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León Schidlowsky
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| 😃 Profil: Schidlowsky, León | ||
|---|---|---|
| Persönliche Daten | ||
| Geburtsdatum | 21. Juli 1931 | |
| Geburtsort | Santiago de Chile | |
León Schidlowsky (* 21. Juli 1931 in Santiago de Chile) ist ein jüdischer Komponist, Zeichner und Maler.
Vita
- In Chile studierte in Chile Musik, Psychologie und Philosophie. Bei Roberto Duncker lernte er Klavier und bei Juan Allende-Blin und Fré Focke Harmonielehre und Komposition. Von 1952 bis 1955 studierte er dann an der Hochschule für Musik in Detmold. [1] Danach kehrte er nach Chile zurück und lehrte von 1955 bis 1961 am Hebräischen Institut in Santiago de Chile. In Chile trat Leon Schidlowsky der zeitgenössischen Musikgruppe Grupo Tonus bei, deren Leiter er zwischen 1958 und 1961 war. Diese Musikgruppe hatte es sich zur Aufgabe gemacht, avantgardistische und zeitgenössische Musik in Chile bekannt zu machen.
- Er übernahm 1961 die Leitung des Archivs des Instituto de Extension musical. Von 1962 bis 1968 lehrte er an der Universität von Chile und am Nationalkonservatorium.
- 1968 migrierte er nach Deutschland. 1970 ging er nach Israel, wo er an der Rubin-Akademie in Tel Aviv lehrte.
- Er wurde mit einer Reihe von Stipendien, Einladungen, Ehrungen und Preisen in Chile, Israel, Deutschland, Italien, Venezuela, England und den USA ausgezeichnet. Sein umfangreiches Opus umfasst Orchester-, Kammer- und Chormusik, sowie Vokal- und Klaviermusik und graphisch-multimediale Werke, die in vielen Ländern der Welt aufgeführt wurden. [2]
Musik
- In seinem kompositorischen Schaffen hat Schidlowsky unterschiedlichste Techniken eingesetzt: Von 1952 bis 1954 komponiert er überwiegend frei atonal, während er dann bis 1961 die Zwölftontechnik und danach bis 1964 die noch durchorganisiertere serielle Technik einsetzt. Seine Komposition Naciemiento von 1956 ist das erste in Chile entstandene Werk elektronischer Musik. Ab 1964 experimentiert Schidlowsky verstärkt mit den Parametern Klangfarbe und Lautstärke sowie aleatorischen Verfahren. Ab 1969 entstehen dann seine bis heute 71 Kompositionen mit grafischer Notation. Dabei sind die Tonhöhen ebenso wie Tondauer, Dynamik und Anschlag nicht genau festgelegt, sondern durch die geometrischen Verhältnisse subjektiv abzuleiten. Ab Mitte der 1980er-Jahre kehrt Schidlowsky dann teilweise wieder zur herkömmlichen Notationsweise zurück. [3] [4] Zu seiner Musik meint Schidlowsky u.a.:
- "Viele Komponisten haben graphische Musik geschrieben. Für sie hat die Musik keine Bedeutung außerhalb ihrer selbst. Diese Idee der "Absoluten Musik" ("non-meaning") hat sich als ihre endgültige Definition entwickelt. Für mich dagegen wird musikalische Kunst vom Menschen geschaffen, vom Menschen belebt, mit dem Ziel, andere Menschen zu erreichen. Kunst an sich hat nicht nur eine Bedeutung; in ihr liegen aller Sinn, alle Fragen, alle Antworten. Seit ich komponiere, verfolge ich das gleiche Ziel, in aller Variation der Techniken, die ich in vierzig Jahren meines Komponistenlebens angewandt habe. Ich glaube, daß Kunst ein Weg zu uns selbst ist; schöpfend habe ich gelernt, die Welt in mir auszudrücken, ohne Angst und ohne Kompromisse. Ich betrachte die Welt in ständigem Erstaunen, trachtend, das Unzugängliche und Unerreichbare zu erreichen." [5]
- In vielen seiner Kompositionen, wie z.B. in Babi Yar aus dem Jahr 1970, Invokation aus dem Jahr 1964 oder der Sinfonie La noche de cristal aus dem Jahr 1961 nimmt er Bezug auf den Holocaust. [6]
Literatur
Weblinks
Videos
- León Schidlowsky: Sinfonía «La Noche de Cristal»
- León Schidlowsky: Kadisch für Violoncello und Orchester
- León Schidlowsky: Quinteto de Vientos (1968)
- León Schidlowsky: Nacimiento (1956)
- León Schidlowsky: Caupolicán para recitante, pianos, percusión y coro
- León Schidlowsky: Visiones para orquesta de cuerdas (1967)
- Leon schidlowsky: 6 Klavierminiaturen
- León Schidlowsky: Mahleriana
- León Schidlowsky: Visionen für Streichorchester (1967)
- León Schidlowsky: Klavierquartett (1988)
- León Schidlowsky: YIZKOR für Violine
- León Schidlowsky: Carrera für Erzähler und Orchester (1991)
Einzelnachweise
- ↑ www.schidlowsky.com
- ↑ Don Michael Randel: The Harvard Biographical Dictionary of Music, 1996, S. 797
- ↑ Daniela Fugellie Videla: La música gráfica de León Schidlowsky - Deutschland, ein Wintermärchen (1979) como partitura multimedial, S. 8 und 12
- ↑ Errico Fresis: „Zwischen Bergen und Meer“, Teil II – Der Komponist Leon Schidlowsky
- ↑ Der Komponist Leon Schidlowsky
- ↑ Habakuk Traber: Holocaust-Kompositionen in Israel - Identitätsstifung und Ritualisierung; in Eckhard John und Heidy Zimmermann (Hrsg.): Jüdische Musik? - Fremdbilder, Eigenbilder, Böhlau Verlag, Köln, 2004, Seite 216
Hinweis zur Verwendung
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Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (León Schidlowsky) vermutlich nicht.