PlusPedia wird derzeit technisch modernisiert. Aktuell laufen Wartungsarbeiten. Für etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung; es sind aber alle Artikel zugänglich und Sie können PlusPedia genauso nutzen wie immer.

Neue User bitte dringend diese Hinweise lesen:

Anmeldung - E-Mail-Adresse Neue Benutzer benötigen ab sofort eine gültige Email-Adresse. Wenn keine Email ankommt, meldet Euch bitte unter NewU25@PlusPedia.de.

Hinweis zur Passwortsicherheit:
Bitte nutzen Sie Ihr PlusPedia-Passwort nur bei PlusPedia.
Wenn Sie Ihr PlusPedia-Passwort andernorts nutzen, ändern Sie es bitte DORT bis unsere Modernisierung abgeschlossen ist.
Überall wo es sensibel, sollte man generell immer unterschiedliche Passworte verwenden! Das gilt hier und im gesamten Internet.
Aus Gründen der Sicherheit (PlusPedia hatte bis 24.07.2025 kein SSL | https://)

Bei PlusPedia sind Sie sicher: – Wir verarbeiten keine personenbezogenen Daten, erlauben umfassend anonyme Mitarbeit und erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich. Es haftet der Vorsitzende des Trägervereins.

PlusPedia blüht wieder auf als freundliches deutsches Lexikon.
Wir haben auf die neue Version 1.43.3 aktualisiert.
Wir haben SSL aktiviert.
Hier geht es zu den aktuellen Aktuelle Ereignissen

Crusader (Song von Chris de Burgh)

Aus PlusPedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Mittelalterliche Darstellung der Eroberung Jerusalems durch das christliche Heer im Ersten Kreuzzug im Jahr 1099

Crusader ist ein acht Minuten und 48 Sekunden langer Titel des irischen Popmusikers Chris de Burgh von seinem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1979. In dem mehrteilig gegliederten Song geht es um den Dritten Kreuzzug zwischen 1189 und 1192 zur Rückeroberung Jerusalems, den der Sänger darstellt und auch für die heutige Zeit kritisch beleuchtet.

Mitwirkende Musiker

Es wirken neben Chris de Burgh als Sänger und an der Akustikgitarre folgende, häufig im Umfeld des Alan Parsons Projects aktive Musiker an dem Titel mit:

Außerdem ist ein Orchester und Chor beteiligt, den Andrew Powell leitet.

Der Song

Der Titel gliedert sich in mehrere allerdings nicht explizit durch Pausen getrennte Abschnitte. Auf dem Cover sind folgende Teile ausgewiesen:

  • The Fall of Jerusalem
  • In the Court of Saladin
  • The Battle
  • Finale

The Fall of Jerusalem

Dieser in der Tonart e-Moll gehaltene Abschnitt geht von 0`00 bis 2`26 Minuten.

  • Das Stück beginnt mit einer Einleitung auf einem Cembalo, die - obwohl das Cembalo erst zwei bis drei Jahrhunderte nach den Kreuzzügen entstand - eine historisierende Athmosphäre [1] erzeugt.
  • Ab 0`36 Minuten beginnt Chris de Burgh unterstützt von sparsamer Begleitung der Akustikgitarre mit einem fast rezitativisch wirkenden Abschnitt über der Akkordfolge e-Moll, G-Dur, A-Dur, C-Dur, D-Dur. Zwei Strophen stellen jeweils eine Unterhaltung zwischen zwei Protagonisten dar. In der ersten Strophe beklagt ein Bischof gegenüber einem Priester den Verlust Jerusalems. Er bezieht sich dabei auf die Rückeroberung der im Jahr 1099 im Ersten Kreuzzug eroberten Stadt [2] durch Saladin im Jahr 1187. In der zweiten Strophe rät ihm der Bischof alle Ritter Europas zu einem neuerlichen Kreuzzug zur Rückeroberung der Stadt aufzurufen. Danach folgt der Refrain mit den Akkorden C-Dur, D-Dur, e-Moll und D-Dur über der Klage des Verlustes von Jersusalem (Jerusalem is lost). Im Refrain treten Klavier, Bass und Orchester/Keyboards hinzu.
  • In der dritten Strophe fragt ein König (wohl Richard Löwenherz) seinen Lordkämmerer (historisch müsste es Aubrey de Vere, 2. Earl of Oxford sein) wie er angesichts der Tatsache des Verlustes von Jerusalem reagieren soll. In der vierten Strophe rät ihm dieser dann die Konflikte mit den anderen Herrschern Europas zwecks eines neuen Kreuzzuges kurzfristig zu überwinden und diese Unternehmung selber anzuführen. Danach folgt wieder der Refrain.

