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Hinduismus: Unterschied zwischen den Versionen

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Kulturspion (Diskussion | Beiträge)
Bali ist eine Insel und kein Land
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Bilder
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[[Datei:Pura Tirta Empul, Bali.JPG|thumb|Bild aus einer Tempelanlage im Jahr 2012]]
Der '''Hinduismus''' ist mit rund einer Milliarde Anhängern nach dem [[Christentum]] und dem [[Islam]] die drittgrößte [[Religion]] der Erde. Der Ursprung des Hinduismus liegt in [[Indien]], wo 92% aller Hindus weltweit leben, die mit circa 80 %<ref>[https://www.indienaktuell.de/indien-information/religionen-in-indien/ ''www.indienaktuell.de'']</ref> die Bevölkerungsmehrheit bilden. Auch Länder wie [[Nepal]], [[Indonesien]], [[Mauritius]] weisen einen hohen Anteil an Hindus auf.
Der '''Hinduismus''' ist mit rund einer Milliarde Anhängern nach dem [[Christentum]] und dem [[Islam]] die drittgrößte [[Religion]] der Erde. Der Ursprung des Hinduismus liegt in [[Indien]], wo 92% aller Hindus weltweit leben, die mit circa 80 %<ref>[https://www.indienaktuell.de/indien-information/religionen-in-indien/ ''www.indienaktuell.de'']</ref> die Bevölkerungsmehrheit bilden. Auch Länder wie [[Nepal]], [[Indonesien]], [[Mauritius]] weisen einen hohen Anteil an Hindus auf.
== Begriffsherkunft ==
== Begriffsherkunft ==
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== Glaubensvielfalt im Hinduismus ==
== Glaubensvielfalt im Hinduismus ==
[[Datei:Affe am Ulu Watu Tempel auf Bali.jpg|thumb|Affe am Hindu-Tempel auf [[Bali]]]]
Dem Hinduismus fehlen die von anderen Religionen gewohnten organisatorischen Formen: Es gibt im Hinduismus weder einen [[Religionsstifter]] noch eine [[Kirche]] oder ein religiöses [[Oberhaupt]]. Auch gibt es kein autoratives [[Heiliges Buch]] oder eine kanonische Lehre ([[Dogma]]) und auch kein übergreifendes [[religiöses Symbol]] oder ein [[heiliges Zentrum]] der Religionsausübung. Die philosophisch-religiösen Vorstellungen im Hinduismus sind vielfältig: Neben dem [[Animismus|animistischen]] Glauben an die Beseeltheit von Steinen und Bäumen ist die monotheistische Verehrung eines einzigen [[Gott]]es ebenso möglich wie die [[Polytheismus|polytheistische]] Anbetung vieler Götter, Dämonen und Geister. Daneben existiert neben [[Dualismus]], [[Materialismus]] und [[Agnostizismus]] auch ein Gott ausklammernder [[Monismus]].<ref>Axel Michaels: ''Der Hinduismus - Geschichte und Gegenwart'', C. H. Beck,  München, 1998, Seite 17 und 18</ref>
Dem Hinduismus fehlen die von anderen Religionen gewohnten organisatorischen Formen: Es gibt im Hinduismus weder einen [[Religionsstifter]] noch eine [[Kirche]] oder ein religiöses [[Oberhaupt]]. Auch gibt es kein autoratives [[Heiliges Buch]] oder eine kanonische Lehre ([[Dogma]]) und auch kein übergreifendes [[religiöses Symbol]] oder ein [[heiliges Zentrum]] der Religionsausübung. Die philosophisch-religiösen Vorstellungen im Hinduismus sind vielfältig: Neben dem [[Animismus|animistischen]] Glauben an die Beseeltheit von Steinen und Bäumen ist die monotheistische Verehrung eines einzigen [[Gott]]es ebenso möglich wie die [[Polytheismus|polytheistische]] Anbetung vieler Götter, Dämonen und Geister. Daneben existiert neben [[Dualismus]], [[Materialismus]] und [[Agnostizismus]] auch ein Gott ausklammernder [[Monismus]].<ref>Axel Michaels: ''Der Hinduismus - Geschichte und Gegenwart'', C. H. Beck,  München, 1998, Seite 17 und 18</ref>


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* [[Shaktismus]]
* [[Shaktismus]]
* [[Shivaismus]]
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[[Datei:Zuteilung von Aufgaben in einer Gesellschaft.jpg|thumb|300px|Die traditionelle Gliederung einer Gesellschaft über zugewiesene Aufgaben]]


Ähnlich wie in einigen anderen Religionen gibt es im Hinduismus Vorstellungen von einer [[Hierarchie|hierarchischen]] Gliederung. Dabei ist ein Kennzeichnen des Hinduismus, dass an die Vorherbestimmtheit des persönlichen Schicksals ([[Karma]]) geglaubt wird, und dazu gehört auch die Stellung innerhalb der Gesellschaft. Historisch gibt es im Hinduismus die Vorstellung von vier gesellschaftlichen [[Kaste]]n:
Ähnlich wie in einigen anderen Religionen gibt es im Hinduismus Vorstellungen von einer [[Hierarchie|hierarchischen]] Gliederung. Dabei ist ein Kennzeichnen des Hinduismus, dass an die Vorherbestimmtheit des persönlichen Schicksals ([[Karma]]) geglaubt wird, und dazu gehört auch die Stellung innerhalb der Gesellschaft. Historisch gibt es im Hinduismus die Vorstellung von vier gesellschaftlichen [[Kaste]]n:

Version vom 19. Juni 2020, 14:38 Uhr

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Bild aus einer Tempelanlage im Jahr 2012

Der Hinduismus ist mit rund einer Milliarde Anhängern nach dem Christentum und dem Islam die drittgrößte Religion der Erde. Der Ursprung des Hinduismus liegt in Indien, wo 92% aller Hindus weltweit leben, die mit circa 80 %[1] die Bevölkerungsmehrheit bilden. Auch Länder wie Nepal, Indonesien, Mauritius weisen einen hohen Anteil an Hindus auf.

