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Klagemauer: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Klagemauer''' ([[Hebräische Sprache|hebräisch]] הכותל המערבי ''ha-kotel ha-ma'arawi'', wörtlich „die westliche Mauer“, umgangssprachlich nur ''Kotel'' (כותל) „Mauer“ genannt) in der Altstadt von [[Jerusalem]] ist eine religiöse Stätte des [[Judentum]]s. Angeblich stellt sie einen Teil der westlichen Umfassungsmauer des [[Jerusalemer Tempel]]s dar, oder sie enthält noch Steine aus dem damaligen Gebäude von vor über 2000 Jahren. Die ursprüngliche Gesamtlänge wird auf 488 Meter geschätzt. Religiös und historisch bedeutsam ist auch die [[Kleine Westmauer]].<ref name="WP-en">https://en.wikipedia.org/wiki/Western_Wall</ref> In der Anfangszeit des [[Islam]] entstand um die Westmauer ein jüdisches Viertel. Texte aus der [[Kairoer Geniza]] bezeugen für das 11. Jahrhundert hier eine Höhlen-[[Synagoge]].<ref>{{Literatur |Autor=Max Küchler |Titel=Jerusalem |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum= |ISBN= |Seiten=157}}</ref> Vom israelischen Unabhängigkeitskrieg [[1948]] bis zur israelischen Einnahme der Altstadt Jerusalems im Jahre 1967 im Zuge des [[Sechstagekrieg]]es wurde das Gebiet von [[Jordanien]] kontrolliert,<ref>[http://english.thekotel.org/kotel/about/what_is_western_wall/ Geschichte der Klagemauer auf thekotel.org]</ref> den Juden wurde der Zutritt entgegen dem Waffenstillstandsabkommen verwehrt. Erst nach diesem Krieg wurden der Teil der Klagemauer, der heute sichtbar ist (57 Meter lang und bis zu 19 Meter hoch),<ref name="WP-en" /> und ein großer Platz davor freigelegt. Viele der mächtigen Steinblöcke, aus denen die Mauer besteht, sind Jerusalemer [[Meleke]]-Kalkstein, der einst am nördlichen Stadtrand gewonnen wurde.<ref>Ben-Dov Meir; Mordechai Naor und Zeev Aner: ''Die Westmauer.'' Übersetzung: Hanan Michaeli, Ellen Michaeli (10. Kapitel). Verlag des Verteidigungsministeriums, Tel-Aviv 1988, S. 216, 217.</ref> | Die '''Klagemauer''' ([[Hebräische Sprache|hebräisch]] הכותל המערבי ''ha-kotel ha-ma'arawi'', wörtlich „die westliche Mauer“, umgangssprachlich nur ''Kotel'' (כותל) „Mauer“ genannt) in der Altstadt von [[Jerusalem]] ist eine religiöse Stätte des [[Judentum]]s. Angeblich stellt sie einen Teil der westlichen Umfassungsmauer des [[Jerusalemer Tempel]]s dar, oder sie enthält noch Steine aus dem damaligen Gebäude von vor über 2000 Jahren. Die ursprüngliche Gesamtlänge wird auf 488 Meter geschätzt. Große Teile stammen aus der Zeit des [[Islam]], insbesondere aus dem [[Kalifat der Umayyaden]] im 7. und 8. Jahrhundert. Der Begriff ''Klagemauer'' wurde zunächst nur im [[Christentum]] verwendet. Einigen islamischen Überlieferungen zufolge fand hier die [[Himmelfahrt]] des Propheten [[Mohammed]] statt. Religiös und historisch bedeutsam ist für das Judentum auch die [[Kleine Westmauer]].<ref name="WP-en">https://en.wikipedia.org/wiki/Western_Wall</ref> In der Anfangszeit des [[Islam]] entstand um die Westmauer ein jüdisches Viertel. Texte aus der [[Kairoer Geniza]] bezeugen für das 11. Jahrhundert hier eine Höhlen-[[Synagoge]].