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Erwin Mürle

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Erwin Mürle (* 1904 in Dillweißenstein) war ein Emaillemaler. Sein Vater und der Großvater waren im Geburtsort als Goldschmiede tätig. Er absolvierte zunächst eine Lehre als Emailmaler bei der Firma Carl Dilenius. Im Anschluss besuchte er die Klasse von Prof. Theodor Wende und von Prof. Hildenbrandt - dem als Lehrer einer ganzen Künstlergeneration in Pforzheim äußerst bedeutsamen AHI - an der Pforzheimer Kunst- und Werkschule. Seit 1925 war er Assistent bei Hildenbrandt, später selbst Fachlehrer an der Kunstgewerbeschule. In persönlichen Zeugnissen schilderte Mürle in den 1970er Jahren rückblickend die große Bedeutung, die Professor Wende nicht nur für seinen künstlerischen Werdegang hatte:

"Er wurde [...] zu meinem Mentor nicht nur für unser Handwerk, und die Kunst sondern fürs Leben."

Jungzunft

1926 trat Erwin Mürle der Zunft Jungkunst bei, in den Jahren von 1927–30 und 1953–56 war er jeweils Obermeister. Für sein Wirken in der Zunft und die fünfzigjährige Mitgliedschaft wurde er zweimal mit einem Ehrenring ausgezeichnet.

Weiterbildung und eigene Werkstatt

In den Jahren 1930–1935 bereiste Mürle die USA und Kanada. Von seinen Reiseerlebnissen berichtete er in teilweise veröffentlichten Briefen. Nach der Rückkehr in die Heimatstadt wandte er sich dem Kunsthandwerk zu, absolvierte 1936 die Meisterprüfung als Emailleur (sein Meisterstück war eine Emailschale mit kupfernem Ständer) und baute einen eigenen Werkstattbetrieb auf. Hier waren, bis zur behördlichen Schließung 1943, zwischen 6 und 8 Goldschmiede beschäftigt, die Unikatstücke nach Mürles Entwürfen fertigten.

Die Zeit nach dem Krieg

Nach der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft (Mürle war von 1940-1945 Soldat an der Ostfront) baute er seine Werkstatt wieder auf. Er selbst beschreibt in seinem Lebenslauf den Dauerkonflikt zwischen künstlerischen und kaufmännischen Aspekten, bei der Herstellung der oft aufwendigen und stets handwerklich meisterhaft gefertigten Einzelstücke. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren, aus denen die meisten von Mürles großen Gold- und Silberschmiedearbeiten stammen, waren die enormen Arbeitszeiten (ein Collier soll für die Ausführung 300 Stunden in Anspruch genommen haben) nicht adäquat zu honorieren. In den Jahren von 1961-1983 wirkte Mürle auch als überaus geschätzter Pädagoge an der Goldschmiedeschule Pforzheim. Er baute die Emailklasse auf und unterrichtete in diesem Fach. Dort war sein Schaffen 1988 mit einer eigenen Ausstellung gewürdigt worden. Aus gesundheitlichen Gründen gab Erwin Mürle 1975 seinen Werkstattbetrieb auf und es folgte eine Phase überaus produktiven und kreativen Schaffens.

Weiteres künstlerisches Schaffen

Wenn auch Entwurf und Anfertigung von Schmuckstücken dem Broterwerb dienten, so waren Emailbildplatten und Aquarelle ebenfalls Bestandteil Mürles künstlerischer Auseinandersetzung. Aquarelle und Tuschzeichnungen der 1950er und 1960er Jahre zeugen von seinem sicheren Strich und dem Vermögen Gegenständliches auf das Wesentliche zu reduzieren.

Im Laufe der Zeit entstanden auch einige Gedichte, wie "Industrie" aus dem Jahre 1929:

"Räder knirschen, Kolben stampfen, Funken sprühen und dazwischen bleiche Menschmaschinen. Dividenden steigen, Menschen fallen, billige Opfer unserer Zeit."



Init-Quelle

Entnommen aus der:

Erster Autor: T.Muerle angelegt am 01.07.2010 um 16:44,
Alle Autoren: Ottomanisch, Singsangsung, T.Muerle


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