In the Court of Saladin

Dieser von 2`27 bis 5`02 Minuten dauernde Teil hebt sich musikalisch deutlich vom ersten Teil ab. Das ganze Rockinstrumentarium ist über einem durchgehenden und vorwärts treibenden Rhythmus eingesetzt. Einwürfe der Streicher und Blechbläser (weniger flächig sondern oft auch in rhythmischer Funktion), sowie der Chor im Refrain unterstützen die Dramatik bzw. Monumentalität der im Text beschriebenen/verarbeiteten Ereignisse am Hof von Saladin.

  • Nach einer 15 Sekunden langen, instrumentalen Einleitung mit militärisch wirkender Schlagzeugarbeit und Blechbläsern, die über e-Moll und F-Dur zur neuen Tonart a-Moll wechselt, beginnt der vokale Teil.
  • Dieser gliedert sich wieder in Strophen und Refrain. Die Strophen laufen über der Akkordfolge zweimal a-Moll und F-Dur, G-Dur, E7, innerhalb eines Taktes a-Moll, G-Dur und F-Dur, und darauf folgend C-Dur, E7 und wiederum a-Moll. Die erste Strophe beschreibt wie Saladin, der Anführer der Sarazenen, im anscheinend gerade eroberten Jersualem steht. Umgeben wird er von seiner in Folge ihres Sieges trinkenden und herumhurenden Armee. Dass die muslimischen Eroberer sich nach ihrem Sieg tatsächlich gnadenlos betrunken haben ist angesichts der Tatsache dass der Islam den Genuss von Alkohol verbietet allerdings mehr als fraglich. In der zweiten Strophe erscheint ein verletzter Bote, der Saladin das Eintreffen des christlichen Kreuzfahrerheeres unter der Führung von Richard Löwenherz berichtet. Saladin glaubt dem Boten nicht, da er der Überzeugung ist dass sich die christlichen Herrscher aufgrund internen Streitigkeiten nie auf eine gemeinsame Unternehmung einigen könnten, und erschlägt den Boten deshalb kurzerhand. Hier hat Chris de Burgh, wohl zwecks der dramatischen Gestaltung, die geschichtlichen Abläufe in dichterischer Freiheit etwas abgeändert. In Wirklichkeit wird die Armee Saladins wohl kaum vier Jahre nach der Rückeroberung Jerusalems immer noch gesoffen und rumgehurt haben. Saladin hatte ja in den vier Jahren nach 1187 inzwischen weite Teile der Kreuzfahrerstaaten in Jerusalem, Tripolis und Antiochia am Orontes erobert.
  • Im viertaktigen/fünftaktigen, mit F-Dur auf der sechsten Stufe von a-Moll beginnenden Refrain, preist Saladin dann sein Königtum und seine Überzeugung von der eigenen Unbesiegbarkeit.
  • Die nächste Strophe beschreibt den Aufmarsch des Tag und Nacht marschierenden Kreuzfahrerheeres unter Richard Löwenherz. Als die Kreuzfahrer dann zum ersten Mal Jerusalems ansichtig werden fallen sie auf die Knie und beten um ihre Erlösung. Die letzte Strophe beschreibt dann den Angriff auf Jerusalem mittels Fußsoldaten, Reitern und Kriegsmaschinen. Die Sarazenen und Saladin fliehen vor dem christlichen Heer. Im Refrain wird dann die überhebliche Aussage von Saladin, allerdings hier im Kollektiv formuliert, wieder aufgegriffen. Anstatt "ich bin unbeiegbar" heißt es nun "wir sind unbesiegbar", und aus Saladins Selbstverständnis "ich bin der König" wird der christliche Schlachtruf "Gott ist der König". Dieser zweite Refrain ist im Vergleich zum ersten Refrain mit dem Siegesbekenntnis Saladins mittels verstärktem Orchestereinsatz und einem starken Chor instrumentationstechnisch deutlich dichter und von der Wirkung auch monumentaler/pathetischer gestaltet.

The Battle

Dieser kurze Teil versucht von 5`05 bis 5`57 die Schlacht um Jerusalem rein instrumntal darzustellen. Der Abschnitt beginnt mit ein paar Klavierläufen. Die rhythmische Begleitung des restlichen Teils ist die selbe wie im vorhergehenden Abschnitt. Melodieführend ist, selten in der Musik von Chris de Burgh, ein konventionelles E-Gitarrensolo.