<ref>{{Literatur |Autor=Max Küchler |Titel=Jerusalem |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum= |ISBN= |Seiten=157}}</ref> Vom israelischen Unabhängigkeitskrieg [[1948]] bis zur israelischen Einnahme der Altstadt Jerusalems im Jahre 1967 im Zuge des [[Sechstagekrieg]]es wurde das Gebiet von [[Jordanien]] kontrolliert,<ref>[http://english.thekotel.org/kotel/about/what_is_western_wall/ Geschichte der Klagemauer auf thekotel.org]</ref> den Juden wurde der Zutritt entgegen dem Waffenstillstandsabkommen verwehrt. Erst nach diesem Krieg wurden der Teil der Klagemauer, der heute sichtbar ist (57 Meter lang und bis zu 19 Meter hoch),<ref name="WP-en" /> und ein großer Platz davor freigelegt. Viele der mächtigen Steinblöcke, aus denen die Mauer besteht, sind Jerusalemer [[Meleke]]-Kalkstein, der einst am nördlichen Stadtrand gewonnen wurde.<ref>Ben-Dov Meir; Mordechai Naor und Zeev Aner: ''Die Westmauer.'' Übersetzung: Hanan Michaeli, Ellen Michaeli (10. Kapitel). Verlag des Verteidigungsministeriums, Tel-Aviv 1988, S. 216, 217.</ref> | ||
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Version vom 17. Mai 2021, 11:18 Uhr
Die Klagemauer (hebräisch הכותל המערבי ha-kotel ha-ma'arawi, wörtlich „die westliche Mauer“, umgangssprachlich nur Kotel (כותל) „Mauer“ genannt) in der Altstadt von Jerusalem ist eine religiöse Stätte des Judentums. Angeblich stellt sie einen Teil der westlichen Umfassungsmauer des Jerusalemer Tempels dar, oder sie enthält noch Steine aus dem damaligen Gebäude von vor über 2000 Jahren. Die ursprüngliche Gesamtlänge wird auf 488 Meter geschätzt. Große Teile stammen aus der Zeit des Islam, insbesondere aus dem Kalifat der Umayyaden im 7. und 8. Jahrhundert. Der Begriff Klagemauer wurde zunächst nur im Christentum verwendet. Einigen islamischen Überlieferungen zufolge fand hier die Himmelfahrt des Propheten Mohammed statt. Religiös und historisch bedeutsam ist für das Judentum auch die Kleine Westmauer.[1] In der Anfangszeit des Islam entstand um die Westmauer ein jüdisches Viertel. Texte aus der Kairoer Geniza bezeugen für das 11. Jahrhundert hier eine Höhlen-Synagoge.[2] Vom israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 bis zur israelischen Einnahme der Altstadt Jerusalems im Jahre 1967 im Zuge des Sechstagekrieges wurde das Gebiet von Jordanien kontrolliert,[3] den Juden wurde der Zutritt entgegen dem Waffenstillstandsabkommen verwehrt. Erst nach diesem Krieg wurden der Teil der Klagemauer, der heute sichtbar ist (57 Meter lang und bis zu 19 Meter hoch),[1] und ein großer Platz davor freigelegt. Viele der mächtigen Steinblöcke, aus denen die Mauer besteht, sind Jerusalemer Meleke-Kalkstein, der einst am nördlichen Stadtrand gewonnen wurde.[4]
Weblinks
Andere Lexika
Literatur
- Ben-Dov Meir; Mordechai Naor, Zeev Aner: Die Westmauer. Übersetzung: Hanan Michaeli, Ellen Michaeli (10. Kapitel). Verlag des Verteidigungsministeriums, Tel-Aviv 1988, DNB 910385351.
- Max Küchler: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007. ISBN 3-525-50170-6.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 https://en.wikipedia.org/wiki/Western_Wall
- ↑ Max Küchler: Jerusalem. S. 157.
- ↑ Geschichte der Klagemauer auf thekotel.org
- ↑ Ben-Dov Meir; Mordechai Naor und Zeev Aner: Die Westmauer. Übersetzung: Hanan Michaeli, Ellen Michaeli (10. Kapitel). Verlag des Verteidigungsministeriums, Tel-Aviv 1988, S. 216, 217.