerorganisationen war der ''Kongress Islamischer Staaten'' von 1964 in [[Somalia]]; der türkische Antisemit [[Cevat Rıfat Atilhan]] wurde hier zum Exekutivmitglied gewählt. Die OIC wurde am 25.&nbsp;September 1969 in [[Rabat]] ([[Marokko]]) gegründet. Als Anlass der Gründung nennt die OIC, dass nach der Eroberung [[Jerusalem]]s im [[Sechstagekrieg]] 1967 die [[al-Aqsa-Moschee]] im Einflussbereich [[Israel]]s lag. Die „Befreiung“ der Moschee und Jerusalems gaben die Gründungsmitglieder der OIC damals als wichtigste Aufgabe vor. Bei der ersten Außenministerkonferenz der OIC im [[Saudi-Arabien|saudi-arabischen]] [[Dschidda]] im März 1970 wurde die Einrichtung eines ständigen Generalsekretariats beschlossen und Dschidda wurde als Sitz der Organisation festgelegt bis zur geplanten „Befreiung Jerusalems“.<ref name="oic-oci.org">[http://web.archive.org/web/20071021030710/http://www.oic-oci.org/english/main/oic_in_brief.htm OIC in brief] Stand: 21. Oktober 2007.</ref>
Generalsekretäre der OIC seit deren Gründung:<ref>[http://www.rulers.org/intorgs2.html#oic OIC, in: rulers.org]</ref>
* 1970–1973 [[Abdul Rahman (Premierminister)|Tunku Abdul Rahman Putra Alhaj]] (Malaysia)
* 1974–1975 [[Hassan al-Touhami]] (Ägypten)
* 1975–1980 [[Amadou Karim Gaye]] (Senegal)
* 1980–1984 [[Habib Chatty]] (Tunesien)
* 1985–1988 [[Syed Sharifuddin Pirzada]] (Pakistan)
* 1989–1996 [[Hamid Algabid]] (Niger)
* 1997–2000 [[Azzedine Laraki]] (Marokko)
* 2001–2004 [[Abdelouahed Belkeziz]] (Marokko)
* 2005–2013 [[Ekmeleddin İhsanoğlu]] (Türkei)
* 2014–{{0}}{{0}}{{0}}{{0}} [[Iyad bin Amin Madani]] (Saudi-Arabien)<ref>http://www.islamiq.de/2014/01/02/neuer-generalsekretaer-gewaehlt/</ref>
=== OIC-Charta von 1972 ===
Beim dritten Treffen der Außenministerkonferenz der OIC im Februar 1972 wurden die Hauptanliegen der Organisation verabschiedet. Die OIC-Charta nennt als wichtigste Ziele die Förderung der islamischen Solidarität und der politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Kooperation unter den Mitgliedstaaten, außerdem die Förderung der Anstrengungen der [[Muslim]]e für ihre Würde, Unabhängigkeit und nationalen Rechte. Weiter will die Organisation die Bemühungen zur Sicherung der heiligen islamischen Stätten koordinieren; außerdem soll sie den [[Palästinenser]]n helfen, ihre Rechte zu erlangen und die Besetzung ihrer Gebiete zu beenden.
Als allgemeinere Ziele werden genannt, dass die OIC auf die Ausrottung jeder Form von ethnischer Diskriminierung und Kolonialismus hinarbeiten und die Kooperation und das Verständnis zwischen den Mitgliedstaaten und anderen Staaten fördern soll.<ref name="oic-oci.org"/>
=== Suspendierung Ägyptens 1979 ===
Nach dem ägyptisch-israelischen Separatfrieden ([[Camp-David-Abkommen]]) war die Mitgliedschaft Ägyptens 1979 suspendiert worden. Vergeblich bemühte sich Ägyptens Präsident [[Anwar as-Sadat]], mit der [[Liga der arabischen und islamischen Völker]] eine Gegenorganisation zu errichten. Nach Sadats Ermordung löste dessen Nachfolger Mubarak die Sadat-Liga 1983 wieder auf, 1984 wurde Ägypten wieder in die Organisation für Islamische Zusammenarbeit aufgenommen.
=== Erklärung der Menschenrechte im Islam 1990 ===
1990 wurde bei der 19. Außenministerkonferenz der OIC die ''[[Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam]]'' beschlossen,<ref>[http://www.oic-oci.org/english/conf/fm/19/19%20icfm-political-en.htm#RESOLUTION%20NO.%2049/19-P RESOLUTION NO. 49/19-P ON THE CAIRO DECLARATION ON HUMAN RIGHTS IN ISLAM.] The Nineteenth Islamic Conference of Foreign Ministers, held in Cairo (31 July to 5 August 1990). Gegenüber der arabischen Fassung gekürzt, ebenso wie die auf Französisch verbreitete Fassung. Deutscher Auszug siehe Bezugsartikel.</ref> welche als Leitlinie der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der [[Menschenrechte]] gelten soll. In den abschließenden Artikeln 24 und 25 wird die religiös legitimierte islamische Gesetzgebung, die [[Schari’a]], als einzige Grundlage zur Interpretation dieser Erklärung festgelegt; indirekt wird damit die Allgemeingültigkeit der 1948 durch die [[Generalversammlung der Vereinten Nationen]] beschlossenen [[Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte]] in Frage gestellt. Auch von der [[Arabische Liga|Arabischen Liga]] wurde 1994 eine [[Arabische Charta der Menschenrechte]] verabschiedet, trat jedoch mangels Ratifizierungen nicht in Kraft, bis 2004 eine überarbeitete Version verabschiedet wurde.<ref>[http://www.humanrights.ch/de/Instrumente/Regionale/Arabische_Charta/index.html Arabische Charta der Menschenrechte – vom 15. September 1994, überarbeitete Version vom 15. Januar 2004], humanrights.ch</ref>