Begriffsherkunft

Die Bezeichnung „Hinduismus“ kam erst im 19. Jahrhundert in Bengalen auf, wo die Angestellten der East India Company das, was sie für zahlreiche religiöse Sekten der Inder hielten, in einem Begriff zusammenfassten. Der neue englische Begriff hinduism wurden von dem Wort „Hindu“ abgeleitet, das nicht aus Indien, sondern aus dem Persischen stammt und im Singular den Fluss Indus (der im Sanskrit „Sindhu“ und im Persichen „Hindu“ heißt), im Plural die Leute am Indus bezeichnet.[2]

Glaubensvielfalt im Hinduismus

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Affe am Hindu-Tempel auf Bali

Dem Hinduismus fehlen die von anderen Religionen gewohnten organisatorischen Formen: Es gibt im Hinduismus weder einen Religionsstifter noch eine Kirche oder ein religiöses Oberhaupt. Auch gibt es kein autoratives Heiliges Buch oder eine kanonische Lehre (Dogma) und auch kein übergreifendes religiöses Symbol oder ein heiliges Zentrum der Religionsausübung. Die philosophisch-religiösen Vorstellungen im Hinduismus sind vielfältig: Neben dem animistischen Glauben an die Beseeltheit von Steinen und Bäumen ist die monotheistische Verehrung eines einzigen Gottes ebenso möglich wie die polytheistische Anbetung vieler Götter, Dämonen und Geister. Daneben existiert neben Dualismus, Materialismus und Agnostizismus auch ein Gott ausklammernder Monismus.[3]

Die wichtigsten spirituellen Strömungen sind:[4]

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Die traditionelle Gliederung einer Gesellschaft über zugewiesene Aufgaben

Ähnlich wie in einigen anderen Religionen gibt es im Hinduismus Vorstellungen von einer hierarchischen Gliederung. Dabei ist ein Kennzeichnen des Hinduismus, dass an die Vorherbestimmtheit des persönlichen Schicksals (Karma) geglaubt wird, und dazu gehört auch die Stellung innerhalb der Gesellschaft. Historisch gibt es im Hinduismus die Vorstellung von vier gesellschaftlichen Kasten:

  • 1. Brahmanen (die intellektuelle Elite, Ausleger heiliger Schriften (Veda), Priester)
  • 2. Kshatriyas (Krieger und Fürsten, höhere Beamte)
  • 3. Vaishyas (Händler, Kaufleute, Grundbesitzer, Landwirte)
  • 4. Shudras (Handwerker, Pachtbauern, Tagelöhner)

„Einzelreligionen“ des Hinduismus

Axel Michaels vertritt die These, dass die verschiedenen Religionen und Gemeinschaften zumeist fünf Kriterien erfüllen: 1) ein räumlicher Bezug zu Südasien, 2) ähnliche Sozial- und Heiratsvorschriften (siehe Kastensystem), 3) dominierende vedisch-brahmanische Werte, 4) die Verehrung bestimmter, gemeinsamer Gottheiten und 5) ein zueinander identifikatorischer Habitus.[5]

Man kann im Hinduismus mehrere Ausprägungen und „Einzelreligionen“ unterscheiden:

  • Eine von spezialisierten und hochrangigen Brahmanen hervorgebrachte und im gesamten Indien überlieferte Religion (Tradition) des Opfers, der Rituale und der philosophischen Spekulation
  • Eine von Einzelgängern und Einsiedlern getragene Religion der Weltentsagung, Meditation und Erlösungssuche
  • Eine von Familienältesten oder Schamanen getragene tribale Religion (Stammesreligion)
  • Eine von volkstümlichen Gruppen, teilweise auch von Sekten organisierte, „pietistische“ Religion der Gottesinnigkeit, die man als Devotionalismus bezeichnen kann
  • Eine eher spiritualistische Religionsauffassung, bei der intellektualistische, mitunter auch atheistische Erlösungslehren ohne zwingende und feste religiöse Organisationsformen oder Rituale die individuellen Befreiung des Menschen zum Ziel haben
  • Eine heroische und polytheistische, militärischen Traditionen verhaftete Religionsform. Hier haben der Heldentod, Totenkulte, Märtyrertum und Ehrenkodex zentrale Bedeutung. [6]

Einzelnachweise

  1. www.indienaktuell.de
  2. Heinrich von Stietencron: Der Hinduismus, C. H. Beck, München, 2001, Seite 7
  3. Axel Michaels: Der Hinduismus - Geschichte und Gegenwart, C. H. Beck, München, 1998, Seite 17 und 18
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus
  5.  Axel Michaels: Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart. 2 Auflage. C.H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54974-8, S. 36.
  6. Clemens Jürgenmeyer und Jakob Rösel: Indiens Gesellschaft im Wandel - Das Kastensystem / Hinduismus, Dorfstruktur und politische Herrschaft als Rahmenbedingungen der indischen Sozialordnung (in Der Bürger im Staat, Heft 1/98)

Siehe auch

Weblinks

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Commons: Hinduism – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien