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Leib: Unterschied zwischen den Versionen

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Markus Deing (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „Der '''Leib''' ({{ELSalt|σώμα}}, ''soma''; {{EnS|body}}) ist jenes grundlegende Wesensglied, das einem Wesen, insbesondere dem Menschen, seine…“
 
Markus Deing (Diskussion | Beiträge)
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[[Instinkt]]e, [[Trieb]]e und [[Begierde]]n besitzen einen [[wille]]nsartigen Charakter und haben ihren Ursprung in den drei [[Leibliche Wesensglieder|leiblichen Wesensgliedern]]: Die Instinkte im [[Physischer Leib|physischen Leib]], die Triebe im [[Ätherleib]] und die Begierden im [[Astralleib]].
[[Instinkt]]e, [[Trieb]]e und [[Begierde]]n besitzen einen [[wille]]nsartigen Charakter und haben ihren Ursprung in den drei [[Leibliche Wesensglieder|leiblichen Wesensgliedern]]: Die Instinkte im [[Physischer Leib|physischen Leib]], die Triebe im [[Ätherleib]] und die Begierden im [[Astralleib]].
{{GZ|Im physischen Leib ist der Wille
Instinkt; sobald der Ätherleib sich des Instinktes bemächtigt, wird der
Wille Trieb. Es ist dann sehr interessant, zu verfolgen, wie in der Beobachtung
der Instinkt, den man in der äußeren Form mehr konkret
erfassen kann, sich verinnerlicht und sich auch mehr vereinheitlicht,
indem man ihn als Trieb betrachtet. Von Instinkt wird man immer so
sprechen, daß er, wenn er sich im Tiere oder in seiner Abschwächung
im Menschen vorfindet, dem Wesen von außen aufgedrängt ist; beim
Trieb ist schon daran zu denken, daß das, was sich in einer mehr verinnerlichten
Form äußert, auch mehr von innen kommt, weil der übersinnliche
Ätherleib sich des Instinktes bemächtigt und dadurch der
Instinkt zum Trieb wird.
Nun hat der Mensch auch noch den Empfindungsleib. Der ist noch
innerlicher. Er ergreift nun wieder den Trieb, und dann wird nicht nur
eine Verinnerlichung erzeugt, sondern es wird Instinkt und Trieb auch
schon ins Bewußtsein heraufgehoben, und so wird daraus dann die
Begierde. Die Begierde finden Sie auch noch beim Tiere, wie Sie den
Trieb bei ihm finden, weil das Tier ja alle diese drei Glieder, physischen
Leib, Ätherleib, Empfindungsleib, auch hat. Aber wenn Sie von der
Begierde sprechen, so werden Sie schon, ganz instinktiv, sich herbeilassen
müssen, die Begierde als etwas sehr Innerliches anzusehen. Beim
Trieb sprechen Sie so, daß er doch, ich möchte sagen von der Geburt
bis zum späten Alter sich einheitlich äußert; bei der Begierde sprechen
Sie von etwas, was erkraftet wird von dem Seelischen, was mehr einmalig
erkraftet wird. Eine Begierde braucht nicht charakterologisch
zu sein, sie braucht nicht dem Seelischen anzuhaften, sondern sie entsteht
und vergeht. Dadurch zeigt sich die Begierde als mehr dem
Seelischen eigentümlich als der bloße Trieb.|293|66f|64}}


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==

Version vom 6. Juni 2019, 22:40 Uhr

Der Leib (altgriechisch σώμα, soma; englisch body) ist jenes grundlegende Wesensglied, das einem Wesen, insbesondere dem Menschen, seine chrakteristische Form oder Gestalt gibt.

Vorlage:GZ

Der Leib ermöglicht dem Menschen darüber hinaus durch die Sinnesorgane die sinnliche Wahrnehmung der Welt:

Vorlage:GZ

Wenn man vom Leib spricht, meint man in der Regel nicht bloss den physischen Körper, denn der vom Leben verlassene Körper ist der Leichnam, sondern man meint den lebendigen Leib, also die Verbindung von physischem Leib und Ätherleib, die während des Erdenlebens des Menschen niemals vollständig gelöst wird. In einem weiteren Sinn muss man auch den Astralleib, den Träger der Begierden und Empfindungen, zum leiblichen Dasein hinzurechnen. Gemeinsam bilden diese drei Wesensglieder, die einander durchdringen, die irdische Leibeshülle für die höheren seelischen und geistigen Wesensglieder des Menschen. Damit das Ich verwandelnd in die leibliche Organisation eingreifen kann, bedarf es allerdings des Ich-Trägers, welcher der äußere Ausdruck für das Ich ist. Der Ich-Träger erscheint dem Hellseher in der menschlichen Aura als etwa länglich verformte bläuliche Kugel an der Nasenwurzel hinter der Stirne.

Der Leib ist vergänglich und löst sich nach dem Tod auf: Der physisch-stoffliche Leib wird den Elementen übergeben, der Ätherleib löst sich wenige Tage nach dem Tod in der Ätherwelt auf, und ein grosser Teil des Astralleibes geht nach einer längeren Läuterungsphase der menschlichen Seele in die Astralwelt über.

Platon empfand noch ganz im orientlisch-vorchristlichen Sinn den Leib als Kerker oder gar als Grab der Seele (altgriechisch τὸ μὲν σῶμά ἐστιν ἡμῖν σῆμα to men soma estin hemin sema, wörtlich: „Der Körper ist für uns ein Grab.“[1]), wodurch sie sich erst im leibfreien Zustand nach dem Tod voll entfalten und in die Ewigkeit aufschwingen könne. Im Christentum hingegen erscheint im schroffen Gegensatz dazu gerade die inhärente und unauflösliche Leibbezogenheit der Seele als ihre zentrale Wesenseigenschaft, die sie erst zur wahrhaft menschlichen Seele macht. Für Thomas von Aquin ist ihre wesentlichste Bestimmung, entsprechend des aristotelischen Hylemorphismus, Form des Körpers zu sein (lat. anima forma corporis)[2]. Sie erfährt daher ihre Vollendung auch erst durch die Auferstehung des Leibes, die durch die alles übersteigende Liebe und Gnade Gottes dadurch möglich wird, dass Gott selbst in Jesus Christus Mensch geworden, durch den Tod auf Golgatha geschritten und am dritten Tage wieder auferstanden ist.

Instinkte, Triebe und Begierden

Instinkte, Triebe und Begierden besitzen einen willensartigen Charakter und haben ihren Ursprung in den drei leiblichen Wesensgliedern: Die Instinkte im physischen Leib, die Triebe im Ätherleib und die Begierden im Astralleib.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Heusser, Peter Selg: Das Leib-Seele-Problem: Zur Entwicklung eines geistgemäßen Menschenbildes in der Medizin des 20. Jahrhunderts, Verlag des Ita Wegman Instituts 2011, ISBN 978-3905919295
  • Rudolf Steiner: Theosophie, GA 9 (2002), Kapitel Die leibliche Wesenheit des Menschen, ISBN 3-7274-0090-0
  • Rudolf Steiner: Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293 (1992), ISBN 3-7274-2930-5

Einzelnachweise

  1. Gorgias 493a2-3
  2. siehe dazu auch: Richard Heinzmann: Anima unica forma corporis - Thomas von Aquin als Überwinder des platonisch-neuplatonischen Dualismus in Philosophisches Jahrbuch, 93. Jahrgang, Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1986, S. 236ff

Zitierte Quelle

Der Artikel Leib bei AnthroWiki