=== Haltung zur ''Islamophobie'' ===
Im saudi-arabischen [[Dschidda]] wurde auf einer OIC-Konferenz am 11. September 2006 einstimmig beschlossen, eine UN-Resolution zu fordern, in der die Diffamierung aller Propheten und Religionen verboten wird. Zudem soll international für Medien die Meinungsfreiheit gegenüber „religiösen Symbolen“ geregelt werden. Es sollen Strategien erarbeitet werden, die sich gegen anti-islamische Medienberichterstattung richten.
Die Tagung in Dschidda war Folgeveranstaltung einer internationalen Konferenz, die im Mai 2006 von der OIC in [[London]] veranstaltet worden war. Der Fokus dieser Tagung lag auf der Entwicklung von Lösungsansätzen, um einer aus ihrer Sicht zunehmenden „[[Islamophobie]]“ in Europa zu begegnen.
Auf Antrag der OIC hat der [[UN-Menschenrechtsrat]] in Genf im März 2007 eine Resolution für ein weltweites Verbot der öffentlichen Diffamierung von Religionen verabschiedet. In der Erklärung wird Bezug genommen auf eine Kampagne gegen muslimische Minderheiten und den Islam seit den [[Islamismus|islamistischen]] [[Terroranschläge am 11. September 2001|Terroranschlägen vom 11. September 2001]] in den [[Vereinigte Staaten|USA]]. Die Entschließung gilt als Reaktion auf die in einer dänischen Zeitung abgedruckten [[Mohammed-Karikaturen]], die im Jahre 2006 in der islamischen Welt z.&nbsp;T. gewalttätige Empörung ausgelöst hatten. Kritisiert wurde die Resolution durch die Menschenrechtsorganisation [[Human Rights Watch]], die dadurch die Grundrechte Einzelner gefährdet sieht. Das Dokument konzentriere sich darauf, Religionen selbst zu schützen, insbesondere den Islam, und nicht die Rechte von Individuen.<ref>[http://www.net-tribune.de/article/300307-194.php ''UN-Resolution für weltweites Verbot von religiöser Diffamierung.''] 30. März 2007.</ref>
=== OIC-Charta von 2008 ===
Im Frühjahr 2008 hat die OIC ihre noch aus der Zeit des kalten Krieges stammende Charta von 1972 ersetzt. Die Vertreter der 57 Mitgliedstaaten billigten die neue Charta einstimmig. Die neue Charta bezieht sich erstmals ausdrücklich auf die Menschenrechte. Sie fordert, dass sich die Mitglieder im eigenen Land und international für „Demokratie, Menschenrechte, die grundlegenden Freiheiten, den Rechtsstaat sowie für verantwortungsbewusste Regierungsführung“ einsetzen.<ref>[http://www.derwesten.de/politik/neue-islam-charta-erstmals-menschenrechte-aufgenommen-id1530254.html Organisation für Islamische Zusammenarbeit – Neue Islam-Charta: erstmals Menschenrechte aufgenommen] DerWesten, 15. März 2008.</ref><ref name="charta2008"/>
=== Umbenennung und Einrichtung eines Menschenrechtsgremiums ===
Bei einer Tagung am 28. Juni 2011 im [[Kasachstan|kasachischen]] [[Astana]] wurde die Umbenennung der OIC in ''Organisation für Islamische Zusammenarbeit''<ref>[http://de.rian.ru/politics/20110628/259595182.html Islamische Konferenz bekommt neuen Namen –  Kasachstan übernimmt Vorsitz]</ref> und die Einrichtung eines Menschenrechtsgremiums beschlossen. Die neue Institution mit Sitz im [[Saudi-Arabien|saudischen]] [[Dschidda]] soll sich vor allem mit [[Menschenrechte|Menschenrechtsverletzungen]] in den Mitgliedsstaaten befassen.<ref>[http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=500360 Kasachstan/Saudi Arabien: Schutz der Menschenrechte im Islam]</ref>
=== Unterstützung der Türkei in der Position in Bezug auf den Völkermord an den Armeniern ===
Am 24. Januar 2012 gab die OIC eine Erklärung heraus, in der die Kritik der [[Türkei]] an der tags zuvor erfolgten Verabschiedung des [[Armenier-Gesetz (Frankreich)|französischen Armeniergesetzes]] unterstützt wird, das die Leugnung des [[Völkermord an den Armeniern|Völkermordes an den Armeniern]] durch die Türkei im Verlauf des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] unter Strafe stellt. Ein derartiges Gesetz, „verletze das Recht auf freie Meinungsäußerung“ und stünde, so die OIC, „nicht in Übereinstimmung mit den historischen Tatsachen“.<ref>[http://www.expatica.com/fr/news/local_news/islamic-body-criticises-french-genocide-bill_203381.html Islamic body criticises French genocide bill], expatica.com, 24.Jan. 2012</ref>