Finale

Der letzte Abschnitt reicht von 5`58 bis zum Ende des Songs. Funktionell und harmonisch wird der erste Teil The Fall of Jersusalem wiederholt. Das in diesem Teil dominante Orchester erinnert sehr an die Instrumentierungsweise in Titeln des Alan Parsons Project wie z.B. The Eagle Will Rise Again von Pyramid aus dem Jahr 1978, The Turn of a Friendly Card von 1980 oder Old and Wise [3] von 1984. Hier hört man deutlich, dass Andrew Powell seit dem ersten Album auch die Orchesterparts des Alan Parsons Projects gestaltet hat.

  • Der Teil beginnt mit einer zwanzigsekündigen Einleitung des Orchesters mit sehr geschmackvoll und gekonnt gesetzten Holzbläsern. Gegen Ende des Abschnitts wird von der Tonart a-Moll wieder zur Ausgangstonatz e-Moll zurückgeleitet.
  • Nach einer wirkungsvoll gesetzten Pause wiederholen die zwei Strophen von 6`27 bis 7`03 mit der schon bekannten sparsamen Gitarrenbegleitung den ersten Teil originalgetreu. Textlich deutet Chris de Burgh den Kampf um damals für gut und erstrebenswert gehaltene Ziele und die Lehren welche man aus dieser Zeit für die Gegenwart ziehen könnte mit folgenden Worten an:
"Obwohl Jahrhunderte vergangen sind ist die Erinnerung an diese damaligen Feinde immer noch lebendig. Könnte es sich wiederholen? Da sagte der Narr: "Du weiser Mann treibst mich mit deinem leeren Geschwätz und deiner Suche in der Vergangenheit wirklich zum lachen. Es gibt auch bei den heute kämpfenden Menschen nur Gier und Böses. Das Lied der Kreuzfahrer ist schon lange vergangen."
  • Von 7`07 bis zum Ende wird dann der Refrain des ersten Teils (Jerusalem is lost) wiederholt. Dieser wird aber orchestral zunehmend gesteigert. Zu den Streichern und Holzbläsern treten bei zunehmender Steigerung der Dynamik vermehrt die Blechbläser und der Chor hinzu.

Meinungen

Nach den Mißerfolgen der letzten Jahren wollte es Chris de Burgh 1978 offenbar wohl wissen und engagierte Andrew Powell als Produzent für sein Album „Crusader“. Powell war Insidern als ein Drittel des Alan Parsons Project ein Begriff. In diesem Erfolgsprojekt war er für die üppigen, teilweise bombatischen Orchestereinlagen verantowrtlich. Dementsprechend klingt „Crusader“ teilweise mehr nach The Alan Parsons Project als nach Chris de Burgh, zumal mit Ian Bairnson, David Paton und Stuart Elliott drei Stammusiker von Alan Parsons am Werk sind. (...) Herausragend dagegen ist das teilweise bombastische „Crusader“, dem mit Abstand besten Stück des Albums und eines der besten Chris de Burgh Stücke überhaupt. In der Geschichte über die mittelalterlichen Kreuzritter zeigt Chris all seine Stärken, sein Gespür für packende Texte und Melodien. Und „Crusader“ ist auch das einzige Stück, in dem Andrew Powells bombastische Orchesterarrangements hineinpassen. [4]

Weblinks

Eine Aufnahme der Originalversion ist im Internet leider nicht verfügbar. Die folgenden Liveversionen sind ohne Orchester gehalten und auch in einigen anderen Aspekten sehr abweichend vom Original.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Anm.: Siehe z.B. auch den stilgerechten barocken Pralltriller bei Minute 0`13.
  2. Anm.: Bei der Eroberung Jerusalems ließen sich es sich die christlichen Kreuzritter im Jahr 1099 allerdings nicht nehmen fast alle Einwohner der Stadt - ob Muslime, Juden oder sogar darin verbliebene Christen - wahllos zu töten und die Stadt zu verwüsten.
  3. Siehe z.B. die Liveaufnahme von Old and Wise. Anm.: Die orchestrale Feingestaltung kommt in der originalen Studioaufnahme instrumentations- und auch aufnahmetechnisch weit besser rüber.
  4. Aus www.hitparade.ch

Andere Lexika

Die deutsche Wikipedia kennt dieses Lemma (Crusader (Song von Chris de Burgh)) vermutlich nicht.