Die Regionalregierung des teilautonomen [[Tansania|tansanischen]] Landesteils [[Sansibar]] beschloss Anfang 1993, eigenständig der OIC beizutreten.<ref>[http://www.hiik.de/de/konfliktbarometer/pdf/Konfliktbarometer_1993.pdf Konfliktbarometer 1993] (PDF; 1,1&nbsp;MB), abgerufen 16. Februar 2009</ref> Die Entscheidung wurde nach Protesten aus [[Tanganjika]] (Festlands-Tansania) und politischen Spannungen innerhalb der tansanischen Union im August 1993 rückgängig gemacht.<ref>[http://www.dcms.kirchenserver.org/dcms/sites/nad/laender/tansania/ereignisse/archiv1990-2000.html kirchenserver.org], abgerufen 16. Februar 2009</ref>


== Beobachter ==
== Beobachter ==

Aktuelle Version vom 25. Januar 2024, 11:23 Uhr

&nbsp
Organisation für Islamische Zusammenarbeit
OIC / OCI
Datei:Flag of OIC.svg
Flagge
Datei:Oic countries map.png
Mitglieds- und Beobachterstaaten
Englische Bezeichnung Organisation of Islamic Cooperation
Arabische Bezeichnung منظمة التعاون الإسلامي
Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī
Gründungszeitpunkt 25. September 1969
Sitz Dschidda, Saudi-Arabien
Mitgliedstaaten 57[1]
Amtssprachen

Arabisch, Englisch, Französisch[2]

www.oic-oci.org

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (arabischمنظمة التعاون الإسلامي‎Munaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī; englisch Organization of Islamic Cooperation, OIC; frz. L’Organisation de Coopération Islamique, OCI; früher Organisation der Islamischen Konferenz) ist eine zwischenstaatliche internationale Organisation von derzeit 56 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, die islamische Welt zu repräsentieren.

Mitgliedstaaten

  1. AfghanistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Afghanistan (Gründungsmitglied)
  2. AgyptenFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Ägypten (Gründungsmitglied)
  3. AlbanienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Albanien (seit 1992)
  4. AlgerienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Algerien (Gründungsmitglied)
  5. AserbaidschanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Aserbaidschan (seit 1992)
  6. BahrainFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Bahrain (seit 1972)
  7. BangladeschFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Bangladesch (seit 1974)
  8. BeninFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Benin (seit 1983)
  9. BruneiFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Brunei (seit 1984)
  10. Burkina FasoFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Burkina Faso (seit 1974)
  11. DschibutiFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Dschibuti (seit 1978)
  12. ElfenbeinküsteFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Elfenbeinküste (seit 2001)
  13. GabunFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Gabun (seit 1974)
  14. GambiaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Gambia (seit 1974)
  15. GuineaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Guinea (Gründungsmitglied)
  16. Guinea-BissauFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Guinea-Bissau (seit 1974)
  17. GuyanaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Guyana (seit 1998)
  18. IndonesienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Indonesien (Gründungsmitglied)
  19. IranFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Iran (Gründungsmitglied)
  20. IrakFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Irak (seit 1975)
  21. JemenFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Jemen (Gründungsmitglied)
  22. JordanienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Jordanien (Gründungsmitglied)
  23. KamerunFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Kamerun (seit 1974)
  24. KasachstanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Kasachstan (seit 1995)
  25. KatarFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Katar (seit 1972)
  26. KirgisistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Kirgisistan (seit 1992)
  27. KomorenFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Komoren (seit 1976)
  28. KuwaitFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Kuwait (Gründungsmitglied)
  29. LibanonFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Libanon (Gründungsmitglied)
  30. LibyenFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Libyen (Gründungsmitglied)
  31. MalaysiaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Malaysia (Gründungsmitglied)
  32. MaledivenFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Malediven (seit 1976)
  33. MaliFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Mali (Gründungsmitglied)
  34. MarokkoFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Marokko (Gründungsmitglied)
  35. MauretanienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Mauretanien (Gründungsmitglied)
  36. MosambikFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Mosambik (seit 1994)
  37. NigerFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Niger (Gründungsmitglied)
  38. NigeriaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Nigeria (seit 1986)
  39. OmanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Oman (seit 1972)
  40. PakistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Pakistan (Gründungsmitglied)
  41. Palästina Palästina (Gründungsmitglied)
  42. Saudi-ArabienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Saudi-Arabien (Gründungsmitglied)
  43. SenegalFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Senegal (Gründungsmitglied)
  44. Sierra LeoneFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Sierra Leone (seit 1972)
  45. SomaliaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Somalia (Gründungsmitglied)
  46. SudanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Sudan (Gründungsmitglied)
  47. SurinameFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Suriname (seit 1996)
  48. TadschikistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Tadschikistan (seit 1992)
  49. TogoFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Togo (seit 1997)
  50. TschadFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Tschad (Gründungsmitglied)
  51. TunesienFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Tunesien (Gründungsmitglied)
  52. TurkeiFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Türkei (Gründungsmitglied)
  53. TurkmenistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Turkmenistan (seit 1992)
  54. UgandaFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Uganda (seit 1974)
  55. UsbekistanFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Usbekistan (seit 1996)
  56. Vereinigte Arabische EmirateFehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Vereinigte Arabische Emirate (seit 1972)